Auftritt des collegium musicum Koblenz in der Aula des Gymnasiums auf der Kartause
Ein musikalisches Feuerwerk in Koblenz
Koblenz. Kürzlich fand in der Aula des Gymnasiums auf der Kartause Koblenz das Jahreskonzert des collegium musicum Koblenz als Konzertmatinee statt.
Trotz der Umstellung auf die Sommerzeit versammelte sich eine beachtliche Anzahl an Zuhörern.
Unter der Leitung von Werner Höss präsentierte das Orchester ein vielseitiges Programm, das Musikstücke verschiedenster Stilrichtungen umfasste.
Das Konzert eröffnete mit einer feurigen, opernhaften Ouvertüre. Carl Maria von Webers Ouvertüre zur Oper „Peter Schmoll“ beeindruckte mit einem lebhaften, italienisch angehauchten Duktus, der von Kontrasten lebte: dem kraftvollen Tutti des Orchesters und zarten, fast schüchternen Holzbläserpassagen.
Im Anschluss folgte das Konzert B-Dur Nr. 3 für Klarinette und Orchester von Carl Stamitz, in dem Alexander Förger als Solist brillierte. Das Allegro moderato bestach durch galante Eleganz, während der warme, runde Klang der Klarinette im gesangvollen Solopart hervorstach. Im Adagio entfaltete die Klarinette eine schlichte, ergreifende Melodie über einem sanften Streicherteppich. Mit dem abschließenden Rondo verbreitete der Solist gute Laune, indem er seine Finger flink über die Klappen tanzen ließ.
Ein Stimmungswechsel folgte mit der Berceuse (Wiegenlied) Opus 38 Nr. 1 von Edvard Grieg. Die Streicher und Holzbläser erzeugten einen klaren, nordischen Klang mit einer wunderschönen, leicht sehnsüchtigen Melodie. Der Charakter der Musik wandelte sich rasch mit einem pointierten Rhythmus, der an einen unruhigen Traum erinnerte, jedoch bald wieder in die Melancholie des Wiegenlieds zurückkehrte.
Mozarts Andante in C-Dur für Flöte und Orchester KV 315 präsentierte Carolin Blankenberg als Soloflötistin. Mozart schuf hier aus einer scheinbar einfachen Struktur eine beeindruckende Ausdrucksfülle. Die Flöte schwebte wie ein Vogel über eine sonnige Wiese, während das Orchester zurückhaltend begleitete und der Solistin viel Raum zur Gestaltung ließ. In der virtuosen Kadenz glänzte die Solistin mit den verschiedensten Varianten des Andante-Themas und nutzte den vollen Tonraum ihres Instruments aus.
Gabriel Faurés Pavane zog mit melancholisch schimmernder, aber keineswegs trauriger Harmonik das Publikum in ihren Bann. Die warme, tief liegende Flötenstimme verbreitete stille, elegische Sehnsucht.
Die Serenade Opus 85 Nummer 9 von Antonín Dvořák erklang in einer Orchesterfassung. Die Musik erwies sich als warmherzig und eingängig, das volkstümlich gefärbte Hauptthema blieb sofort im Ohr der Zuhörer haften.
Die letzten beiden Stücke waren musikalischen Tanzformen, dem Walzer und Tango, gewidmet. Im Walzer aus den Jahreszeiten von Peter Tschaikowsky entfaltete der Walzerrhythmus seine volle Pracht. Die typisch russische Weite, gepaart mit wienerischer Anmut, zog sofort die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Das Orchester spielte in voller Klangfülle, die Streicher flossen dahin, und die Bläser setzten zarte Akzente, sodass die Zuhörer in die vertraute „Walzerseligkeit“ versetzt wurden.
Der Konzertabschluss mit dem Tango Argentino „Yo Te Amo“ von Walter Rolfe setzte einen überraschenden Kontrast zu den klassischen Stücken zuvor. Die leidenschaftlichen Tangorhythmen weckten die Zuhörer auf. Streicher und Holzbläser übernahmen die Melodie, während die tiefen Stimmen den Rhythmus markierten. Die formale Strenge der Klassik wurde abgestreift, und die Musik strahlte pure Lebensfreude aus.
Das Publikum dankte mit anhaltendem Applaus und zeigte sich sichtlich begeistert von der Leistung des Orchesters. Als Zugabe bedankte sich das Orchester mit einer orchestrierten Fassung der volkstümlichen irischen Melodie „A Londonderry Air“ („Danny Boy“). Während das Orchester die Melodie in vielfältigen Modulationen umspielte, stiegen die sentimentalen Melodien von Flöte und Geige immer wieder hervor.
