Allgemeine Berichte | 31.01.2015

Besucherrekord beim 20. Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters im „Haus Horchheimer Höhe“

Fünf Nadeln für das Ehrenamt

Stadt Koblenz ehrte soziales Engagement

Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig überreichten die Auszeichnungen. privat

Koblenz. Zum 21. Mal veranstaltete das Amt für Jugend, Familie, Senioren und Soziales den Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters für haupt- und ehrenamtlich sozial engagierte Koblenzerinnen und Koblenzer, und die Vielzahl der Gäste fand kaum Platz im großen Saal des Soldatenfreizeitheims „Haus Horchheimer Höhe“: Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Politik, darunter MdL Andreas Biebricher (CDU), MdL Jens Wiechmann und Bundestagsabgeordneter Detlev Pilger (SPD), und verschiedenen städtischen Gremien begrüßte der sichtlich gut gelaunte Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig Vertreterinnen und Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, sozialen Einrichtungen und ambulanten Diensten, aus Gesundheitswesen, Polizei, Sport, Selbsthilfegruppen, Initiativen u.v.a.m..

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom „JekisS“-Kinderchor unter der Leitung der Stellvertretenden Kreis-Chorleiterin im Kreischorverband Koblenz, Waltraut Schmitt. Über 40 Grundschüler der Koblenzer Schenkendorfschule im Alter zwischen sechs und zehn Jahren begeisterten mit originellen Liedern die über 540 Gäste und wurden für ihre mitreißende Darbietung mit begeistertem Applaus belohnt. „JekisS“ steht für „Jedem Kind seine Stimme“ und ist ein Projekt der Musikschule Koblenz, an dem elf Koblenzer Grundschulen beteiligt sind und das - frei nach dem Musikschulen-Motto „Kinder brauchen Musik“ - die kleinen Schängel zum gemeinsamen Singen motivieren will.

Das Prinzenpaar schaute vorbei

Und natürlich ließ es sich das Karnevalsprinzenpaar auch in diesem Jahr nicht nehmen, der Veranstaltung samt Hofstaat einen Besuch abzustatten: Unter großem Beifall zogen Prinz Eric I. und Confluentia Daniela auf die Bühne und brachen auf karnevalistisch-humorvolle Weise sehr zum Vergnügen der geladenen Gäste eine Lanze für das soziale ehrenamtliche Engagement der Koblenzerinnen und Koblenzer.

Im Focus des Neujahrsempfangs stand wie in den Vorjahren die Verleihung der Ehrennadel für soziales Engagement der Stadt Koblenz: Seit 2006 ehrt der Oberbürgermeister damit Persönlichkeiten aus Koblenz, die sich durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit im sozialen Bereich um den Nächsten und die Gemeinschaft verdient gemacht haben. Politik und Verwaltung bringen damit den zu ehrenden Personen Dank und Anerkennung für ihr herausragendes Engagement zum Ausdruck; gleichzeitig soll das Vorbild der Geehrten die Koblenzerinnen und Koblenzer dazu animieren, sich selbst freiwillig für die Gemeinschaft zu engagieren und ein Ehrenamt zu übernehmen.

Nach dem Abmarsch der Tollitäten kamen Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig zum Kern der Veranstaltung: der Verleihung der Ehrennadel für soziales Engagement der Stadt Koblenz. Geehrt wurden:

Lena Störk setzt sich für die Jugend ein

Lena Störk (17), Oberstufenschülerin des Eichendorff-Gymnasiums, engagierte sich seit November 2010 als stimmberechtigtes Mitglied im Koblenzer Jugendrat. 2012 wurde sie mit großer Mehrheit zur Vorsitzenden gewählt. Von Anfang engagierte sie sich „in außergewöhnlichem Maße“ im und für den Jugendrat und setzte entscheidende Impulse für das „Tagesgeschäft“ wie die Projekt-Arbeit. Unter anderem engagierte sie sich bei Großprojekten wie z.B. „BuGa für alle Schängel“, das Koblenzer Kindern und Jugendlichen aus finanziell/sozial schwachen Familien mit kostenlosen Eintrittskarten den Besuch der Bundesgartenschau ermöglichte, und dem von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mit dem „W(ahl)-Award 2013“ ausgezeichneten Projekt „Wahlzeit“ der Rhein-Zeitung. Neben ihrer Mitarbeit bei der Jugendbefragung 2011, in verschiedenen AGs des Jugendrates, dem Jugendforum beteiltigte sie sich auch bei „überregionalen“ Themen wie z. B. der Diskussion über das Kommunalwahlrecht ab 16! Jahren in RLP.

Viktoria Schäfer gibt Nachhilfeunterricht

Viktoria Schäfer (26), Lehramtsstudentin für die Fächer Englisch und Geographie an der Uni Koblenz, gründete 2013 gemeinsam mit der Lehramtsstudentin Jennifer Retz die „Studenteninitiative für Kinder Koblenz e.V.“. Die Initiative, die Ende 2014 in „Koblenz lernt e.V.“ umbenannt wurde, hat das Ziel, Chancengleichheit auch für Kinder aus sozial schwachen Familien, oft mit Migrationshintergrund, durch kostenlos erteilten Nachhilfeunterricht herzustellen: Ein Student gibt einem Schüler einmal in der Woche Nachhilfe. Zusammen mit Maschinenbau-Student Michael Meixner, der fast von Anfang an dabei ist, bilden Schäfer und Retz das Orga-Team der Initiative, die bisher rund 70 ehrenamtlich arbeitende StudentInnen gewinnen konnte und inzwischen mit vier Koblenzer Schulen eng zusammenarbeitet. Im Juni 2014 wurde die Initiative von Ministerin Irene Alt mit dem Förderpreis für Kinder- und Jugendprojekte der Initiative für Integration in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Das soziale Miteinander ist Hans-Jürgen Hofmann wichtig

Hans-Jürgen Hofmann (71) engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für die Integration von Sinti und Roma und das soziale Miteinander auf dem Asterstein, wo er auch lebt: Als Gründer der „Sozialen Siedler“ (1977) war er an der Erstellung des Bauantrags für ca. 50 Häuser und deren Erbauung maßgeblich beteiligt. 1996 rief er den „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ ins Leben mit u.a. dem Ziel, neue Wege für die Integration von Sinti-Musik im kulturellen Bereich zu finden, was u.a. dazu führte, dass Django Reinhardt seine Musik erstmals mit einem Sinfonie-Orchester präsentierte und damit weit über Koblenz hinaus bekannt wurde. Der von Hofmann 2007 gegründete Karnevalsverein „General von Aster“ hat sich neben der karnevalistischen Brauchtumspflege u.a. auch die Nachbarschaftshilfe auf die Fahnen geschrieben und bringt sich mit sozialen wie kulturellen Beiträgen aktiv in die Gestaltung des Höhenstadtteils Asterstein ein.

Michael Hungerberg-Schüller zeigt großes Engagement

Michael Hungerberg-Schüller (62) arbeitet seit rund zehn Jahren engagiert und konstruktiv im Sozial- und Jugendhilfeausschuss der Stadt Koblenz mit.

Der ehemalige ehrenamtliche Schöffe ist Mitarbeiter im Bundesarchiv, gehörte dort lange Zeit dem Brand- und Katastrophenschutz an und konnte im Dezember 2011 als Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen den Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen entgegen nehmen, mit dem die Hauptdienststelle des Bundesarchivs für den hohen Beschäftigungsanteil und die seit Jahrzehnten vorbildliche Integration schwerbehinderter Menschen ausgezeichnet wurde. Hungerberg-Schüller, der den Koblenzer Jugendrat seit vielen Jahren als Beisitzer begleitet und unterstützt, ist außerdem als Stellvertretender Regionaldirektor der ILCO Selbsthilfegruppe Darmkrebs Ansprechpartner für Menschen, die im Krankenhaus liegen, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Wallersheim, Mitglied des Anstaltsbeirats der Justizvollzugsanstalt und seit rund 20 Jahren Mitglied im Hundeverein, wo er dem Vorstand angehört.

Schwester Sixta - Im Dienst der christlichen Nächstenliebe

Schwester Sixta (74) ist seit über einem halben Jahrhundert im Dienst der christlichen Nächstenliebe unterwegs. 1963 trat die ausgebildete Erzieherin in den Orden der Schwestern vom Hl. Geist ein und wurde nach jahrzehntelanger Tätigkeit im Kinder- und Jugendbereich 1996 nach Koblenz in das Alten- und Pflegeheim „Maria vom Siege“ entsendet. Hier kümmert sie sich - trotz Ruhestand - bis heute um das Wohl und ein gutes Miteinander der Heimbewohner: Sie führt den Tante-Emma-Laden im Haus, organisiert und gibt Gymnastik- und Musikstunden und wurde mit dem von ihr praktizierten Gedächtnistraining weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Sie kümmert sich um Seelsorge und Gottesdienst ebenso wie um die Organisation und Durchführung von Karnevalsveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Festen, achtet auf eine gute Betreuung der Heimbewohner und widmet sich darüber hinaus ihren pflegebedürftigen Mitschwestern.

Pressemitteilung

der Stadt Koblenz

Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig überreichten die Auszeichnungen. Foto: privat

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