Zusammenarbeit über den Rhein stärken
FDP fordert leistungsfähige Rheinquerungen für Ahrweiler und Neuwied
aus Bad Breisig
Die FDP-Kreisverbände Ahrweiler und Neuwied wollen ihre Zusammenarbeit über den Rhein hinweg deutlich intensivieren. Bei einem gemeinsamen Treffen von Vorstandsvertretern beider Kreisverbände an den historischen Brückentürmen der ehemaligen Remagener Rheinbrücke verständigten sich die Freien Demokraten darauf, künftig noch stärker gemeinsame politische Initiativen zu entwickeln und dabei auch die Nachbarregionen einzubeziehen.
Die Teilnehmer waren sich einig: Der Rhein darf keine Grenze für wirtschaftliche Entwicklung und regionale Zusammenarbeit sein. Dies gilt nicht nur für die beiden benachbarten Landkreise, sondern für die gesamte Region zwischen Bonn und Koblenz. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, insbesondere ausreichende und zuverlässige Rheinquerungen.
Wie wichtig funktionierende Verkehrsachsen sind, zeigt die Sperrung der Bonner Nordbrücke. Die Industrie- und Handelskammern im Rheinland schätzen die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Kosten auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich. Auch in Koblenz führen die laufenden Arbeiten an der Pfaffendorfer Brücke und der Südbrücke zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.
Die Beispiele zeigen, wie verletzlich eine Region wird, wenn ihre Verkehrsverbindungen von wenigen Brücken abhängig sind. Für Unternehmen bedeuten solche Einschränkungen längere Transportwege, höhere Kosten und schlechtere Erreichbarkeit.
Bereits seit vielen Jahren setzen sich die FDP-Kreisverbände Ahrweiler und Neuwied gemeinsam für eine zusätzliche feste Rheinquerung zwischen den beiden Landkreisen ein. Schon 2015 hatten die beiden Kreisvorsitzenden Ulrich van Bebber und Alexander Buda gemeinsam die Notwendigkeit einer neuen Verbindung thematisiert.
An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Zwischen Bonn und Neuwied fehlt auf einer Strecke von mehr als 40 Kilometern eine Straßenbrücke. Die vorhandenen Fähren sind wichtig, können aber eine auch bei niedrig- oder Hochwasser jederzeit verfügbare, leistungsfähige Rheinquerung für den Personen- und Wirtschaftsverkehr nicht ersetzen.
Eine zusätzliche Verbindung würde nicht nur Unternehmen und Handwerksbetrieben neue Möglichkeiten eröffnen. Auch für Berufspendler, Bildungseinrichtungen, die medizinische Versorgung und den Tourismus könnten sich deutliche Verbesserungen ergeben. Die FDP fordert deshalb, die Planungen für eine zusätzliche, auch vom Kraftfahrzeugverkehr nutzbare Rheinquerung wieder ernsthaft voranzutreiben und geeignete Standorte unter wirtschaftlichen, verkehrlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu prüfen.
Einigkeit bestand bei dem Treffen auch darüber, dass die derzeit in Remagen und Erpel propagierte Fußgänger- und Radfahrerbrücke die notwendige Funktion einer leistungsfähigen Rheinquerung für die regionale Wirtschaft nicht übernehmen kann.
Die FDP hatte bereits im Frühjahr 2026 deutliche Kritik an diesem Vorhaben geäußert. Eine solche Brücke mag zusätzliche Möglichkeiten für den Radverkehr und den Tourismus schaffen. Sie ermöglicht aber weder den Transport von Waren und Gütern noch die dringend benötigten Verkehrsverbindungen für Handwerker, Dienstleister und Unternehmen.
Angesichts der erheblichen Kosten und der weiterhin notwendigen Investitionen in die bestehende Infrastruktur müssen aus Sicht der FDP klare Prioritäten gesetzt werden. Entscheidend ist nicht allein, den Rhein symbolisch zu überbrücken, sondern die wirtschaftliche und verkehrliche Verbindung zwischen seinen beiden Ufern nachhaltig zu verbessern.
Das Treffen in Remagen soll der Auftakt einer dauerhaft engeren Zusammenarbeit der beiden FDP-Kreisverbände sein. Dabei wollen sich die Freien Demokraten ausdrücklich nicht auf die beiden Landkreise beschränken.
Vielmehr sollen künftig auch die angrenzenden FDP-Kreisverbände und Stadtverbände einbezogen werden – insbesondere Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis im Norden sowie der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz im Süden.
Neben der Verkehrsinfrastruktur sollen weitere gemeinsame Herausforderungen der Region in den Blick genommen und politische Initiativen über Kreis- und Landesgrenzen hinweg abgestimmt werden.
Der Ort des Treffens war bewusst gewählt: Die historischen Brückentürme der ehemaligen Remagener Rheinbrücke stehen bis heute für die besondere Bedeutung von Verbindungen über den Rhein hinweg.
Für die FDP-Vertreter ist klar: Eine starke Region braucht Zusammenarbeit über Grenzen hinweg – und Brücken, die diese Zusammenarbeit auch tatsächlich ermöglichen
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Vertreter der FDP-Kreisvorstände Ahrweiler und Neuwied trafen sich an den historischen Brückentürmen der ehemaligen Remagener Rheinbrücke, heute Friedensmuseum. Im Mittelpunkt stand die künftig engere Zusammenarbeit über den Rhein hinweg und die Forderung nach leistungsfähigen Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Landkreisen. Von links: Martin Thormann, Simon Rehm, Thomas Zeitz, Tobias Kador, Alexander Buda, Christina Steinhausen, Ulrich van Bebber. Foto: Ulrich van Bebber