Politik | 27.03.2013

Lohnfindung im Gesundheitswesen

Viel Dienst - wenig Verdienst

Equal Pay Day 2013 im Gemeinschaftsklinikum Kemperhof

Mit einer Gemeinschaftsaktion wurde am diesjährigen Equal Pay Day auf die – im Vergleich zu anderen Branchen - niedrigen Löhne im Pflege- und Gesundheitsbereich aufmerksam gemacht: (v.l.) Katharina Hoffmann (Gleichstellungsstelle Stadt Koblenz), Gabriele Mickasch (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Koblenz), Ramona Mika-Lorenz (Gleichstellungsbeauftragte Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen) und Lea Bales (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Mayen-Koblenz). Stadt Koblenz

Koblenz. Große und prominente Unterstützung fand die „Bausteine-Aktion“ im Gemeinschaftsklinikum Kemperhof in Koblenz anlässlich des Equal Pay Days 2013. Neben vielen anderen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft setzten sich auch Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein mit aussagekräftigen Statements für Entgeltgleichheit und faire Einkommensperspektiven in den Gesundheitsberufen ein.

„Ich unterstütze den Equal Pay Day 2013, weil es in Zeiten des demografischen Wandels immer wichtiger wird, qualifizierte, gut ausgebildete und engagierte Menschen für Pflegeberufe zu begeistern / zu gewinnen“, so der Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Stadt Koblenz.

„Ich unterstütze den Equal Pay Day 2013, weil Arbeit in den Gesundheitsberufen gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung verdient“, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, Stadt Koblenz.

Weitere Statements stehen unter www.frauen.koblenz.de.

Gemeinschaftsaktion der Gleichstellungsbeauftragten

Mit einer Gemeinschaftsaktion der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Koblenz, des Landkreises Mayen-Koblenz und des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen - Kemperhof wurde am diesjährigen Equal Pay Day auf die – im Vergleich zu anderen Branchen - niedrigen Löhne im Pflege- und Gesundheitsbereich aufmerksam gemacht. Unter dem Titel „Lohnfindung im Gesundheitswesen: Viel Dienst – wenig Verdienst!“ rückten so die Gesundheitsberufe in den Blickpunkt. Hier sind 80 Prozent der Beschäftigten weiblich.

Frauen müssen durchschnittlich drei Monate länger arbeiten, um das Jahreseinkommen von Männern in vergleichbaren Berufen zu erzielen – in diesem Jahr bis zum 21. März. „Dabei geht es nicht nur um die unterschiedliche Entlohnung von Frauen im selben Beruf, sondern auch um die Ungleichheit am Arbeitsmarkt durch schlechte Bezahlung in frauendominierten Bereichen wie in Gesundheitsberufen“, sagt Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mayen-Koblenz. Nach aktuellen Zahlen der Hans Böckler Stiftung erhielten zum Beispiel gelernte Altenpflegerinnen in Westdeutschland 2011 lediglich 14,13 Euro brutto/ Stunde, medizinische Fachangestellte 11,36 Euro/ Stunde. „Viel zu wenig – in Anbetracht der anspruchsvollen und verantwortungsvollen Arbeit, die sie leisten“, so die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Marie-Theres Hammes-Rosenstein, in ihrer Eröffnungsrede.

Statements von Persönlichkeiten

Aus Pappkartons - versehen mit kurzen Statements von Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben - hatten die Organisatorinnen eine Wand aufgebaut. Anschaulich wurde damit die einerseits hohe gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung der Arbeit im Gesundheits- und Pflegebereich aufgezeigt, aber auch aufmerksam gemacht auf eine dringend erforderliche finanzielle Aufwertung. „Viel Dienst - wenig Verdienst“, das ist leider immer noch das Resümee der Lohnentwicklung in den Gesundheitsberufen. Dass Frauen besonders betroffen sind, liegt zum einen daran, dass sie ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer familienbedingt unterbrechen. Das zieht lebenslange Einbußen bei der Karriere- und Einkommensentwicklung nach sich. Es entsteht ein „Rückstand“, der meist nicht mehr aufzuholen ist. Frauenberufe werden aber in der Gesellschaft leider auch traditionell schlechter angesehen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass Pflegeberufe, aber auch Reinigungs- und Haushaltsdienste bis ins neunzehnte Jahrhundert meist unentgeltlich abgeleistet wurden oder keine Existenz sichernde Entlohnung boten. „Wichtig ist es, die Debatte über die Ursachen der Entgeltunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und zu mobilisieren“, betonen Gabriele Mickasch und Katharina Hoffmann von der Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz.

Ungleichheit der Entlohnung

Seit 1966 macht der Equal Pay Day auf die bestehende Ungleichheit bei der Entlohnung in Frauen- und Männerberufen aufmerksam. In den USA fanden schon damals, angeführt von der Emanzipationsbewegung, Proteste für Lohngleichheit statt. Der leidenschaftliche Einsatz der Frauen konnte die Politik zum Umdenken bringen: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist seither in Amerika gesetzlich verankert.

In Deutschland sensibilisiert der Business und Professional Women (BPF) seit 2008 mit bundesweiten Aktionen für die Problematik. Gemeinsam mit dem Gesetzgeber, Vertretern der Medien und Gewerkschaften wird für mehr Anerkennung und leistungsgerechte Bezahlung in traditionellen Frauenberufen geworben. Das Konzept des Equal Pay Days hat inzwischen in zwölf europäischen Ländern Nachahmer gefunden. Trotz aller Emanzipationsbestrebungen bleibt die mangelnde Anerkennung dessen, was Frauen leisten ein weltweites Problem.

Pressemitteilung

der Stadt Koblenz

Mit einer Gemeinschaftsaktion wurde am diesjährigen Equal Pay Day auf die – im Vergleich zu anderen Branchen - niedrigen Löhne im Pflege- und Gesundheitsbereich aufmerksam gemacht: (v.l.) Katharina Hoffmann (Gleichstellungsstelle Stadt Koblenz), Gabriele Mickasch (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Koblenz), Ramona Mika-Lorenz (Gleichstellungsbeauftragte Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen) und Lea Bales (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Mayen-Koblenz). Foto: Stadt Koblenz

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