Allgemeine Berichte | 12.05.2026, 19:16 Uhr

Historische Entdeckungstour an der Lahn

Lahnsteiner Altertumsverein erkundet Geschichte von Dausenau und Bad Ems

Die Mitreisenden vor der historischen Lahnansicht in Dausenau
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Lahnstein. Der Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V. unternahm einen Ausflug an die Lahn.

Auf historischen Pfaden durch Dausenau und Bad Ems gewandelt

Dausenau an der Lahn war das erste Ziel des Halbtagsausflugs des Lahnsteiner Altertumsvereins.

Die mittelalterliche Siedlung und Stadt (1348), die den Grafen von Nassau unterstand, wurde im 14. Jahrhundert mit einer Ringmauer befestigt, die weitgehend erhalten ist. Auch darf sie sich bis heute mit einem mustergültig restaurierten Alten Rathaus schmücken, das als zweitältestes Fachwerkrathaus Deutschlands gilt. Ob die historische Eiche wirklich 1000 Jahre alt ist, glaubte auch Gästeführerin Heidi Jung nicht, die viel Interessantes über die Geschichte ihrer Heimatstadt zu berichten wusste.

Sie schritt mit der Lahnsteiner Gruppe einen Teil der fast 700 Jahre alten Stadtmauer ab und erklärte den vor 1359 errichteten Schiefen Turm. Dank der engagierten Arbeit des Vereins „Historisches Dausenau „ sind der Mauerverlauf und die Türme gut ausgeschildert und teilweise durch 3D-Grafiken rekonstruiert. Dank der Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) erhält der Besucher eine ziemlich realistische Vorstellung, wie die Stadtmauer und die Türme im Mittelalter ausgesehen und wie sie auf die damaligen Menschen gewirkt haben könnten.

Wie in Niederlahnstein gibt es auch in Dausenauer ein (derzeit geschlossenes) „Historisches Wirtshaus an der Lahn“ aus dem 17. Jahrhundert. Abschließend besuchte die Gruppe die gotische Kirche St. Kastor, das wichtigste Kulturdenkmal Dausenaus mit bedeutenden mittelalterlichen Wandmalereien, Glasmalereien und einem gotischen Flügelaltar. Bevor eine Kirchenführung den Abschluss des Rundgangs bildete, gab es eine Stärkung für alle Teilnehmer.

Zweite Station der Exkursion war Bad Ems, wo Dr. Hans-Jürgen Sarholz, Historiker und ehemaliger Leiter des dortigen Stadtarchivs, die Gruppe zunächst durch Alt Ems und dann ins Kurviertel führte. Kompetent erläuterte er die Bergbaugeschichte, die 1945 endete und dank des Einsatzes Ehrenamtlicher seit den 1980er Jahren wieder in Erinnerung gerufen und deren Relikte bewahrt werden. In das einst für die Grube errichtete E-Werk zog vor einigen Jahren „Deutschlands schönster Lidl“ ein. Während das Emser Bergbaumuseum für die Stadtführung zu weit außerhalb gelegen war, wurden aber im Stadtteil Alt Ems der Eingang zum „Stadt-Stolln“ und die Trasse der ehemaligen Bergbaubahn gezeigt.

Über die Römerstraße ging es zum Kurviertel. Dr. Sarholz, der sich erfolgreich bei der UNESCO für die Aufnahme von Bad Ems als Teil der Great Spa of Europe eingesetzt hatte, zeigte den Kursaal, mit seinen Säulen aus Lahnmarmor und Kronleuchtern. Außen weisen am Boden befestigte Messingplatten auf berühmte Kurgäste des Weltbades hin. An Kaiser Wilhelm, der zu Lebzeiten oft in Ems zur Kur weilte, erinnert heute in den Lahnanlagen eine lebensgroße Skulptur, die ihn in Zivilkleidung präsentiert. Auch ein Abstecher ins älteste Kurhotel am Platze mit dem Emser Kränchen durfte bei der Führung nicht fehlen. Voller schöner Eindrücke und neuem Wissen ging es zurück nach Lahnstein, nicht ohne auch dem Vorsitzenden Dr. Seibert für die Organisation dieses Ausflugs zu danken.

Die Mitreisenden vor der historischen Lahnansicht in Dausenau Foto: Bernd Geil

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