Illerich siegte in der Hauptklasse, Alflen in der Sonderklasse
Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
Region. Innerortsentwicklung, innovative, energetische Maßnahmen und Entwicklung von Zukunftsstrategien gaben den Ausschlag. Der Kreisentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ ist abgeschlossen. Teilgenommen haben die Dörfer, Alflen, Brohl, Bruttig-Fankel, Greimersburg, Illerich und Senheim. Hiermit haben die Siegergemeinden gepunktet:
Siegergemeinde in der Hauptklasse: Illerich
Die landwirtschaftlich geprägte Ortsgemeinde Illerich mit circa 750 Einwohnern lenkt ihre Entwicklung angesichts der kurzen Anfahrt zur A 48 sowie der Nähe zur Stadt Kaisersesch in Richtung Wohngemeinde. Nach ihrer Zielvorstellung soll die ehemals landwirtschaftlich geprägte Gemeinde zum attraktiven Wohnstandort für junge Familien und Neubürger entwickelt werden.
Es wurde ein gemeindeeigenes Förderprogramm „Belebung der Ortsmitte“ aufgelegt, das bisher fünf Familien in Anspruch genommen haben und bereits zur Vermeidung von Leerständen im Ortskern geführt hat. Darüber hinaus ist angestrebt, einen Dorfladen einzurichten.
Die Jury wertete besonders die von der Ortsgemeinde früh erkannte Chance der Energiewende. Sechs Windkraftanlagen wurden auf gemeindeeigenen Flächen verpachtet. Auf der ehemaligen Mülldeponie wurde eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit einer Leistung von 750 kWp errichtet. 61 Genossen beteiligen sich mit Einlagen in Höhe von derzeit 110.000 Euro. Als nächster Schritt sollen Bürger aus der Anlage Strom beziehen können.
Sehr großen Wert legt die Ortsgemeinde auf ihren Kindergarten. Als Ergänzung zur pädagogischen Arbeit wurde mit den Kindern ein Waldkindergarten angelegt.
Siegergemeinde in der Sonderklasse: Alflen
Alflen überzeugte die Jury durch eine Vielfalt von ambitionierten Projekten und Maßnahmen für die Zukunftsgestaltung. 2012 wurde Alflen als Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung anerkannt. Im Zuge dessen wurde eine breite Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit (Moderation) durchgeführt. Dabei wurde unter Einbindung der Bevölkerung das Leitbild „A ktiv, L ebensfreude, F reizeit, L andschaft, E rholung, N atur erleben“ erarbeitet.
Unter diesem Leitbild setzt Alflen für die Zukunft unter anderem auf Strategien zur Förderung der Innenentwicklung. Auf eine weitere Erschließung von Neubaugebieten wurde verzichtet. Mithilfe eines erstellten Leerstandskatasters wurde ein Konzept zur Schließung von Baulücken, zur Sanierung von Altbauten und zum Um- und Ausbau von bestehenden Gebäuden beschlossen. Es folgte ein gemeindliches Förderprogramm, das die vorgezeichneten Maßnahmen finanziell unterstützt.
Im LEADER-Projekt „DIE CHANCE DORF“ der LAG Vulkaneifel wirkte Alflen als Modelldorf mit. Das Projekt dient der Förderung der Dorfinnenentwicklung in den vier Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen.
Besonders bemerkenswert fand die Jury die vier Nahwärmenetze, die auf Basis von Holzhackschnitzeln betrieben werden und 41 Gebäude versorgen. Darüber hinaus wird Alflen auch an dem Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ teilnehmen. In diesem Projekt soll durch integrierte Quartierskonzepte aufgezeigt werden, welche technischen und wirtschaftlichen Energiepotenziale bestehen, welche konkreten Maßnahmen für eine Umsetzung entwickelt werden müssen.
Weiterer Schwerpunkt
Weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung der sozialen Infrastruktur, zu der auch das gemeinschaftliche Miteinander gehört. Mit den kirchlichen Vertretern wurde ein Netzwerk Kirche und Kommune unter anderem zur Förderung und Stärkung des Ehrenamtes gebildet. Projekte wie Besuchsdienste, Hilfen für ältere Mitbürger, Tauschbörsen, ein funktionierendes und tragfähiges soziales Netzwerk sind im Aufbau.
Für die Teilnahme am Gebietsentscheid haben sich die Siegergemeinde in Hauptklasse, Illerich, und die zweitplatzierte Gemeinde der Hauptklasse, Senheim, sowie die Siegergemeinde der Sonderklasse Alflen, qualifiziert.
Bei dem diesjährigen Kreisentscheid hat sich gezeigt, dass durch die Neuausrichtung des Wettbewerbs und im Hinblick auf die demographische Entwicklung positive Tendenzen zum gemeinsamen Miteinander generationen- und ortsübergreifend bei allen Dörfern feststellbar sind. Alle am Wettbewerb beteiligten Gemeinden zeichneten sich durch beispielhafte Initiativen und Projekte aus, die für eine nachhaltige Entwicklung der Dörfer von Bedeutung sind.
Landrat Manfred Schnur dankt allen teilnehmenden Gemeinden sowie der Jury für ihre Mitwirkung am diesjährigen Wettbewerb. Gleichzeitig gratuliert er den Siegergemeinden zu dem großen Erfolg. Er freut sich insbesondere über die Qualitäten und Aktivitäten, die jede der teilnehmenden Gemeinden aufzeigen konnte, die beispielhaft für alle anderen Gemeinden sind.
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Cochem-Zell
