Politik | 28.12.2013

Deutscher Gewerkschaftsbund Region Koblenz

DGB besorgt über die Verfestigung der Armut im Hartz-IVSystem

Daten zum Eintritts- und Verbleibsrisiko im Hartz-IV-System.Grafik: DGB

Koblenz. Die Verfestigung der prekären Lebensverhältnisse ist bedrückend, wenn mehr als vierzig Prozent der Hartz-IV-Bezieher in der Stadt Koblenz und dem Landkreis Mayen-Koblenz mindestens vier Jahre auf staatliche Fürsorge angewiesen sind. 8,8 Prozent der erwerbsfähigen Menschen in Koblenz und 5,5 Prozent im Kreis MYK waren Ende 2012 auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Damit waren 6.196 Menschen in Koblenz und 7.654 Menschen im Landkreis MYK im Alter von 15 bis 64 Jahren auf staatliche Fürsorge angewiesen. Mehr als sechzig Prozent der erwerbsfähigen Hartz-IVBezieher und Bezieherinnen von Koblenz (64,2 Prozent) und des Kreises (63,7 Prozent) sind bereits im Langzeitbezug und haben in den letzten zwei Jahren mindestens 21 Monate Hartz-IV bezogen. Ebenso sind mehr als vierzig Prozent aller Empfänger und Empfängerinnen im Alter von 15 bis 64 Jahren sogar seit mindestens vier Jahren auf Hartz-IV angewiesen (Koblenz

45,3 Prozent und MYK 42,9 Prozent). „Dem Hartz-IV-System ist es bisher nicht gelungen, eine Verfestigung prekärer Lebenslagen zu verhindern“, so Gabi Weber, DGB Region Koblenz.

Fördermaßnahmen und niedrige Löhne

„Die Anzahl der hilfebedürftigen Menschen in und um Koblenz geht weit über die hier genannten Arbeitslosen hinaus. Viele Hartz-IV-Bezieher und -Bezieherinnen befinden sich in Fördermaßnahmen oder gehen einer Beschäftigung nach, die durch niedrige Löhne, eine geringe Stundenzahl oder durch eine kurzfristige Dauer nicht existenzsichernd und prekär ist. Andere haben Betreuungspflichten oder befinden sich noch in Ausbildung“, stellt die Regionsgeschäftsführerin des DGB Koblenz fest. Trotz der Verhärtung im Hilfebezug gibt es auch im Hartz-IV-System relativ viel Bewegung. Ständig kommen welche neu hinzu, während andere den Hilfebezug wieder beenden können.

Daten zum Eintritts- und Verbleibsrisiko im Hartz-IV-System

Erstmals hat der DGB für die Region differenzierte Daten zum Eintritts- und Verbleibsrisiko im Hartz-IV-System vorgelegt.

Ihnen zufolge liegt das Eintrittsrisiko in Hartz-IV für Erwerbsfähige im vergangenen Jahr in der Stadt Koblenz bei 4,4 Prozent und im Landkreis bei 2,6 Prozent.

Das heißt für Koblenz, dass mehr als vier Prozent der Bevölkerung von 15 bis 64 Jahren innerhalb eines Jahres Hartz-IV beantragen müssen und für den Landkreis sind es knapp drei Prozent. Vergleicht man Koblenz mit anderen Großstädten in Deutschland, wo das Risiko im Durchschnitt bei 3, 6 Prozent liegt, wird deutlich, dass Koblenz schlechter abschneidet, der Landkreis liegt etwa im Durchschnitt der vergleichbaren Kreise im Westdeutschland (2,5 Prozent).

Bei dem Risiko, hilfebedürftig zu bleiben, lässt sich für Koblenz sagen, dass es nur 38,2 Prozent gelingt, innerhalb eines Jahres aus dem Hartz-IV Bezug zu kommen. Für den Kreis ist festzuhalten, dass auch hier weniger als der Hälfte der Hartz-IV Beziehenden im ersten Jahr die Überwindung der Hilfebedürftigkeit gelingt (47,9 Prozent). Angesichts der Situation in der Stadt Koblenz und im Kreis Mayen-Koblenz fordert der DGB das Jobcenter und die Kreisverwaltung zu mehr Anstrengungen zur Vermeidung und zum Abbau von Langzeitbezug auf.

„Dazu braucht es eine stärkere Professionalisierung der Betreuung und vor allem einen anderen Betreuungsschlüssel für jeden Sachbearbeiter und Fallmanager. Stabilisierungs-, Unterstützungs- und Eingliederungsmaßnahmen müssen stärker am Ziel der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Zudem müssten die sozialintegrativen Maßnahmen des Kreises, wie Schuldnerberatung etc., sowie abschlussorientierte Qualifizierungen für diese Zielgruppe ausgebaut werden. Ebenso halte ich es für sinnvoll, Menschen über mehrere Monate nach einer erfolgten Arbeitsaufnahme zu betreuen, um ein neues Arbeitsverhältnis möglichst zu stabilisieren.

Auch die Bundesregierung ist gefordert: Durch die Kürzung der Arbeitsförderung in den vergangenen Jahren haben sich die Förderchancen für Hartz-IV Empfänger und -Empfängerinnen massiv verschlechtert; dies hat dazu beigetragen, dass viele Menschen längerfristig auf staatliche Fürsorge angewiesen sind. Aber auch die Unternehmen haben ihren Anteil einzubringen und Hartz-IV-Empfängern und -Empfängerinnen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.“, resümiert Gabi Weber, MdB, „denn jeder Mensch, der so lange im Hartz IV System bleibt, ist einer zu viel.“

Pressemitteilung des

DGB Region Koblenz

Daten zum Eintritts- und Verbleibsrisiko im Hartz-IV-System.Grafik: DGB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
28.12.201318:40 Uhr
Peter.G

Das haben wir in Erster Linie der Politik zu verdanken. Also Danke!

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Kleinanzeigen
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Ostergruß
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Der Knotenpunkt Burgstraße Ostallee.
182

Lahnstein. Die Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ nimmt Stellung zu einem jüngst veröffentlichten Leserbrief in der lokalen Presse, in dem eine verbindliche Festlegung des Stadtrates auf die Ringlösung gefordert wird. Den Gegnern wird vorgeworfen, es mangele ihnen an seriösen Alternativen, sie würden wesentliche Punkte ausblenden und die Probleme der früheren Verkehrsführung ignorieren.

Weiterlesen

Wie gewohnt entwickelten sich während der Präsentation lebhafte Gespräche: Gemeinsam versuchte man, die Bilder zeitlich einzuordnen und die darauf abgebildeten Personen zu identifizieren.
21

Urbar. Kürzlich lud die FREIE LISTE – Bürger für Urbar e.V. erneut zum „ahle Bilda gugge“ ins Urbarer Bürgerhaus ein.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2299

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
135

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Koblenz blüht 2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Angebotsanzeige (April)
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in