Allgemeine Berichte | 11.12.2013

Nach über 110 Jahren ist das Missionshaus im Treis-Kardener Flaumbachtal nur noch Geschichte

Oblaten verlassen das Kloster Maria Engelport

Treis-Karden. Ein wenig Wehmut lag beim feierlichen Abschiedsgottesdienst in der Klosterkirche Maria Engelport in der Luft, denn am vergangenen Sonntag war der Abschied endgültig. Gesanglich umrahmt vom Kirchenchor aus Blankenrath und zelebriert von Weihbischof Jörg Michael Peters gemeinsam mit dem Maria Laacher Abt Benedikt Müntenich, einem gebürtigen Treiser, und dem Oblaten-Provinzial Pater Stefan Obergfell erinnerte man sich nochmals an die so reiche Geschichte des Ordens, der auf Betreiben des damaligen Pommerner Pastors in das stille Flaumbachtal 1903, noch vor dem 1. Weltkrieg, gekommen war. In ihrem neuerrichteten Missionshaus bildeten sie Missionare für Namibia aus. Die beiden schrecklichen Weltkriege brachten viel Not und Elend auch in das Kloster, die nach ihren Möglichkeiten allen Menschen mit Rat und Tat zu Hilfe eilten, die an ihren Pforten klopften. Ihr Motto dabei war immer die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Kaum zu glauben aber wahr: Sogar Weinanbau gab es für die Laienbrüder als ein Ausbildungsprojekt. Einen ersten Versuch dazu starteten die Oblaten am 23. April 1904. Es folgte in den kommenden Jahren die Elektrizität und weitere technische Fortschritte.

Auch in der Landwirtschaft engagierten sich die Brüder als Basis für wichtige Ernährungsprogramme. Darin waren die Engelporter bis vor wenigen Jahren in der gesamten Region noch führend. Viele Preise und Ehrungen wurden ihnen daher zuteil und viele Bauern aus der Umgebung suchten ihren Rat und ihre Hilfe. In gewissen Grenzen hatten sie zudem von jeher Holzhau-, Weide- und auch Jagdrechte in ihren eigenen Wäldern und in gemeinsamen Waldstücken mit benachbarten Gemeinden. Sogar eine eigene Poststelle hatte man hier eingerichtet. Natürlich bleibt bis heute in Erinnerung, dass in den Kriegszeiten Not in der Bevölkerung und auch im Kloster herrschte, wo man nach ihren Möglichkeiten den vielen Hilfesuchenden tatkräftig unter die Arme griff. Es gäbe noch so viel über die Historie des Klosters zu berichten. Fakt ist aber, dass die gesamte Region von Eifel, Mosel und Hunsrück mit Sicherheit ihre Patres und Brüder vermissen wird. Was folgt nach?

Die Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu werden ab dem 1. Januar 2014 in das Kloster im Flaumbachtal einziehen. In stiller Anbetung wollen sie so der Ausbreitung des Reiches Gottes dienen. Ihr Alltag wird daher geprägt sein von Gebet und Arbeit. Wo aber kommen die Oblaten-Geistlichen hin? Sie waren ein besonders wichtiger Teil dieser Region. Sie selbst werden künftig ihr Leben in anderen Oblaten-Klostern verbringen und mit Sicherheit noch des Öfteren auch an die Menschen von Eifel, Mosel und Hunsrück denken, denen sie immer eng verbunden waren. In vielen Abschiedsreden wurde immer wieder an die besonderen Verdienste der Oblaten für die Menschen erinnert. Manche waren dann doch sichtlich gerührt über das große Echo, das ihr Schritt gefunden hat. Überrascht waren sie, wie viele Menschen sich von ihnen persönlich verabschieden wollten, ihnen einfach ein Dankeschön sagen wollten für große aber auch kleine Liebeswerke und Hilfen. In ihrem herzlichen Vergelt´s Gott mischte sich ein wenig Trauer über ihren Weggang, denn die Patres und Brüder des Oblatenklosters gehörten zu den Menschen in Eifel, Mosel und Hunsrück. Durchaus interessant aber ist auch die Feststellung, dass das Kloster zu seinen Wurzeln zurückzukehren scheint: Vor der Säkularisation und Zerstörung unter den napoleonischen Truppen vor Beginn des 19. Jahrhunderts war es über 600 Jahre lang ein reines Frauenkloster, um ab 1903 den Oblaten Platz zu machen und am dem 1. Januar 2014 wieder „back tot he roots“ zu gehen. Was aber bringt die Zukunft? Diese Frage kann noch niemand beantworten.

Fakt ist aber, dass sich die Anbetungsschwestern zu erst einmal in Ruhe etablieren wollen. Der Förderverein für die Oblaten wird daher vorerst nicht mehr weitergeführt. Alles andere aber muss sich zukünftig aber ergeben.

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