Allgemeine Berichte | 06.07.2026, 12:17 Uhr

Altstadtfest Koblenz 2026

Superstimmung beim Altstadtfest 2026 - Dank an die Organisatoren

Die Mannschaft im Brunnenhof
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Koblenz. Das erste Juliwochenende stand traditionell wieder im Zeichen des „Königsbacher Altstadtfestes“.

Die lokale Tradition der Königsbacher Brauerei ist zwar längst Geschichte, aber das aus bürgerschaftlichem Engagement vor über 50 Jahren entstandene Fest hat immer noch Bestand.

Vieles hat sich verändert, aber den Organisatoren von der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft sei Dank, dass sie dies trotz zunehmender Vorschriften aufrechterhalten konnten.

Auch finden sich viele Bewohner der Altstadt, vor allem in den Abendstunden nicht mehr angesprochen und die Partymeilen sowie die durch das Nachtleben angezogen Poser, Wildpinkler und Vermüller sind Negativbeispiele, aber: es gibt auch gute Entwicklungen. Die Kritik der letzten Jahre von Anwohnern zum Münzplatz wurden vollumfänglich aufgegriffen. Es entstand ein schönes familiengerechtes Angebot (mit sprudelndem Brunnen zum Abkühlen für Kinder) und die Sängerin am Samstagnachmittag (ohne Bühne und überlaute Bässe) passt dazu.

Ein stetiger Besucherstrom in der Altstadt bei angenehmen Sommertemperaturen führte sicherlich auch dazu, dass nicht nur auf den Veranstaltungsplätzen, sondern auch in der angrenzenden Gastronomie alle Plätze besetzt und die Läden voll waren. Eine schöne Idee hatte Rodi Hamo von der AtlasBar (ehemals „Weihwasserkessel“), der Literatur über Koblenz sammelt und zum Schmökern anbietet, sondern auch beim Altstadtfest Dubletten an Interessierte verschenkte! Danke dafür!

Ein „Wermutstropfen“ zur Eröffnung am Freitag sei aber angeführt: die Freude sich vor der Liebfrauenkirche zu sehen war so groß. Leider war in weiten Teilen aufgrund der Geräuschkulisse wenig von den Ansprachen zu hören war und für die auch immer älter werdenden Altstädter wären mehr Sitzplätze hilfreich (und nicht nur 12 Stühle in der AppBox).

Ein trauriges Kapitel ist zudem die Verschmutzung und Vermüllung der Altstadt: allein am Sonntagmorgen sah die gesamte Altstadt wie eine Müllhalde aus. Überall Becher, Verpackungsmüll, Essensreste und zurückgelassene Sekt- und Weinflaschen. Was nützt ein Pfandsystem auf den Veranstaltungsflächen wenn überall günstigere ToGo-Verpflegung erhältlich ist. Unzumutbar für Anwohner, Veranstalter und Reinigungskräfte!

Danke an die Organisatoren, dass die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ eingebunden und zum Abschluss am Sonntag mit einem Angebot im Brunnenhof dabei sein konnte. Die Künstlerinnen Gudrun Ackermann und Sabine Gabor inszenierten die „Mach mal Kunst“ Aktion. Von der ansässigen Gastronomie „Pfefferminzje“ kulinarisch unterstützt luden Kunst und Geschichte in ruhiger Atmosphäre zu vielen Gesprächen ein.

Die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ nahm dies auch zum Anlass auf rund 50 Jahre Sanierung der Altstadt zurückzublicken und sich über „Licht und Schatten“ auszutauschen. Immerhin entstand das Altstadtfest unter dem Motto „Treffpunkt liebenswerte Altstadt“. Jürgen Potratz von der Bürgerinitiative zitierte dazu recht aktuell klingende Forderungen aus der Festschrift des Altstadtfestes von 1978 („liebenswerte Altstadt“, „schöne Plätze“, „kulturell und gastfreundlichen“ „Treff für Jung und Alt“, „kein Museum“, „kein Rummel- und Neppviertel“). Zudem konnte aus dem Bestand der evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte im Durchgang zur Mehlgasse Fotos und Plakate von den Gemeindefesten der 2000er Jahre vor der Florinskirche gezeigt werden, die damals fester Bestandteil des Altstadtfestes waren.

Die Worte der neuen Bürgermeisterin Dr. Dagmar Kranz „die Altstadt ist die Seele von Koblenz“ können nur unterstrichen werden, wie auch ihr Zusatz „gepflegt muss sie werden“. Dazu sollte und kann das Altstadtfest getreu seiner Geschichte beitragen! Und die Hoffnung bleibt, dass durch eine Verpackungssteuer der Restmüll reduziert werden könnte.

Die Mannschaft im Brunnenhof Foto: Foto: Hermann Schäfer

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