Politik | 17.07.2014

Fünf Jahre halboffene Weidelandschaft Schmidtenhöhe - ein Resümee

NABU-Präsident besucht Beweidungsprojekt

NABU-Delegation aus Koblenz, Mainz und Berlin auf der Schmidtenhöhe.privat

Koblenz. Seit 2009 betreibt der NABU Rheinland-Pfalz mit der NABU-Gruppe Koblenz und Umgebung das Beweidungsprojekt im europäischen Naturschutzgebiet Schmidtenhöhe bei Koblenz. Mit Taurusrindern und Konik-Pferden soll das Zuwachsen des ehemaligen Truppenübungsplatzes verhindert werden, um den Lebensraum vieler seltener Arten zu erhalten. Jetzt kam der Präsident des NABU-Bundesverbandes, Olaf Tschimpke, aus Berlin, um eine Bilanz nach fünf Jahren Beweidung zu ziehen. NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Die vor der Beweidung vorhandene starke Verbuschung des Gebietes konnte durch die Taurusrinder und Konikpferde aufgehalten, und damit ein wichtiger Beitrag für den Erhalt einer hohen Artenvielfalt geleistet werden.“ Sehr schnell hätten es die Tiere geschafft, die dichte, verfilzte Vegetation zu beseitigen. Heute könnten hier wieder Samen seltener Pflanzen, wie z. B. von Orchideen keimen, wo sie früher keine Chance hatten. Auch die Amphibienbestände könnten sich in den Tümpeln wieder gut fortpflanzen, weil das Zuwachsen durch die Rinder verhindert würde. Dadurch konnte das Land Rheinland-Pfalz seine Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union erfüllen; für das europäische Schutzgebiet, bzw. die hier vorkommenden, wertgebenden Arten, gilt nämlich, dass sich der Erhaltungszustand nicht verschlechtern darf. Bei einer Wanderung durch das Gebiet lässt sich heute eine typische Savannenstruktur erkennen, wie sie auch in den Savannen Afrikas zu finden ist. Neben einzelnen Büschen und Baumgruppen gibt es von den Rindern und Pferden frei gefressene Bereiche. So können Tiere mit sehr unterschiedlichen Lebensraumansprüchen dicht beieinander existieren. „Deshalb gehören diese halboffenen Weidelandschaften zu den artenreichsten Gebieten in Europa“, so Tschimpke. Der NABU ist zuversichtlich, dass sich die Artenvielfalt im Schutzgebiet weiter erhöhen wird. „Fast jedes Jahr wird hier eine neue Vogelart entdeckt – inzwischen über 136 Arten.“ Im Gebiet kommen auch alle Molcharten vor, die es in Rheinland-Pfalz gibt. Über 450 verschiedene Pflanzenarten bieten die Grundlage für viele seltene Schmetterlinge und Heuschrecken. Auch Pilzexperten sind begeistert von der Fülle der hier vorkommenden, teilweise sehr seltenen Pilzarten. Siegfried Schuch, der Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz freut sich auch über die Zusammenführung von Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung: „Der laufende Betrieb des Projektes finanziert sich ohne Zuschüsse des Naturschutzes alleine über die landwirtschaftliche Nutzung – ein wirkliches Beispiel für die Strategie „Naturschutz durch Nutzung“, so Schuch. Der NABU hat sich gegenüber der Stadt Koblenz und dem Land Rheinland-Pfalz verpflichtet, die Fläche 20 Jahre lang kostenfrei zu beweiden. Das Beweidungsgebiet auf der Schmidtenhöhe kann auf einem Rundwanderweg erkundet werden. 16 Informationstafeln informieren über das Projekt, über die vorkommenden Tiere und Pflanzen und über die Naturschutzbedeutung der Beweidung. Darüber hinaus bietet der NABU auch viele Exkursionen und Planwagenfahrten im Gebiet an. Nähere Informationen dazu auf http://www.nabu-koblenz-umgebung.de/

Pressemitteilung der NABU-

Regionalstelle Rhein-Westerwald

Taurusrinder sollen das Zuwachsen des Geländes verhindern.

Taurusrinder sollen das Zuwachsen des Geländes verhindern.

NABU-Delegation aus Koblenz, Mainz und Berlin auf der Schmidtenhöhe.Fotos: privat

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