Lokalsport | 11.05.2026

Erfolgreiche Ruderer des Post-SV Koblenz bei EUREGA

Ruderer des Post-SV Koblenz erfolgreich bei der Europäischen Rheinregatta 2026 nach Bonn

Von links nach rechts: Axel Bartsch, Helmut Müller, Hartmut Kosche, Hans-Jürgen Schwan, Heiko Löwenstein.

Koblenz. Vor Kurzem fand die 34. Europäische Rheinregatta mit Zielort Bonn statt.

Die Ruderer des Post-SV Koblenz waren in diesem Jahr durch Markus Müller, der mit einer Renngemeinschaft aus Berliner und Kölner Ruderkameraden an den Start der 100km Strecke ging, sowie dem Post-SV Masters-Vierer, der die 45km Distanz in Angriff nahm, vertreten.

Die Mannschaft um Markus Müller, die unter dem Teamnamen „Krümmelmonster“ aus Berlin“ antraten, wartete um 9 Uhr zusammen mit den 18 gegnerischen Booten im Schutzhafen St. Goarshausen auf den Start.

Kurz darauf ging es dann los auf die 100km Strecke nach Bonn. Gestartet wurden die Doppelvierer mit Steuermann in vorher festgelegter Reihenfolge im Abstand von ca. 20 Sekunden. Die „Krümmelmonster“ durften erst als letzte die Startlinie überqueren. Trotz namhafter Konkurrenz schaffte es die Mannschaft um Markus Müller schon auf der ersten Streckenhälfte alle anderen Boote zu überholen und setzte sich ab dem Braubacher Grund an die Spitze des Feldes. Die Führung war bis zum Ziel nicht mehr ernsthaft in Gefahr und so wurde in Bonn nach 5:22:28 Stunden ein sicherer Gesamtsieg gefeiert. Die Teams „Warp 5“ (Bonn) und „Kekse aus Cannstatt“ (Stuttgart) belegten mit über 15 Minuten Rückstand die Plätze 2 und 3.

Gegen 12:45 Uhr ging es dann in Neuwied für den Master-Vierer „Kowelenzer Buhnenbrecher“ des Post-SV Koblenz mit der Besetzung Hans-Jürgen Schwan, Axel Bartsch, Helmut Müller und Schlagmann Heiko Löwenstein, unterstützt durch Steuermann Hartmut Kosche von der Neuwieder RG, für 45km aufs Wasser in Richtung Bonn. Gestartet wurde in der Altersklasse Männer E (Mindestdurchschnittsalter 55 Jahre), was für die Koblenzer mit dem Altersdurchschnitt von 64,5 Jahren kein Vorteil war. Der Regattastart erfolgte im Einzelstartmodus, bei dem alle 90 Sekunden ein Boot ins Rennen geht. Die Männer vom Eck waren als Letzte an der Reihe.

Bei guten äußeren Bedingungen wurde schon nach wenigen Kilometern der erste Konkurrent überholt. Im Laufe der Regatta gelang das noch bei drei weiteren direkten Gegnern, wobei eine Renngemeinschaft aus Frankfurt, Heidelberg und Wiesbaden den Koblenzern über mehrere Kilometer Paroli bot. Bis zum Ziel in Bonn konnten noch weitere Boote aus anderen Klassen eingefangen werden. Zu einem Unglück kam es fast, als ein Passagierschiff bei Unkel ohne jede Vor- und Umsicht ablegte und beinahe den Post-SV-Vierer sowie drei weitere Ruderboote rammte. Steuermann Hartmut Kosche fuhr trotzdem Kampflinie, so als wollte er mit den Ruderblättern das Moos von den Bojen kratzen. Beim Passieren des Nonnenwerths mussten die Buhnenbrecher dann doch dem hohen Anfangstempo Tribut zollen, die ersten Krämpfe setzten bei der Mannschaft ein. So quälten sich dann die Männer um Steuermann Hartmut Kosche die letzten 11 km bis nach Bonn. Nach der Durchfahrt der Bonner Südbrücke zog Schlagmann Heiko Löwenstein 1000m vor dem Ziel trotzdem noch zu einem letzten Spurt an. Nach 2:25:27 Stunden war das Ziel in Bonn erreicht und wie sich später herausstellte auch der Klassensieg, mit einem Vorsprung von 4:17 Minuten auf die zweitplatzierte Renngemeinschaft aus Frankfurt, Heidelberg und Wiesbaden. Dritter wurde das Team „Rheingau-Express“ aus Eltville.

Sensationellerweise schafften es die „Kowelenzer Buhnenbrecher“ sogar, trotz ihres Durchschnittsalters von 64,5 Jahren, die zweitschnellste Gesamtzeit von 56 Booten, über alle Altersklassen hinweg, zu errudern. Es fehlten nach 45km Renndistanz nur 37 Sekunden auf den Gesamtschnellsten der 45km Strecke, ein Mixed-Vierer der offenen Leistungsklasse, der als Renngemeinschaft aus Stuttgart, Köln und Emscher Wanne-Eickel-Herten an den Start ging. Dabei liest sich die Besetzung diese Mixed-Vierers ein bisschen wie das kleine „Who is Who“ des deutschen Rudersports:

• Matthias Auer, u. a. Weltrekordhalter im Ergo Rudern auf der Marathondistanz und Weltrekordhalter im Ergo Tandemrudern über 24h

• Henning Osthoff, u. a. Streckenrekord „Rund um den Genfer See“ 160km und Weltrekordhalter im Ergo Tandemrudern über 24h

• Hannah Bornschein, u. a. ehem. Deutschlandkader, Sieg beim Rheinmarathon

• Marion Osthoff, u. a. Sieg beim Rheinmarathon

• Steuerfrau Eva Hoffmann

Gegen dieses Aufgebot an Spitzenruderern so knapp zu scheitern ist sicher keine Schande, zumal diese altersmäßig die Kinder der Koblenzer Mannschaft hätten sein können. Matthias Auer hat es sich daher nach dem Rennen auch nicht nehmen lassen, den Kowelenzer Buhnenbrechern für diese Leistung zu gratulieren.

Die Siegesserie der Langstreckenruderer des Post-SV Koblenz setzt sich damit auch in diesem Jahr fort und die Europäische Rheinregatta 2026 kann nur als voller Erfolg gewertet werden.

Markus Müller (ganz links) mit seiner Renngemeinschaft.

Markus Müller (ganz links) mit seiner Renngemeinschaft. Foto: Kerstin Bartsch

Von links nach rechts: Axel Bartsch, Helmut Müller, Hartmut Kosche, Hans-Jürgen Schwan, Heiko Löwenstein. Foto: Kerstin Bartsch

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