Allgemeine Berichte | 10.09.2015

28. Deutscher Flößertag in Koblenz

Flößereibegeisterte und Wissenschaftler treffen sich in der Rhein-Mosel-Stadt

Vom 10. bis 13. September

Quelle: Deutsche Flößerei-Vereinigung

Koblenz. Vom 10. bis 13. September treffen sich in Koblenz etwa 100 Mitglieder von Flößervereinen, Flößereibegeisterte und Wissenschaftler, die sich mit dem Thema beschäftigen, zum 28. Deutschen Flößertag. Veranstalter ist die Deutsche Flößerei-Vereinigung, die 1992 als Dachverband für die regionalen Flößergruppen und als Plattform für die Erforschung dieses alten Gewerbes gegründet worden ist. Seither finden jährlich Tagungen, die Deutschen Flößertage, statt. Dazu erscheint ein Mitteilungsblatt, das die neuesten Nachrichten über die Aktivitäten der Mitgliedsvereine sowie wissenschaftliche Aufsätze bietet, die sich schwerpunktmäßig mit der Flößereigeschichte der Region des jeweiligen Flößertags auseinandersetzen. Holz gehörte als Bau- und Brennmaterial zum Alltagsbedarf. Flößerei, der Transport von Holz auf dem Wasserweg aus holzreichen in holzarme Gebiete, war früher, als Fahrzeuge und Straßen wenig schwerlastfähig waren, ein lebenswichtiges Gewerbe. Auf großen Flüssen wie dem Rhein gab es kommerzielle Flößerei bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Über seine Nebenflüsse bot der Rhein Verbindungen zu den holzreichen Regionen des Frankenwaldes und des Schwarzwalds. Neuendorf, heute ein Koblenzer Stadtteil, und Namedy unterhalb von Andernach waren die Orte, wo die kleineren Fahrzeuge vom Oberrhein in riesige Flöße umgebunden wurden. Sie konnten bis ins 19. Jahrhundert etwas mehr als 300 Meter lang sein. Koblenz bot sich damit hinsichtlich seines Stellenwertes für die Rheinflößerei als Tagungsort an. Außerdem ist die Stadt als wichtiger Standort des Weltkulturerbes Mittelrheintal und unter dem Aspekt des Umgangs mit dem Weltkulturerbe interessant. Denn die Flößerei gehört zu den 27 Gemeinschaften und Gruppen, die als erste in das „Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen worden sind. Es geht um lebendige Tradition, um „Wissen. Können. Weitergeben“, so die Überschrift der Infobroschüre der deutschen UNESCO. Chancen und Möglichkeiten, aber auch Ansprüche, die sich mit der Auszeichnung der Flößerei als Teil des bundesweiten immateriellen Kulturerbes verbinden, werden auf der Tagung vorgestellt, an praktischen Beispielen verdeutlicht und intensiv erörtert werden. Zum Abschluss der Tagung treffen sich die Teilnehmer, teilweise in ihren Trachten, zum Gottesdienst in der Koblenzer Liebfrauenkirche.

Pressemitteilung Deutsche Flößerei-Vereinigung

Quelle: Deutsche Flößerei-Vereinigung

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