Allgemeine Berichte | 05.02.2014

Koblenzer Literaturtage „ganzOhr“ präsentieren vom 16. bis 28. März elf Literaturveranstaltungen

Eine Reihe guter Tage für Literatur

Mit preisgekrönten und preisverdächtigen Autoren - Kriminacht fällt aus

Die künstlerische Leiterin Ruth Duchstein (2.v.r.) im Kreise der ganzOhr-Macher und -Partner. BSB

Koblenz. „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“, zitierte die künstlerische Leiterin des Festivals, Ruth Duchstein, den Dichter Goethe. Die elf guten Festival-Tage im März mit Bewährtem und Besonderem, für die die Koblenz-Touristik als Veranstalter auch in diesem Jahr wieder ein großzügiges Budget zur Verfügung stellte, betrifft das natürlich nicht. Zu dem bewährt Erfolgreichen gehören die das Festival eröffnende Literaturmatinée im Theater Koblenz, eine Kinderlesung, Veranstaltungen mit Live-Musik und solche mit Weingenuss. Dem guten Ruf „ganzOhr“ gefolgt sind abermals etliche preisgekrönte Autoren. Zu dem Besonderen in diesem Jahr zählt das Augenmerk auf „Junge Literatur“. Gleich drei jungen Autoren wird das Festival eine Bühne geben: Verena Roßbacher, Monika Zeiner und Thomas Meyer.

Reise durch die Welt der Poesie

Zur Literaturmatinee mit dem Thema „Lust auf Lyrik“ wird jedoch erst einmal ein preisgekrönter Autor begrüßt. Der Breitbach-Preisträger (2010) Michael Krüger begibt sich zusammen mit dem Lyriker Jan Wagner auf eine kleine Reise durch die Welt der Poesie, begleitet werden sie von Musikern und Ensemble-Mitgliedern des Theaters.

Ein gut bekanntes Mitglied, Jona Mues, wird am zweiten Festival-Tag ein Programm rund um das Telefon vorstellen, das er schon mit seinem Vater entwickelt hat. Er wird zwei Überraschungsgäste mitbringen und Texte von Kafka über Hemingway bis Regener lesen. Wahnsinnig gut vorlesen könne er, sagt Duchstein. Der Schauspieler Mues sei da eine der seltenen Doppelbegabungen. Der nächste ganzOhr-Autor ist Uwe Timm, den Duchstein als einen sehr klugen, genauen Erzähler, einen eher etwas stillen Menschen beschreibt. Sein aktuelles Buch „Vogelweide“ handelt von Beziehungen, von einem vergänglichen Glück, der Macht des Begehrens und der Kunst des Abschieds. Der für sein Werk mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller wird im Kurfürstlichen Schloss lesen.

Verrücktes von Verena Roßbacher

Für die junge Autorin Verena Roßbacher wird Duchstein als Mitinhaberin der Buchhandlung Reuffel Gastgeberin dort sein. Auf die rehäugige Autorin mit der unglaublich derben, klugen Sprache freue sie sich schon jetzt. Ihr derzeit noch nicht erschienenes Buch „Schwätzen und Schlachten“ sei wohl noch verrückter als ihr Debüt „Verlangen nach Drachen“, mutmaßt Duchstein nach einer ersten Leseprobe. Die Geschichte handelt von drei jungen Helden, einem Mordfall und Versagen auf ganzer Linie.

Die als fünfte Veranstaltung geplante Kriminacht muss ausfallen, denn der Altmeister des Eifelkrimis, Jacques Berndorf, ist schwer erkrankt. Für den Veranstaltungsort „Palais“ hat Duchstein allerdings noch zwei heiße Eisen im Feuer, grinst sie verheißungsvoll. Spruchreif sei das aber noch nicht.

Die Bühne für Monika Zeiner ist der Gartensaal des Kurfürstlichen Schlosses. Die Schriftstellerin und Sängerin wird von dem Pianisten Andreas Hirche zu „Canzoni von Liebe und Tod“ begleitet. Ihr mit dem Debütpreis der „Lit.Cologne“ ausgezeichneter Roman „Die Ordnung der Sterne über Como“ hat die Herzen der Leser im Sturm erobert. Darin geht es um eine Berliner Band auf Tournee durch Italien und eine große Liebe.

Musikalische Lesung

Live-Musik gibt es auch bei der nächsten Veranstaltung, dieses Mal im Görreshaus. Ein Quartett aus Gesang, Sprache, Flöte und Klavier präsentiert dort eine musikalische Lesung nach dem Roman „Das Wüten der ganzen Welt“ von Maarten ’t Hart. Die Geschichte erzählt von Angst und Einsamkeit und der Chance, Dank der Kraft der Musik weiter zu leben.

Poetry Slam im „Circus Maximus“

Zu dem Bewährten von ganzOhr zählt auch die achte Veranstaltung. Ein harmonisches Vermischen von Altersstrukturen wird wieder einmal der Poetry Slam-Beitrag im „Circus Maximus“ erwirken. Für Inhaber Ralf Prestenbach lässt sich Lyrik mit dieser Form zeitgemäß präsentieren, so komme sie bei einem breiten, auch jüngeren Publikum gut an, Lyrik gehöre einfach auf die Bühne. Dort werden die hochgradigen Poetry Slammer Jonas und Max mit Geschichten von dem „Lumpenpack“ jedermann, allen voran sich selbst, aufs Korn nehmen. Mehr Slam-Charakter soll die Veranstaltung durch die jeweils sechsminütigen Einzeltexte der beiden Lyriker erhalten, sagt Prestenbach. Begeistert von dieser Lyrik-Form zeigt sich auch Thomas Steinebach, Abteilungsleiter Veranstaltungen bei der Koblenz-Touristik. Das Ausdrücken von Gefühlen in Versform fasziniere ihn. Jonas ist für ihn eine „Rampensau“, dessen Texte ihn „geflasht“ hätten, drückt Steinebach seine Begeisterung aus.

Das orthodox-jüdische Leben kennen lernen

Ein berühmter Blogger und in seinem Heimatland Schweiz bekannt für allerlei verrückte Aktionen ist der Autor Thomas Meyer, der Duchstein optisch an den jungen Woody Allen erinnert. Mit seinem ersten Buch „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ gibt er, selbst Jude, Einblick in das orthodox-jüdische Leben von Motti, seiner Mutter und den Frauen, die entweder aussehen wie die Mutter oder Schicksen sind. Wenn Meyer liest, so Duchstein, müsse man ziemlich ausgeschlafen sein, denn er spricht eine Mischung von Schwyzerdütsch und Jüdisch.

Szenische Lesung für die Kleinsten

Gleich zwei ganzOhr-Veranstaltungen gibt es am vorletzten Festival-Tag. Am Nachmittag zunächst eine Veranstaltung für Kinder, eine interaktive szenische Lesung mit Nicole Wollschlaeger und Stephan Bach. In der phantasievollen Geschichte entführen sie die kleinen Zuhörer aus dem großen Saal der Kulturfabrik mitsamt dem magischen Baumhaus auf eine karibische Südseeinsel.

Am Abend präsentiert dann der Kooperationspartner Buchhandlung Heimes in der Stadtbibliothek im Forum Confluentes eine Lesung mit Stefan Bollmann. Es geht um die Leidenschaft der Frauen für das Lesen, sagt Dorothee Mendner, Mitinhaberin der Buchhandlung. Bollmann schreibe auf unterhaltsame Art über die Frauen, denen es Jahrhunderte lang verboten war, zu lesen. Er versuche, die Literaturgeschichte aus weiblicher Sicht darzustellen, gebe Beispiele berühmter Frauen und ihrer Beziehung zu Büchern.

Lesung in englischer und deutscher Sprache

Das ganzOhr-Festival schließt mit einer Lesung in englischer und deutscher Sprache im Foyer des Forum Confluentes. Eine Mann-Frau-Beziehung steht im Mittelpunkt der Handlung. Die Vorstellungen des Genetikprofessors von der idealen Frau werden von einer so gar nicht diesen Vorstellungen entsprechenden Barkeeperin erschüttert. Graeme Simsions Buch „Das Rosie-Projekt“ ist in 40 Sprachen übersetzt. Robert Stadlober wird dem Titelhelden an dem Abend eine Stimme geben. Duchstein ist ganz stolz, eine Zusage des gefragten Weltbestseller-Autors, erhalten zu haben.

Für gutes Hören bei allen Veranstaltungen sorgt wieder einmal Hauptsponsor Becker Hörakustik. Eva Keil-Becker stellte die exklusiven Gut-Hör-Plätze für Gäste mit eingeschränktem Hörvermögen vor. Zudem können mit dem Gutschein, der dem bei allen Sponsoren und Partnern ausliegenden Programmheft beigefügt ist, Hörverstärker für die Veranstaltungen ausgeliehen und ein Hörtest mit Höranalyse in Anspruch genommen werden.

Das Programm „ganzOhr ‚14“ im Überblick:

Sonntag, 16. März, 11 Uhr: Theater Koblenz Literaturmatinee mit Michael Krüger: Lust auf Lyrik?. Montag, 17. März, 20 Uhr: Deinhard‘s Jona Mues mit Überraschungsgästen am Telefon. Dienstag, 18. März, 20 Uhr: Kurfürstliches Schloss Uwe Timm: „Vogelweide“. Mittwoch, 19. März, 20 Uhr: Buchhandlung Reuffel Verena Roßbacher: „Schwätzen und Schlachten“. Freitag, 21. März, 20 Uhr: Kurfürstliches Schloss (Gartensaal) Monika Zeiner: „Sterne über Como“. Sonntag, 23. März, 20 Uhr: Görreshaus Musikalische Lesung: „Das Wüten der ganzen Welt“. Dienstag, 25. März, 20 Uhr: Circus Maximus Jonas & Max: „Das Lumpenpack“. Mittwoch, 26. März, 20 Uhr: Buchhandlung Reuffel Thomas Meyer: „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“. Donnerstag, 27. März, 15 Uhr: Kulturfabrik Kinderlesung: „Das magische Baumhaus und der Schatz der Piraten“. Donnerstag, 27. März, 20 Uhr: Deinhard‘s Stefan Bollmann: „Frauen und Bücher“. Freitag, 28. März, 20 Uhr: Forum Confluentes (Foyer) Graeme Simsion und Robert Stadlober; Das Rosie-Projekt Beginn: Jeweils 20 Uhr, außer am 16.März (Matinee): 11 Uhr; 27. März (Kinderlesung): 15 Uhr, außer am 25. März (Poetry Slam) und am 27. März (Kinderlesung).

Kartenverkauf bei: Koblenz-Touristik Tourist-Information im Forum Confluentes, Buchhandlung Reuffel, Buchhandlung Heimes, Becker Hörakustik und online: www.ticket-regional.de Weitere Informationen im Internet unter www.koblenz-ganzohr.de BSB

Eine Reihe guter Tage für Literatur

Die künstlerische Leiterin Ruth Duchstein (2.v.r.) im Kreise der ganzOhr-Macher und -Partner. Foto: BSB

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