SPD-Landtagsfraktion
MdL Oster besuchte Frauennotruf Koblenz
Region. Der Frauennotruf Koblenz ist auch für Frauen und Mädchen aus dem Kreis Cochem-Zell die Anlaufstelle in Notlagen. MdL Benedikt Oster (SPD) informierte sich bei einem Besuch über die Arbeit engagierter Frauen.
Franziska Godlewsky berichtete dem jungen Abgeordneten, dass es alleine in den vergangenen vier Monaten 21 Beratungskontakte mit Frauen aus dem Kreis Cochem-Zell gegeben hat. Um die 70 Prozent aller Nachfragen aus Cochem-Zell erreichen den Frauennotruf im Rahmen der Jugendhilfe. Mädchen werden im persönlichen Gespräch, telefonisch oder per Onlineberatung beraten und als Opferzeugin durch ein Straf- oder Gerichtsverfahren begleitet. Dabei werden andere Personen aus dem Umfeld des Mädchens an einem Unterstützungskonzept beteiligt und die Mitarbeiterinnen stehen ihm im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs bei. Auch wenn Mütter, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, in den Notruf kommen, dient deren Stabilisierung dem Wohl ihrer Kinder.
Aktuell erleben die geschulten Kräfte des Frauennotrufes den Anstieg von Übergriffen bei Verabredungen, die im Internet getroffen wurden, Handy-Stalking, das gezielte Verbreiten intimer Bilder und verstärkt das „nachträgliche“ Mobben von Opfern sexualisierter Gewalt über Whatsapp oder facebook und andere Internet-Apps mit dem Smartphone. Gerade jugendliche Mädchen, die von einem Täter aus ihrer Clique missbraucht wurden, werden sehr häufig nach der Tat weiter geschädigt, indem Fotos der Tat verbreitet werden oder indem Lügen und falsche Schuldzuweisungen verbreitet werden. Dies ist eine Täterstrategie, um von der eigenen Schuld abzulenken: Andere solidarisieren sich mit dem Täter und die Betroffene wird immer weiter isoliert.
Um in diesen Fällen den jungen Mädchen die Kontaktaufnahme so leicht wie möglich zu machen, ist die Onlineberatung unter www.justforgirls-koblenz.de eingerichtet worden.
In den Fällen des nachträglichen Mobbings geht es nicht mehr „nur“ darum, die Opfer psychisch zu stärken und das Erlebte zu verarbeiten, erst einmal muss auch der Alltag wieder sicher werden, konkrete Maßnahmen, das Mobben zu stoppen, müssen ergriffen werden. Dies gelingt in der Regel nur mithilfe der Polizei. Oft aber sehen sich die Mädchen gar nicht in der Lage, Strafanzeige zu stellen, sind aber gezwungen, mehr als sie möchten offen zu legen, damit die Verbreitung über das Internet gestoppt werden kann. Das Angebot des Frauennotrufes geht dann über eine Beratung hinaus und bezieht Schulen und Eltern mit ein.
Als Ergebnis der guten Kooperation mit der Polizei und den anderen Einrichtungen des Hilfesystems nehmen immer mehr Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, Hilfe in Anspruch.
Dies wissen die Mitarbeiterinnen der Fach- und Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen und Mädchen zu schätzen. Auch zeigt sich hierin, dass die Aufklärung zum Thema Gewalt gegen Frauen Erfolg hat und betroffene Frauen inzwischen verbesserte rechtliche Möglichkeiten für sich nutzen.
Dieser positiven Entwicklung läuft zuwider, dass die öffentliche Förderung der Beratungsstelle seit Jahren stagniert. Finanziert wird das Hilfeangebot über eine pauschale Förderung des Landes und freiwillige Leistungen der Kommunen. Während die Förderung des Landes stabil geblieben ist, können die Kommunen kaum noch freiwillige Leistungen in ihren Haushalten finanzieren.
Benedikt Oster will sich für Verbesserung der finanziellen Situation des Frauennotrufes einsetzen und dankte den Mitarbeiterinnen für dieses wichtige Hilfeangebot.
Pressemitteilung
Büro Benedikt Oster, MdL (SPD)
