Allgemeine Berichte | 03.03.2015

Unfallbilanz der Stadt Koblenz

Fahrbahnwechsel und Auffahrunfälle als Hauptursache

Polizei legte 2014er-Bilanz für das Stadtgebiet Koblenz vor – insgesamt hat es 5.555 Mal gekracht

Gemeinsam mit seinen Kollegen legte Polizeidirektor Thomas Fischbach (Mitte) die Unfallbilanz 2014 vor. HEP

Koblenz. Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Stadt Koblenz ist 2014 gegenüber dem Vorjahr nur minimal zurückgegangen, genau um 17 auf 5.555. Dies und noch viel mehr Infos gaben Polizeidirektor Thomas Fischbach und einige seiner Kollegen bei einer Pressekonferenz im Koblenzer Präsidium mit. Wie im Jahr 2013 war auch im vergangenen Jahr ein Verkehrstoter zu beklagen, weil ein Fahrer auf der Hunsrückhöhenstraße bei Waldesch gewendet hatte. Während die Unfälle mit Schwerverletzten um zehn auf 75 zurückgingen, stieg die Zahl der Leichtverletzten um 76 (16,3 Prozent) auf 541 an. Noch dramatischer waren Verkehrsunfälle mit Zweirädern, die um 17,7 Prozent auf 153 anstiegen. Ausschlaggebend seien hierfür hauptsächlich die motorisierten Zweiräder erläuterte der Polizeidirektor die Statistik. Während diese Unfallzahlen im zweiten und dritten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahr zurückgingen, stiegen sie im ersten und vierten Quartal enorm an.

Verkehrsunfälle, bei denen Kinder unter 14 Jahre beteiligt waren, kletterten um vier auf 30, was aber 15,4 Prozent bedeutet. Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre waren an 919 Unfällen beteiligt, 84 (10,1 Prozent) mehr als im Vorjahr. „An 17 Prozent aller Unfälle im Stadtgebiet waren Senioren beteiligt und dabei in 68 Prozent der Fälle Hauptverursacher“, unterstrich Thomas Fischbach. Gründe seien abnehmende Reaktionsfähigkeit, geringer werdende Sehkraft, nachlassende Motorik und allgemeine Beweglichkeit sowie nachlassendes Kurzzeitgedächtnis.

Dagegen sind die Unfälle mit jungen Fahrern (zwischen 18 und 24 Jahren) um 32 (2,4 Prozent) auf 1309 zurückgegangen, in 822 Fällen waren sie die Hauptverursacher. Kaum verändert haben sich die Unfallzahlen infolge von Alkoholkonsum oder mangelnder Verkehrstüchtigkeit, die im Stadtgebiet um 80  liegen.

Fahrerflucht in Zahlen nahezu unverändert

1190 Mal flüchteten Verkehrsteilnehmer im Jahre 2014 (fast identisch mit dem Vorjahr) nach einem Unfall. Hauptsächlich handelt es sich hier um Beschädigungen anderer Fahrzeuge beim Ein- oder Ausparken. Ursache sind laut Polizei die für heutige Autos viel zu kleinen und engen Parkplätze, vor allem in den Tiefgaragen. Aber auch auf Koblenzer Straßen werden die Parklücken immer enger. Die Aufklärungsquote bei Unfallflucht liegt in Koblenz bei 46,2 Prozent, etwas über dem Landesdurchschnitt. Bei den Unfällen wird statistisch jedoch nicht erfasst wird, ob es sich um männliche oder weibliche Verkehrsteilnehmer handelt.

Die meisten Unfälle im Stadtgebiet gehen zurück auf fehlerhaftes Wechseln des Fahrstreifens (1012) und zu geringer Abstand (2104), also Auffahrunfälle. Absoluter Unfallschwerpunkt (207) ist die Bundesstraße 9 zwischen der A48 und dem Saarplatz. Laut Thomas Fischbach kracht es aber meistens vor der Europabrücke, da hier das Tempo reduziert werden muss und es auch oft Fahrzeugschlangen gibt. Gefährlich sind auch die Ausfallstraßen wie Rübenacher, Trierer und Mayener Straße, wo die Polizei 140 Unfälle registrierte.

Weil rechts und links Autos parken, die Straße kerzengerade ist und daher schnell befahren wird, ist auch die Beatusstraße mit 87 Unfällen ein Schwerpunkt. Bei allen anderen liegen die Zahlen so zwischen 16 und 30. Um die Unfälle zu reduzieren, organisiert die Polizei zahlreiche Präventionsveranstaltungen zum Beispiel in Kindergärten und Schulen unter anderem mit Fahrradführerscheinprüfungen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen legte Polizeidirektor Thomas Fischbach (Mitte) die Unfallbilanz 2014 vor. Foto: HEP

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