Politik | 02.07.2026, 15:24 Uhr

Kommunalhaushalt belastet Bürger

Finanzielle Herausforderungen der Verbandsgemeinde Vallendar und Auswirkungen auf Bürger

Quo vadis, VG Vallendar? Der Blick auf 2027 hat begonnen.

Vallendar. Wer in diesen Tagen die Entwicklung der kommunalen Haushalte verfolgt, erkennt ein beunruhigendes Muster. Überall stehen Städte und Gemeinden unter massivem finanziellem Druck.

Investitionen werden verschoben, notwendige Sanierungen auf später vertagt und freiwillige Leistungen immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Gleichzeitig steigen die Umlagen, die Personalkosten und die gesetzlichen Pflichtaufgaben Jahr für Jahr.

Die Frage ist deshalb berechtigt: Wer bezahlt das eigentlich am Ende? Die Antwort lautet leider immer häufiger: der Bürger.

Ein aktuelles Beispiel liefert die Stadt Bad Sobernheim. Dort hat der Stadtrat zunächst versucht, eine Erhöhung der Grundsteuer zu vermeiden. Stattdessen wurden Investitionen gekürzt, Ausgaben reduziert und andere Einnahmequellen erschlossen. Dennoch verlangte die Kommunalaufsicht weitere Maßnahmen. Am Ende blieb nur die Erhöhung der Grundsteuer, damit der Haushalt genehmigt werden konnte. Das eigentliche strukturelle Problem wurde dadurch jedoch nicht gelöst.

Diese Entwicklung sollte auch uns in der Verbandsgemeinde Vallendar zu denken geben. Denn unsere finanzielle Situation wird ebenfalls von Faktoren bestimmt, die wir vor Ort nur begrenzt beeinflussen können. Bund und Land übertragen den Kommunen immer neue Aufgaben oder erhöhen bestehende Standards. Gleichzeitig reichen die finanziellen Ausgleichsmechanismen häufig nicht aus, um diese zusätzlichen Belastungen vollständig zu kompensieren.

Hinzu kommt die Kreisumlage. Mit inzwischen 47 Prozent fließt ein erheblicher Teil der kommunalen Einnahmen an den Landkreis. Dort sind viele Pflichtaufgaben angesiedelt, die selbstverständlich finanziert werden müssen. Gleichzeitig schränkt diese Umlage den finanziellen Handlungsspielraum der Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden immer weiter ein. Die Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte zu setzen oder notwendige Investitionen vorzunehmen, werden dadurch von Jahr zu Jahr kleiner. Gerade deshalb erwarten viele Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass mit jedem Euro besonders verantwortungsvoll umgegangen wird. Vor diesem Hintergrund darf auch über Prioritäten gesprochen werden.

Der Landkreis hat sich für die Entwicklung eines neuen Corporate Designs entschieden. Allein für das neue Logo wurden rund 60.000 Euro aufgewendet. Hinzu kommen die Kosten für die Umstellung von Briefpapier, Broschüren, Beschilderungen, Fahrzeugen, Internetauftritt und weiteren Anwendungen. Niemand wird behaupten, dass ein modernes Erscheinungsbild grundsätzlich falsch ist. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Ist dies der richtige Zeitpunkt?

Während viele Kommunen um ihre finanzielle Handlungsfähigkeit ringen, Investitionen verschieben und Steuererhöhungen diskutieren müssen, erwarten die Menschen zu Recht, dass öffentliche Mittel zunächst dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für die Bürger entfalten.

Genau deshalb hat die CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat bereits Ende vergangenen Jahres einen Antrag zur strukturellen Weiterentwicklung der Verbandsgemeinde eingebracht. Ziel war und ist es, frühzeitig Transparenz über Investitionen, Sanierungsbedarfe, Personalkosten, Fördermittel und langfristige Finanzentwicklungen zu schaffen. Denn gute Haushaltspolitik beginnt nicht erst mit der Verabschiedung eines Haushaltsplanes. Sie beginnt mit einer langfristigen Strategie.

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen nicht jedes Jahr aufs Neue darüber diskutieren, wo noch gekürzt oder welche Steuer als Nächstes erhöht werden muss. Wir wollen die Verbandsgemeinde so aufstellen, dass wir Entwicklungen frühzeitig erkennen, Prioritäten nachvollziehbar setzen und Entscheidungen auf einer belastbaren Grundlage treffen können. Denn eines darf nicht zur politischen Normalität werden: Dass Bund Aufgaben beschließt, das Land sie weiterreicht, der Kreis die Umlage erhöht und am Ende der Bürger die Rechnung bezahlt.

Leider hat dieser Antrag in den Räten und bei den Planungen noch keine Berücksichtigung gefunden und auch in diesem Jahr wird den von Bürgern gewählten Ratsmitgliedern wenig Gestaltung und Planung überlassen.

Marco Pusceddu

Fraktionssprecher der CDU

im Verbandsgemeinderat Vallendar

Quo vadis, VG Vallendar? Der Blick auf 2027 hat begonnen. Foto: Marco Pusceddu

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Magazin Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Pellenzer Lehrstellenbörse
Sonderseite Pellenzer Lehrstellen- ind Ausbildungsmesse
Empfohlene Artikel
Gespannt verfolgen alle die ersten Hochrechnungen
24

Güls. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde am Sonntagabend auch in Güls aufmerksam verfolgt. Die Ortsgruppe Güls von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte dazu ins Gasthaus „Zum Rebstock“ (Wackeler) eingeladen. Die Veranstaltung war bewusst offen gestaltet – auch Interessierte ohne Parteimitgliedschaft waren eingeladen, die Ergebnisse gemeinsam zu verfolgen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Weiterlesen

Der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU-Koblenz, Philip Rünz (links), Umweltministerin Christine Schneider (Mitte) und SGD Nord-Präsident Joachim Rodenkirch (rechts) beim gemeinsamen Besuch des Mosellums an der Moselstaustufe in Koblenz.
53

Koblenz. Gemeinsam mit Joachim Rodenkirch, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, und Christine Schneider, Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, hat sich der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU-Koblenz, Philip Rünz, das Mosellum an der Moselstaustufe angesehen. Das Besucherzentrum wirkt von außen unscheinbar, bietet innen aber weit mehr, als man vermuten würde.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1139

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Pixabay.com
1019

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
661

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen