Bildungszentrum der Handwerkskammer Koblenz bot über zehn Stunden ein fantastisches Riesenevent
Nacht der Technik lockte tausende Gäste
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner produzierte virtuelle Schweißnaht
Koblenz. Was hat eine Bundeslandwirtschaftsministerin bei einem Technikevent zu suchen? Sehr viel, denn „ohne Technik und Digitalisierung wird die Zukunft der Landwirtschaft nicht funktionieren“, begründete Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihren Besuch der 13. Nacht der Technik im Metall- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Koblenz in der August-Horch-Straße.
Klöckner gehörte mitsamt der Mainzer Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt zu den mehr als 10.000 Besuchern, die angetan waren von diesem rund zehnstündigen Event. Kein Wunder, denn was die Handwerkskammer da auf die Beine gestellt hatte, konnte sich wirklich hören und sehen lassen: 70 Vorträge und 130 Handwerks- und Technikbetriebe sowie das HwK-Bildungszentrum zeigten an ihren Ständen, was sie können, und animierten die Besucher zu Mitmachaktionen. Dazu zählten unter anderem Fahrsicherheit und Grenzbereiche im Überschlagssimulator erleben, digitales Lernen mit der VR-Brille, mit der CNC-Technologie drehen und fräsen, Spielereien für jedermann mit der Steuerungs- und Automatisierungstechnik, Spritzgießen von Delikatessenschalen handwarm zum Mitnehmen, Online-Steuerung im Haus ausprobieren, Smart Living live und virtuell erleben mit der VR-Brille, mit Roboter den eigenen Namen schweißen, ferner wurde mit der „Augmented Reality Technology“ der beste Schweißer gesucht, es gab Prüftechnik zum Mitmachen und Anfassen, Carrera-Bahnrennen gegen den Computer, Strampeln für eigenes Filmerlebnis, mit CNC-Technik Holz bearbeiten, Geschicklichkeitsbaggern für jedermann, mitfahren auf der kleinen Dampfeisenbahn.
An einigen Aktionen beteiligte sich auch Ministerin Julia Klöckner, so beim Schweißwettbewerb, bei dem sie von der virtuellen Naht überrascht war. „Ich freue mich hier zu sein, denn hier in der Region ist viel Grips und Hirn, und es wird viel entwickelt. Durch die Digitalisierung werden Handwerksberufe immer interessanter für junge Leute, Handwerk und Technik heißt Zukunft“, betonte sie.
Viele junge Menschen besuchten die Nacht der Technik, deren Spektrum von Virtual Reality, Internet der Dinge, CNC-Werkzeugmaschinen, CAD-CAM-Technologien, verschiedenen Fertigungsverfahren, Steuerungsherstellung, Roboter in der Fertigungstechnik, Automatisierung und Mechatronik in der Produktion, Prozessoptimierung, Laserstrahlschneiden, -schweißen, -gravieren und -beschriften über additive Fertigungsverfahren, 3D-Druck, moderne Füge- und Trennverfahren, Prüftechnik, moderne Werkstoffe und Materialeffizienz, Energietechnik der Zukunft, Fernbedienung und Visualisierung in der Gebäudesteuerung, Telekommunikations- und Informationstechnik, Einblicke in Mechanik und Elektronik eines Kraftfahrzeuges bis hin zu zukunftsgerichtete Antriebskonzepte, Elektromobilität, Brennstoffzellentechnik, Leichtbau, effizientes Bauen, innovative Stein- und Holzbautechnik, Technik am Dach, CAD im Bauhandwerk und Technikaktionen für Kinder reichte.
Dazu kamen 70 interessante Vorträge durch Firmen, Fachverbände, Forschungsinstitute, Hochschulen und Handwerkskammer. Auch hier wieder ein riesiges Spektrum wie beispielsweise Patentrecht, Sternenhimmel, Astrophysik, Solarmodule und Klimaschutz, Klimakiller Methangas, Physikshow, Rasterelektronenmikroskopie im Maschinenbau, die Arbeit von Astronaut Alexander Gerst in der ISS sowie ein Referat von Dr. Sigmund Jähn (81), der vor 40 Jahren als erster Deutscher im Weltall war, 3D-Druck in der Medizin, Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz und Robotern, zwölf Mal eine Lasershow mit Musik, Elektromobilität und Autofahren im Jahr 2059, Mythen und Fakten zum Mikrowellenherd.
Verantwortlich für diese technische Supershow ist Dr. Friedhelm Fischer, Leiter der HwK-Berufsbildungszentren, der für die Nacht der Technik unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ etwa 200 Mitarbeiter der Handwerkskammer eingesetzt hatte: „Für den Aufbau brauchten wir zwei Tage, für den Abbau einen“, erläuterte er und weiter: „Wir beginnen jetzt schon mit den Vorbereitungen für die 14. Nacht der Technik im nächsten Jahr. Denn mit dieser Image-Veranstaltung werben wir auch um Nachwuchs.“
Für die Besucher hatte die 13. Nacht der Technik jedoch auch einen kleinen Nachteil: Es war schier unmöglich, selbst in 10 Stunden alle Ausstellungen zu sehen, alle Vorträge zu hören und bei allen Aktionen mitzumachen. Dennoch waren die Besucher begeistert von dieser tollen Nacht der Technik, bei der es natürlich auch Essen und Getränke und sogar eine Liveband gab. HEP
Auch Kinder und Jugendliche hörten sich interessiert die Erklärungen zur Technik an.
Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt interessierte sich für das virtuelle Schweißen.
Hackerspace heißt der neue 25 Mitglieder starke Verein, der sich mit IT beschäftigt und im Rahmen der Techniknacht vorstellte.
Hans Peter Höfer (vorne rechts), Fachbereichskoordinator des Holzbereichs, informierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner über die neuste Bearbeitungstechnik. Fotos: HEP
