Allgemeine Berichte | 19.10.2026, 11:56 Uhr

Patientenwohl und Patientenwille stehen im Mittelpunkt

Ethikkomitees des GKM trainieren die Moderation ethischer Fallbesprechungen

Die beiden Ethikkomitees des GKM in Koblenz setzen sich für eine ethisch reflektierte Umsetzung von Indikation, Fürsorge und Patientenwille ein. In einer gemeinsamen Fortbildung wurde Hand in Hand gearbeitet.
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Koblenz. Was tun, wenn der Patientenwille unklar ist oder ein Behandlungsteam um den richtigen Weg ringt? Damit beschäftigten sich 18 Mitglieder der beiden klinischen Ethikkomitees des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz.

Den Workshop leitete Karin Gollan, Leiterin der Fachstelle Ethik der Malteser in Köln. Zu Beginn erläuterte sie das Ziel ethischer Fallbesprechungen: „Das Hauptziel einer ethischen Fallbesprechung ist es, in schwierigen oder unklaren Behandlungssituationen eine ethisch gut begründete, tragfähige Handlungsempfehlung zu erarbeiten, die sich am Wohl und am Willen des Patienten orientiert. Dabei tauschen Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten, Seelsorge und Angehörige ihre unterschiedlichen Perspektiven aus, um gemeinsam Einigkeit über das weitere Vorgehen zu erzielen.“

Nach den theoretischen Grundlagen wurde es konkret: In interdisziplinären Kleingruppen übten die Teilnehmenden, ethische Fragestellungen zu klären und simulierte Fallbesprechungen mit Behandlungsteam und Angehörigen empathisch zu moderieren. Die Fälle betrafen eine Patientenverfügung für einen konkreten Krankheitsfall, einen Teamkonflikt bei einem Kind mit zweifachem Tumorrezidiv und ungünstiger Prognose sowie den mutmaßlichen Willen eines akut schwer erkrankten Patienten mit Demenz.

Dr. med. Thomas Hoppen, Vorsitzender des klinischen Ethikkomitees am Kemperhof, und Iris Hoppe, Leiterin des klinischen Ethikkomitees am Ev. Stift St. Martin, resümierten: „Beide Ethikkomitees tauschten sich sehr positiv aus und arbeiteten Hand in Hand zusammen. Die Fortbildung erweiterte den Kreis möglicher Moderatorinnen und Moderatoren für ethische Fallbesprechungen.“ Und das ist wichtig, denn der Bedarf ist groß: Die Möglichkeiten der modernen Medizin werfen täglich neue ethische Fragen auf.

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Die beiden Ethikkomitees des GKM in Koblenz setzen sich für eine ethisch reflektierte Umsetzung von Indikation, Fürsorge und Patientenwille ein. In einer gemeinsamen Fortbildung wurde Hand in Hand gearbeitet. Foto: GKM/Dr. med. Thomas Hoppen

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