Allgemeine Berichte | 27.02.2013

Landesbibliothekszentrum Koblenz

Geschichte guter Tropfen

Am 7. März startet eine Ausstellung von Weinkarten ab dem 19. Jahrhundert

Künstlerisch aufwendige Karten zeugen vom Weingeschmack des 19. und 20. Jahrhundert.privat

Koblenz. Eine Ausstellung seltener Weinpreislisten vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wird unter dem Titel „Weine und Weinpreise im Spiegel gastronomischer Weinkarten“ am Donnerstag, den 7. März um 19 Uhr im Landesbibliothekszentrum in Koblenz eröffnet. Wie bei vielen Konsumgütern lässt sich auch beim Weingenuss zurück blickend ein tief greifender Geschmackswandel beobachten. Er kann sich auf den Ausbau der Weine beziehen (lieblich bis trocken), die Farbe (Rotwein oder Weißwein), die Rebsorte oder das Anbaugebiet mit seinen gebietstypischen Merkmalen. Beispielhaft ist dieser Wandel seit der Mitte des 19. Jahrhunderts am „Riesling-Boom“ an der Mosel zu beobachten, der den Winzern nach Jahrzehnten der Not ein ordentliches Einkommen bescherte und der Anbauregion Mosel eine internationale Wertschätzung. Derartige Veränderungen lassen sich kaum besser nachvollziehen als in den Weinkarten und -preislisten der gastronomischen Einrichtungen und der Weinhändler. Es zeigt sich beispielhaft, dass die Weine der Mosel um die Wende zum 20. Jahrhundert Preise ähnlich den teuersten Bordeaux-Weinen erzielten und im regionalen Angebotsspektrum einen immer breiteren Raum einnahmen. Im Rahmen der Ausstellung wird aus dem umfangreichen Bestand des Weinkarten-Sammlers Manfred Rauscher eine Auswahl der Weinkarten der vornehmsten Häuser (unter anderem Adlon, Bremer Ratskeller) wie auch der heimischen Gastronomie präsentiert. Viele dieser Karten sind künstlerisch sehr aufwendig gestaltet. Als ehemalige Gebrauchsobjekte sind die Karten heute sehr selten und wertvoll. In jedem Fall liefern sie Zeugnis ab über die Weinpreisentwicklung und den Weingeschmack der Zeit. Laufzeit der Ausstellung: 7. März bis 30. April. Der Eintritt ist frei. Homepage: www.lbz-rlp.de.

Künstlerisch aufwendige Karten zeugen vom Weingeschmack des 19. und 20. Jahrhundert.Foto: privat

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