Allgemeine Berichte | 27.05.2026

Evangelische Künstlerin wiederentdeckt

Evangelische Wiederentdeckung von Bertha Falckenberg

Bertha Falckenberg Ausstellung.

Koblenz. „Aus der Traum“? So ist es vielleicht Bertha Falckenberg gegangen, einer evangelischen Künstlerin, die im 19. Jahrhundert in Koblenz aufgewachsen ist.

Mit 32 Jahren hörte sie plötzlich auf zu malen und geriet in Vergessenheit – bis heute.

Die evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Mitte möchte sich beim Mittelrhein-Museum dafür bedanken, dass mit der Ausstellung „Traum vom Malen“ die Künstlerin mit ihren vielen Skizzen, Zeichnungen und Portraits aus der Vergessenheit geholt und an ihr Wirken gedacht wurde.

Die Kirchengemeinde sagt ebenso ein herzliches Dankeschön an Dr. Andreas Metzing von der evangelischen Archivstelle Boppard, der recherchiert hatte, dass Bertha Falckenberg eine für Koblenz „klassische evangelische Biographie“ hatte. Sie besuchte die „Höhere Evangelische Töchterschule“ (das heutige Hilda-Gymnasium) und wurde am 1. April 1883 in der Florinskirche konfirmiert. Sie gehörte zu einer evangelisch-preußischen Familie mit kultureller Prägung, für die die Förderung ihrer Kinder hohe Priorität hatte – auch der Töchter. So erhielt Bertha Falckenberg schon als junges Mädchen kostspieligen Malunterricht und konnte sich in Genf und Berlin weiter im Zeichnen ausbilden lassen – an privaten Malschulen, da Frauen an Kunstakademien nicht zugelassen waren.

Am 17. Mai, dem internationalen Museumstag, endete die Ausstellung mit einem von Kunsthistoriker Peter Paul Pisters und Stadtarchivarin Dr. Katharina Thielen moderierten Gespräch, das auch viele Besucher der evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte anzog – denn am Vormittag ging es schon im Gottesdienst in der Christuskirche mit Pfarrerin Marina Brilmayer und Interviewpartner Dr. Andreas Metzing über Bertha Falckenbergs „Traum vom Malen“.

Warum die Künstlerin aufhörte zu malen, ist nicht bekannt – war auf einmal „Aus der Traum“? Wie schön, dass ihr ursprünglicher „Traum vom Malen“ mehr als hundert Jahre nach ihrem letzten Pinselstrich wieder gesehen wurde!

Bertha Falckenberg Ausstellung. Foto: Marina Brilmayer

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