Entführung in die 1970er Jahre
Theaterabend in Hambuch mit 130 Darstellern und 18 Spielstationen
aus Cochem
Unterhaltsames Wechselbühnenspektakel ist und bleibt ein Highlight im Veranstaltungskalender
Hambuch. Bei der 7. Auflage eines tollen Theaterabends, bei dem die Besucher in gut 150 Minuten rund 2,5 Kilometer zu Fuß quer durch den Ort zu insgesamt 18 Spielstationen geführt wurden, waren erneut 130 Laiendarsteller aus Düngenheim, Kaifenheim, Möntenich, Kaisersesch, Zettingen, Mayen, Wirfus und Hambuch am Start. Letztgenannte entführten ihr Publikum dabei in die Welt der 1970er Jahre. Die zeigten unter anderem die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Für einige sparsame Zeitgenossen ist bereits ein Familienurlaub in Italien drin oder zur Fußball-WM 1974 im eigenen Land wird sogar ein Farbfernseher angeschafft.
Eigentlich soll ja der Scheffe (Bürgermeister) durch den Ort führen. Doch er und seine Gefolgsleute sind noch vom Tambourwettstreit in Moselkern sowohl vom Alkoholgenuss wie von einer zünftigen Klopperei deutlich gezeichnet.
In den provisorischen Räumlichkeiten der Vorschule ist wieder einmal das Klo verstopft, während sich die angetrunkenen Herren der Schöpfung am Außenpissoir der Dorfkneipe wechselweise mit derben Sprüchen schikanieren.
Der arbeitsscheue Trunkenbold Leo wird gegenüber seiner Gattin Silia handgreiflich, wonach die nebst Tochter unisono das Weite sucht.
Während zwei Mädels über ihre Probleme mit Jungs diskutieren, kommt es beim Hausbau zum Arbeitsunfall. An der Mischmaschine schüttelt sich deren Bediener lediglich den Sand aus den Schuhen. Sein Kumpel wähnt in dem Verhalten allerdings einen Stromunfall und trennt ihn mit dem Holzknüppel unsanft vom Gerät.
In der Makramee-Runde der Damen gibt es Dorftratsch mit Eierlikör und im Ort fährt das gut bestückte „Döppe-Auto“ mit Haushaltswaren vor.
Beim Pfarrgemeinderat ist man auf Krawall gebürstet, weil der Pastor das Geld mit vollen Händen verschleudert.
Ein gut betuchter Mayener wandelt in Homesch auf Freiersfüßen und holt sich dafür Rat bei einem Einheimischen.
Bei der Rockband weigert man sich vehement Schlagermusik beim Dorffest zu spielen, während Dippelbruder Hermann Probleme hat eine Schlafstatt zu finden und überdies noch auf ein Butterbrot mit Muckefug (Malzkaffee) hofft.
Entweder die Diskothek Old Wheel oder die Stripteasebar in Mayen? Die Meinungen für einen Besuch gehen im Ort am Abend auseinander.
Resümee: Ein exzellentes Mundartspektakel unter der versierten Federführung der Dorfakademie, das nach wie vor generationsübergreifend Menschen zusammenbringt und schon seit Jahren ein Highlight im regionalen Veranstaltungskalender ist.
Das berühmte „Döppe-Auto“ ist im Ort vorgefahren und bietet für bedürftige Hausfrauen dringend benötigte Haushaltswaren. Foto: Thomas Esser
Ein neuer Farbfernseher garantiert noch keinen guten Empfang. Der Opa übernimmt dafür den Job des Antennenhalters. Foto: Thomas Esser
Beim Makramee-Abend der Frauen gibt es zum berühmten Dorftratsch auch lecker Eierlikörchen. Foto: Thomas Esser
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Bei der 7. Auflage des Hambucher Nachtheaters entführten die exzellent aufspielenden Laiendarsteller zurück in die Welt der 1970er Jahre. Foto: Thomas Esser
