Lokalsport | 08.01.2015

Koblenzer konnte bei der deutschen Meisterschaft im Kyokushin-Karate seinen Titel erfolgreich verteidigen

Sein großes Kämpferherz nutzt Zhelyazko Zhelev auch als Sozialarbeiter

Die Wettkämpfer im Kreis der Vereinskameraden: Andreas Fitz (vordere Reihe, Zweiter von links), Marc Kuntz (rechts daneben), Roman Weber (hintere Reihe, Zweiter von links) und Trainer Zhelyazko Zhelev (hintere Reihe, Vierter von links).

Koblenz. Der sozial engagierte Koblenzer Karate-Meister Zhelyazko Zhelev konnte sich bei der offenen deutschen Meisterschaft im Kyokushin-Karate in Gaggenau gegen mehrere Gegner durchsetzen und seinen deutschen Meistertitel erfolgreich verteidigen. Das Kyokushin-Karate ist die härteste Stilart des Karate, die als Kampfsport betrieben wird: Bei Wettkämpfen müssen die Teilnehmer ohne Schutzvorrichtungen mehrere Vollkontakt-Kämpfe an einem Abend bestehen, lediglich Zahnschutz und Tiefschutz sind erlaubt. Zhelev praktiziert und lebt das Kyokushin-Karate seit mehr als 25 Jahren und trägt mittlerweile den Zweiten Dan (Nidan).

Seit seinem Magister-Studium an der Universität Koblenz trainiert Zhelev dort eine Hochschulsportgruppe im Kyokushin-Karate, die mit Erfolg an Wettkämpfen teilnimmt und schon 2012 und 2013 mehrere deutsche Meister stellen konnte. In diesem Jahr gelang neben Zhelev selbst auch seinem Schüler Marc Kuntz die Titelverteidigung. Zhelevs Schüler Andreas Fitz und Roman Weber erreichten zwei vierte Plätze in ihren Gewichtsklassen.

Sein Kämpferherz nutzt Zhelev auch als Sozialarbeiter. Das pädagogische Konzept seines Sozialunternehmens „Tagewerk Familienhilfe“ stützt sich auf die Ansätze der systemischen Beratung, der konfrontativen Pädagogik, der geschlechtsbezogenen Jungenarbeit und der interkulturellen Kompetenz. Zhelevs Erkenntnisse aus mehr als 25 Jahren als Karateka, Wettkämpfer und Trainer finden sich besonders in den Punkten der konfrontativen Pädagogik und der geschlechtsbezogenen Jungenarbeit wieder.

Den Ansatz der konfrontativen Pädagogik fasst Zhelev mit den Leitsätzen „Klare Kante mit Herz“ und „Akzeptanz plus Konfrontation gleich Entwicklung“ zusammen. Konfrontation ist dabei nicht mit Streit gleichzusetzen. Allerdings ist es pädagogisch nicht sinnvoll, Konflikten auszuweichen und Regelverstöße und dissoziales Verhalten hinzunehmen. Stattdessen wird ein junger Mensch auf der Basis einer Beziehung, die von Akzeptanz geprägt ist, auf seine Verantwortung für die Entwicklungen in seinem Leben und damit auch auf die Möglichkeit für Veränderungen aufmerksam gemacht und bei ihrer Umsetzung unterstützt.

„Wenn Konflikte konstruktiv ausgetragen werden, wird die persönliche Beziehung gestärkt“, ist sich Zhelev sicher. Dabei verweist er auf die Wettkämpfe im Kyokushin-Karate, bei denen die kämpferische Härte und der Respekt zwischen allen Beteiligten zwei Seiten einer Medaille sind: „Auf der Matte wird alles ausgetragen. Meist respektieren sich die Kämpfer nachher mehr als vorher.“ Mit Besorgnis beobachtet Zhelev schon seit Längerem, dass die Eigenarten von Jungs und jungen Männern heute oft per se als problematisch erachtet werden: „Jungs sind Jungs“, so Zhelev. Sie haben ein Bedürfnis nach Aktivität und wollen sich mit anderen messen. Diesen Bedürfnissen wird in Schule und Gesellschaft nicht genug Rechnung getragen. Diese Problematik verschärft sich, wenn Jungs keine positiven männlichen Rollenvorbilder haben, an denen sie sich orientieren können. Leider ist dies bei immer mehr Jungs der Fall. In der geschlechtsbezogenen Jungenarbeit unterstützen männliche Pädagogen Jungs und junge Männer bei der Entwicklung einer positiven Männlichkeit, damit sie wertschätzend mit sich selbst sowie mit anderen Männern und mit Frauen umgehen können. Auch hier nutzt Zhelev seine Kampfkunst. „Beim Kyokushin-Karate können sich die Jungs auspowern. Sie lernen, wie sie sich in einem festen Regelsystem miteinander messen. Sie lernen, dass jeder ein Kämpfer sein und mit anderen Menschen zivilisiert umgehen kann. Außerdem lernen sie, was für einige Jungs sehr heilsam ist, dass sie nicht die stärksten sind.“ „Tagewerk Familienhilfe“ ist für die Jugendämter von Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen tätig und beschäftigt mittlerweile zwölf Mitarbeiter. Mehr Informationen unter karate-shinkyokushin.de. und tagewerk-familienhilfe.de.

Die Wettkämpfer im Kreis der Vereinskameraden: Andreas Fitz (vordere Reihe, Zweiter von links), Marc Kuntz (rechts daneben), Roman Weber (hintere Reihe, Zweiter von links) und Trainer Zhelyazko Zhelev (hintere Reihe, Vierter von links).

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