Allgemeine Berichte | 01.09.2014

Das Team „Zweite Schwelle plus“ der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

Und nach der Lehre geht´s auf die Suche nach einer neuen Stelle

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen kümmert sich gezielt um junge Menschen, die nach der Ausbildung arbeitslos werden

Sandra Udert (3. von rechts) und ihr Team „Zweite Schwelle plus“. privat

Region. Sie sorgen dafür, dass die Arbeitslosenzahlen in der Gruppe der unter 25-Jährigen alljährlich im Sommer nach oben schnellen: Junge Menschen, die am Ende ihrer Ausbildung plötzlich ohne Job dastehen. Weil der Ausbildungsbetrieb sie doch nicht übernimmt. Oder weil sich das Studium wider Erwarten nicht als Türöffner erweist. Experten sprechen von der „zweiten Schwelle“, wenn sie diese jungen Leute meinen. Denn nach der Ausbildung müssen sie noch einmal in den Beruf einsteigen. Und das fällt nicht jedem leicht. Deshalb gibt es bei der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen seit einem Jahr das Team „Zweite Schwelle plus“, das sich speziell um diese Gruppe kümmert. Lars Kramer (Name geändert) war glücklich in der kleinen Schreinerei, in der er in den letzten drei Jahren gelernt hat. Die Arbeit machte ihm Spaß, die Kollegen waren nett, der Chef fair. Er war stolz, Teil dieser „Familie“ zu sein. Wäre es nach dem 19-Jährigen gegangen, hätte das Ende seiner Lehrzeit nur wenig an diesem Leben geändert. Zwar hatte sein Chef ihn schon ein halbes Jahr vor der Gesellenprüfung darauf hingewiesen, dass er diesmal wohl keinen Lehrling übernehmen könne. Aber in letzter Zeit hatten sie ein paar gute Aufträge an Land gezogen und so hatte er gehofft, dass es doch irgendwie weitergehen würde. Außerdem war da der Prüfungsstress - wie sollte er sich ausgerechnet in dieser Zeit um eine neue Stelle kümmern, die er tief in seinem Herzen ohnehin nicht haben wollte? Doch nun, mit dem Gesellenbrief in der Tasche, steht der junge Mann plötzlich ohne Job da. Muss nach geeigneten Betrieben Ausschau halten und Bewerbungen schreiben. Sein Frust ist riesig, und manchmal fragt er sich, wozu das eigentlich alles gut sein soll.

Sandra Udert und ihr Team kennen das. Besonders jetzt im Sommer haben sie täglich mit jungen Leuten wie Lars Kramer zu tun. „Sie haben gehofft, dass sie in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben können, doch dann klappt das nicht und für die jungen Leute bricht nach der Freude über die bestandene Prüfung eine Welt zusammen. Da ist es besonders wichtig, dass wir ihnen schnell eine neue Perspektive verschaffen können, bevor sie in ein richtig tiefes Loch fallen.“ Denn eigentlich sieht die Lage für gut ausgebildete junge Leute gar nicht so schlecht aus. Auch in der Region suchen Arbeitgeber verstärkt nach qualifizierten Nachwuchskräften. Das Problem liege denn auch eher in der Sichtweise der jungen Leute, meint Udert. „Sie werden aus der ihnen vertrauten Arbeitswelt gerissen und müssen noch einmal von vorn beginnen. Das ist ein Bruch, und so empfinden die meisten es auch.“ Denn selbst wenn die ersten Wochen der Arbeitslosigkeit oft noch als willkommener „Urlaub“ nach der anstrengenden Prüfungsphase betrachtet würden, mache sich schnell Frust breit. „Plötzlich ist die Zukunft wieder ungewiss. Das macht Angst.“

Aber es sind auch die ganz konkreten Schritte, die den jungen Arbeitslosen mitunter große Schwierigkeiten bereiten: Sie tun sich schwer damit, Bewerbungen zu schreiben, potenzielle Arbeitgeber zu ermitteln und Kontakt aufzubauen. Auch hier gibt´s Unterstützung von der Arbeitsagentur. „Außerdem zeigen wir unseren jungen Kunden auch Alternativen auf, wenn es im gelernten Beruf tatsächlich mal nicht auf Anhieb klappt. Und wir gehen bereits im Vorfeld an Berufs- und an Hochschulen. Schließlich ist es am besten, wenn das Kind gar nicht erst in den Brunnen fällt.“ Deshalb versuchen die Vermittler, junge Leute frühzeitig auf mögliche Probleme nach Ausbildungs- und Studienende hinzuweisen.

Dass es für junge Akademiker oft ein genauso großes Problem ist, nach der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, erstaunt Sandra Udert und ihr Team schon lange nicht mehr. „Tatsächlich hatten sie ja oft noch niemals Kontakt zur Arbeitswelt. Da fällt es manchem ehemaligen Studenten richtig schwer, sich potenziellen Arbeitgebern wirkungsvoll zu verkaufen.“

Möglichst leicht macht es dagegen das Team „Zweite Schwelle plus“ den jungen Leuten, denen sie helfen wollen. Neben dem Bemühen, sich in Lebenswirklichkeit und Sprache ihrer Kunden einzufühlen, sorgen die Agenturmitarbeiter nämlich auch für kurze Wege: Die sieben Vermittlerinnen und Vermittler stehen regelmäßig an allen fünf Standorten der Agentur Koblenz-Mayen für Beratungsgespräche zur Verfügung. Und natürlich konnten sie auch Lars Kramer helfen. Nach zwei Beratungsterminen und vielen nützlichen Tipps hat er schnell eine neue Stelle gefunden. Beim Vorstellungsgespräch hatte er gleich ein gutes Gefühl. Deshalb kann er es auch kaum erwarten, dass es nach der Sommerpause endlich losgeht mit seinem neuen Job.

Kontakt zur Arbeitsagentur:

08 00 - 4 55 55 00 (kostenfrei).

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

Sandra Udert (3. von rechts) und ihr Team „Zweite Schwelle plus“. Foto: privat

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