Im Schloss begeisterte die „Kowelenzer Weihnacht“ der GKKG etwa 350 Besucher
Geballte Ladung Stars präsentiert
Koblenz. Bei diesem tollen Programm war es kein Wunder, dass das Event noch bei sommerlichen Temperaturen in acht Wochen ausverkauft war. So beglückwünschte auch Thomas Than, Moderator und Präsident der Großen Koblenzer Karnevals-Gesellschaft (GKKG) die Gäste im Koblenzer Schloss, da sie die etwa 350 Auserwählten sind, die noch eine Karte für die „Kowelenzer Weihnacht“ ergattert haben.
Die geballte Ladung Stars auf der Bühne kam hauptsächlich aus Koblenz, aus der Region oder waren GKKG-Mitglieder. So der GKKG-Geschäftsführer Dirk Crecelius mit seiner Musikgruppe „AltstadtPänz“. Das ist jetzt eine Drei-Generationen-Band: Gründer Dirk Crecelius, Sohn und Enkel. Und so hatten die AltstadtPänz dann auch gesangliche Verstärkung vom Kinderchor der Gruppe Lollypop der Kindertagesstätte Eulenhorst, wobei Laura und Julius bei dem Lied „Ich wünsche mir vom Christkind“ (Song der Höhner) als Solisten begeisterten. Aber auch Susi Elmers, Confluentia im Buga-Jahr 2011 (Funken Rot-Weiß), erhielt nach ihrem Solo, begleitet von den „AltstadtPänz“, großen Beifall des Publikums.
„Dat goldisch Herzje“ nannte Anja Balschun ihre lustige Geschichte von Opas Geburtstag am Nikolaustag und der dänischen Weihnachtsbowle mit „Rudwein“ und Sauerkirschen, wo sie auch Loriots Sketche, unter anderem „Früher war mehr Lametta“, eingebaut hatte.
Die 17-jährige Künstlerin Jana Highholder aus Koblenz ist als leidenschaftliche Slammerin in ganz Deutschland unterwegs und erfüllt die Bühnen mit wortgewaltigen Texten. So auch bei der „Kowelenzer Weihnacht“, bei der sie „Zeit“ als Poetry Slam näher brachte: „Zeit haben wir zu wenig und sie vergeht zu schnell. Warum verschwenden wir Zeit?“ fragte Jana, der es auch hier gelang, mit ihrer Ausstrahlung und Lebensfreude die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.
Dass Weihnachten in Supermärkten, Discountern und anderen Geschäften bereits im Oktober beginnt, machten Mareike Alsbach und Thomas Than unter Begleitung von Johannes Fischer an der Orgel deutlich. Bei prächtigem T-Shirt-Wetter werden Paletten von Spekulatius, Printen und Kerzen geliefert. Und zum Schluss gibt es dann noch Kunstschnee auf der Löhrstraße, beschrieben die beiden Vortragenden das Szenario und trugen ein Weihnachtslied von den Höhnern, umgemünzt auf Koblenz, vor: „Un die Türme vum Castor-Dom han alles em Bleck. Se ston un halden Waach!
Se läje sich nie hin - se schlofe niemols en, och nit in dr Hillje Naach.“
Ein karnevalistisches Urgestein ist 80 Jahre alt geworden, kündigte Than schließlich den nächsten Auftritt an: Hans Nobel. Der hatte noch einige lustige Verse parat: „Küsset niemals einen Hund, denn das ist sehr ungesund.“ Und: „Meine Tochter wollt einen Schwarzen mitbringen: Den schmeiß ich hochkantig raus, denn ich bin bei der SPD, von der CDU kommt mit keiner ins Haus.“ Präsident Thomas Than wünschte sich, dass Hans Nobel auch bei der kommenden GKKG-Prunksitzung auftritt.
Zeit für ein Lächeln gab dann der bekannte Jazz-Sänger Peter Petrel, geboren im thüringischen Kyffhäuserkreis und dann bei Hamburg zu Hause, wohnt jetzt im Hunsrück. Trotz seines leichten Schlaganfalls im Januar stand der 75-Jährige jetzt auf der „Kowelenzer Weihnachtsbühne“ und sang mit seiner mächtigen Jazzstimme „Marys boychild“ und „White Christmas“.
Das Vokalensemble Mittelrhein ist ein gemischter Chor mit rund 50 Aktiven, die aus mehr als 20 verschiedenen Orten von beiden Seiten des Rheins kommen, um sich einmal in der Woche zur Probe in Boppard zu treffen. Dieser vor 15 Jahren gegründete Chor unter Leitung von Winfried Kahl sang acht bekannte Weihnachtslieder. Der im Karneval als Clown Felix bekannte Wladimir Elsner berichtete, was „An jenem Morje“ geschah und Manfred Gniffke gab, begleitet von Sohn Michael auf der Gitarre, Mundarttexte musikalisch zum Besten mit dem Bläck Föss-Song „Unser Stammbaum“. Nach „Dat Honigkocheherz“ von Wolfgang Mayr und den Liedern des Tenors Stefan Strunk kamen alle Künstler des Abends zum großen Finale auf die Bühne und brachten gemeinsam Weihnachtslieder zu Gehör. Der Dank des Publikums war frenetischer Beifall für eine gelungene „Kowelenzer Weihnacht“.
