Allgemeine Berichte | 26.09.2013

19. Koblenzer Mendelssohn-Tage

Lauda Sion und weiteres Gotteslob

Chor- und Orchesterkonzert mit Werken von Elgar, Bach, Mendelssohn und anderen in der Basilika St. Kastor

Für eine beeindruckende Leistung bei dem Konzert erhielten die Musiker lang anhaltenden Applaus.BSB

Koblenz. Als Gotteslob schufen Edward Elgar, Johann Sebastian Bach, Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy die vier Werke, die in der Basilika kürzlich als drittes Konzert des Festivals aufgeführt wurden. Die ersten beiden, „Sursum Corda“ und die Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, dirigierte Lancelot Fuhry. Sein Dirigierstil wirkte, mit immer wieder großen Gesten, sehr elegant. Sich weit zum Orchester vorbeugend, nahm er jeden einzelnen Musiker mit auf die Reise durch die großen Orchesterwerke.

Eine Reise durch die großen Orchesterwerke

Im Jahr 1894 schuf der englische Komponist Edward Elgar sein „Sursum Corda“, ein heute eher selten aufgeführtes Werk in drei Sätzen für Streicher, Bläser, Orgel und Pauke, das seine Erstaufführung in der Worcester Cathedral erfuhr. Die Dynamik mit an- und abschwellendem Klanggefüge und überwältigendem musikalischen Höhepunkt vermochte das Staatsorchester Rheinische Philharmonie mit seiner ganzen orchestralen Kraft großartig umzusetzen. Ein exzellenter Hörgenuss. Die Sopranistin Gerlinde Illich überzeugte gleich mehrfach bei dem festlichen Konzert. Besonders bei der berühmten Bach-Kantate, op. 51, zeigte sie sich den technisch anspruchsvollen Herausforderungen des Werks völlig gewachsen. Mit virtuosen Koloraturen jubilierte sie, wie es wohl ganz in Bachs Sinne gewesen wäre. Selbst wenn der Liedtext dabei nahezu völlig unterging, was aber auch dem Widerhall im Kirchenraum geschuldet war, war das klangliche Erlebnis imposant. Illich verstand sich gut zu behaupten gegenüber dem dezent und feinfühlig die Sängerin begleitenden Orchester. Mit ihrem Gesang verzauberte sie die Kirche und berührte die Herzen der Zuhörer. Mit den beiden im vierten Satz hinzukommenden, miteinander korrespondierenden Violinen wurde der typische „Bach-Klang“ erreicht, der wie ein schwungvoller Swing des 18. Jahrhunderts erscheint.

Grandiose Leistung der Musiker

Der grandiosen Leistung der Musiker applaudierte am Schluss nicht nur der Dirigent Lancelot Fuhry. Für das dritte Konzertstück, „Lobgesang“ von Fanny Hensel, schritt die große Anzahl der Chorsänger über die Seitenschiffe zum Altarraum. Das Collegium Vocale Koblenz, bei dem auch der Vorsitzende des Vereins Koblenzer Mendelssohn-Tage, Hans Courbier, mitsingt, sorgte zusammen mit dem Vokalensemble und Jugendkammerchor an der Liebfrauenkirche für die benötigte gewaltige, das Orchester gar überlagernde Chorpräsenz. Regionalkantor Manfred Faig schaffte es mit entspannter Gelassenheit und doch großer Aufmerksamkeit, die Chorstimmen, das Orchester und die Gesangssolisten souverän in einer volltönenden Einheit zusammenzuhalten. Ihrem Sohn Sebastian hatte Fanny Hensel die Kantate, in der sie Texte aus dem Alten und Neuen Testament zusammenfügte, ein Jahr nach seiner Geburt gewidmet. Die Freude über die Geburt des Kindes ist das musikalische Wesen des Werkes, bei dem von Chorgesängen umrahmt, Monica Mascus mit ihrer Alt-Stimme und noch einmal die Sopranistin Gerlinde Illich mit warmer Ausdruckskraft jeweils Solo sangen.

Der absolute Höhepunkt: „Lauda Sion“

Glaubte man bis hierher, eine Steigerung des Gehörten sei kaum noch möglich, war „Lauda Sion“ am Schluss natürlich der absolute Höhepunkt. Das 1846 in Lüttich uraufgeführte Werk ist eine der großen Hymnen zum Fronleichnamsfest in der Katholischen Kirche. Das relativ unbekannte, aber großartige Werk ist Mendelssohns einzige Komposition für die Katholische Kirche. Da bei Lauda Sion gleich vier Gesangssolisten gebraucht werden, erhielten Illich und Mascus Verstärkung durch Ji-Soo Kim (Tenor) und Jongmin Lim (Bass). Dazu entfaltete sich mit dieser Aufführung der große Chor wie ein eigenes Musikinstrument zu seiner ganzen Klanggewalt, wobei sich das Orchester aber durchaus sehr selbstbewusst einzubringen verstand. Faig war anzusehen, welche große Freude er bei dem Dirigieren des Werkes hatte, das natürlich besonders dank der großen stimmlichen Leistung von Chor und Solisten die zahlreichen Zuhörer in der Basilika begeisterte. Das hochkarätige Konzertprogramm überzeugte derart, dass der Applaus am Ende gar nicht abebben wollte. „Von mir aus hätte es noch Stunden so weiter gehen können“, resümierte eine begeisterte Zuhörerin.

Sopranistin Gerlinde Illich und Dirigent Lancelot Fuhrys.

Sopranistin Gerlinde Illich und Dirigent Lancelot Fuhrys.

Für eine beeindruckende Leistung bei dem Konzert erhielten die Musiker lang anhaltenden Applaus.Fotos: BSB

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