Altstadt im Wandel - wie kann das Land helfen?
Landtagsabgeordnete wollen sich für die Altstadt einsetzen
aus Koblenz
Im Rahmen der Reihe „Altstadt-Dialog“ hatte die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Anna Köbberling (SPD) und Philip Rünz (CDU) zu einem Diskussionsabend eingeladen. Beide als regierungstragende Landtagsabgeordneten - und zugleich Mitglieder des Koblenzers Stadtrates - diskutierten mit zahlreichen Altstädter und Altstädterinnen über strukturelle und aktuelle Themen.
Zunächst umrissen Beide die Perspektiven und Zielsetzungen der neuen Landesregierung, stellten ihre Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Wirtschaft (Dr. Anna Köbberling) sowie Innenpolitik und Sicherheit (Philip Rünz) vor und bekräftigten ihr Engagement für Koblenz und damit auch die Alt- und Innenstadt.
Engagiert diskutiert wurden die Frage der Rahmenkonditionen um Sperrstunden, Verweil- und Alkoholverbotszonen in der Koblenzer Altstadt umzusetzen. Nach Absicht von Anwohnern kann es nicht sein, dass durch Feiernde noch am frühen Morgen, insbesondere samstags und sonntags zwischen fünf und acht Uhr, die Altstadt nicht zur Ruhe käme. Alle unterstrichen dabei, daß eine lebendige Altstadt ausdrücklich erwünscht sei, aber als Kulisse für ausufernde Events, Junggesellenabschiede, Besäufnisse und Auswüchse wolle man nicht herhalten. „Mancherorts ist das Gleichgewicht verloren gegangen“ fasste eine Teilnehmerin dies zusammen.
Beide Landtagsabgeordneten betonten die Abwägung von Interessen der Wohnqualität und die einer lebendigen Altstadt, versprachen aber hier nochmals nachzusteuern und die gegebenen Kontrollmöglichkeiten nachzuhalten.
Bei der Frage der Videoüberwachung an „Hotspots“ gab es unterschiedliche Einschätzungen zur Wirksamkeit, wobei jedoch Übereinstimmung herrschte, dass man sich von dem Gedanken verabschieden müsse, damit ein Allheilmittel einzusetzen. Die Unterstützung der Einsatzkräfte und das subjektive Sicherheitsempfinden wären aber zu berücksichtigen.
Ein weiteres Thema waren die Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten durch das Land Rheinland-Pfalz u.a. aus dem Bundesinvestitionsprogramm („Sondervermögen“) bei der Fortentwicklung, Revitalisierung und Sanierung öffentlicher Räume. Alle hoffen, daß damit zeitnah auch das Projekt Münzmeisterhaus angegangen werden kann und nahmen die Entscheidung mehr Geld für die Kommunen bereitzustellen sehr positiv auf.