Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald sprechen über ihren True Crime-Prodcast „Verbrechen Hautnah“
Wahre Verbrechen, die unter die Haut gehen
Region/Mogendorf. Morde, Vermisstenfälle, rätselhafte Todesfälle und ungelöste Geheimnisse – wahre Verbrechen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Genau dieser Leidenschaft haben sich Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald mit ihrem Podcast „Verbrechen Hautnah“ verschrieben. In ihren Folgen nehmen sie die Zuhörer mit auf die Spur spektakulärer Kriminalfälle, erzählen von schockierenden Taten, überraschenden Wendungen und Ermittlungen, die bis heute Fragen offenlassen. Mit viel Recherchearbeit, einem Gespür für spannende Geschichten und einer großen Portion Leidenschaft hat sich ihr Podcast längst eine treue Fangemeinde aufgebaut. Im Gespräch mit BLICK aktuell verraten die beiden, wie alles begann, welche Fälle sie besonders bewegt haben und wie viel Arbeit tatsächlich hinter einer einzigen Folge steckt.
BLICK aktuell: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen Podcast über wahre Verbrechen zu produzieren?
Luca Di Stefano: Die Idee ist mir und Ida, mit der der Podcast ursprünglich gestartet ist, tatsächlich schon vor ein paar Jahren gekommen – direkt nach dem Abitur. Wir waren damals gemeinsam auf einem Roadtrip unterwegs und irgendwann hatte man natürlich jede Playlist und jede Musik einmal durchgehört. Ida hat mir dann ihren ersten True-Crime-Podcast gezeigt und ich war sofort total begeistert davon. Ausgerechnet in dieser Folge haben die Hosts dann aber angekündigt, dass sie aufhören werden. Und genau da kam der Gedanke auf: „Warum machen wir das eigentlich nicht selbst?“ So ist „Verbrechen Hautnah“ entstanden. Ida und ich haben den Podcast dann gemeinsam aufgebaut und über lange Zeit zusammen gemacht. Anfang dieses Jahres hat Ida ihre Rolle aus beruflichen und zeitlichen Gründen an Laura weitergegeben. Seitdem führen Laura und ich den Podcast gemeinsam weiter und entwickeln ihn immer weiter.
BLICK aktuell: True Crime ist sehr beliebt – was macht den Reiz dieses Genres aus?
Luca Di Stefano: Ich glaube, viele Menschen versuchen automatisch, sich mit den Personen oder Situationen in solchen Fällen zu identifizieren. Oft sind es eben keine komplett fremden Welten, sondern Taten aus dem persönlichen Umfeld – aus Familien, Beziehungen oder Freundeskreisen. Genau das macht viele Geschichten so erschreckend und gleichzeitig so faszinierend. Außerdem haben gerade in Deutschland unglaublich viele Menschen ein großes Interesse an Krimis und Ermittlungen. True Crime verbindet dieses Interesse eben mit echten Geschichten. Man hört nicht einfach nur eine erfundene Story, sondern weiß die ganze Zeit: Das ist wirklich passiert.
BLICK aktuell: Gibt es einen Fall, der euch besonders beeindruckt hat?
Luca Di Stefano: Da gibt es tatsächlich einige, aber zwei Folgen sind uns besonders im Kopf geblieben. Für mich ist das die Folge „Der Mord von Daytona Beach“. In den frühen Morgenstunden des 4. November 1989 geht in Daytona Beach ein Notruf ein: Schüsse in einem wohlhabenden Anwesen, eine schwerverletzte Frau, ein toter junger Mann und ein Ehemann, der zunächst als Held gefeiert wird. Alles deutet auf einen Einbruch hin. Doch schnell wird klar, dass an diesem Tatort absolut nichts so ist, wie es scheint. Der Fall entwickelt sich immer weiter und nimmt Wendungen, mit denen man überhaupt nicht rechnet.
Laura Di Stefano: Für mich ist es die Folge „Die Frau ohne Namen“. In einem Luxushotel in Oslo wird eine junge Frau tot in Zimmer 2805 gefunden – mit einer Pistole in der Hand. Doch ihre komplette Identität scheint ausgelöscht zu sein: falscher Name, erfundene Adresse, entfernte Etiketten aus der Kleidung. Bis heute weiß niemand genau, wer diese Frau war oder was wirklich passiert ist. Für uns ist das einer der rätselhaftesten Cold Cases Europas. Generell gibt es aber immer wieder Fälle, die uns während der Recherche lange beschäftigen und beeindrucken.
BLICK aktuell: Wie sieht ein typischer Produktionstag bei euch aus?
Luca Di Stefano: Ein typischer Produktionstag sieht bei uns tatsächlich immer ein bisschen unterschiedlich aus. Laura geht noch zur Schule und ich kümmere mich im Hintergrund viel um Organisation, Recherche und die ganze Produktion. Vor allem die Vorbereitung nimmt extrem viel Zeit in Anspruch. Teilweise steckt schon vor dem eigentlichen Dreh tagelange Recherchearbeit in einer einzigen Folge. Wenn wir genug Fälle vorbereitet haben, reisen wir für unseren monatlichen Drehtag ins Studio. Dort nehmen wir dann mehrere Folgen hintereinander auf. Das sind meistens sehr lange Tage. Wir starten früh morgens und sind oft bis spät abends beschäftigt. Neben der eigentlichen Podcastaufnahme produzieren wir auch direkt Social-Media-Inhalte wie TikToks, Reels oder Clips für Spotify und YouTube. Danach werden die Folgen geschnitten und noch einmal überprüft, damit alles korrekt ist. Erst danach geht die Folge online. Parallel laufen dann schon Dinge wie Grafiken, Promo oder die Planung von Live-Auftritten weiter. Dadurch, dass „Verbrechen Hautnah“ auch ein Videopodcast ist, steckt oft noch einmal deutlich mehr Arbeit dahinter. Aber genau das macht uns auch unglaublich viel Spaß.
BLICK aktuell: Wo kann man sich euren Podcast anhören?
Laura Di Stefano: „Verbrechen Hautnah“ gibt es auf allen bekannten Streamingplattformen – unter anderem auf Spotify, Amazon Music, YouTube und vielen weiteren Plattformen. Auf Spotify kann man die Folgen auch als Videopodcast anschauen. Außerdem findet man uns auf Instagram unter „verbrechen.hautnah“, auf TikTok und auch auf Facebook, wo wir regelmäßig zusätzliche Inhalte und Einblicke veröffentlichen.
ROB
