Evangelische Familienveranstaltung auf Friedhof
Wenn ein Klang fehlt: Familien entdecken den Friedhof auf besondere Weise
aus Koblenz
Koblenz. Rund 50 Besucher kamen am Samstagvormittag, dem 24.10.2026, zu einer besonderen Veranstaltung des Projekts „Achsenwechsel“ auf dem Hauptfriedhof in Koblenz zusammen.
Im Mittelpunkt standen eine Klanggeschichte, das Thema Verlust und die Frage, was Menschen in schweren Zeiten Halt gibt.
Ein Friedhof ist ein Ort der Erinnerung und der Trauer. Aber auch ein Ort, an dem Kinder neugierig sein, Fragen stellen und neue Erfahrungen machen dürfen. Genau dazu lud die kindgerechte Veranstaltung von Pfarrerin Marina Brilmayer im Rahmen des Projekts „Achsenwechsel“ ein.
Rund 50 kleine und große Besucher folgten der Einladung und erlebten gemeinsam eine besondere Klanggeschichte. Mit Trommeln und zahlreichen Orff-Instrumenten begleiteten die Kinder und Erwachsenen die Geschichte eines kleinen Schafes, das seinen Weg durch ein dunkles Tal finden musste. Die Geschichte verband Motive vom verlorenen Schaf mit dem bekannten Psalm 23: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück.“
Eine besondere Rolle spielten dabei die Geräusche und Klänge. Was passiert, wenn plötzlich ein vertrauter Klang fehlt? Merken Menschen überhaupt immer, dass etwas fehlt? Und wie fühlt es sich an, etwas oder jemanden zu vermissen?
Durch die vielen Instrumente entstand eine lebendige Geräuschkulisse. Dabei zeigte sich auch, dass ein fehlender Klang nicht immer sofort auffällt – denn gerade die jüngeren Kinder hatten so viel Freude an den Instrumenten, dass sie auch zwischendurch immer wieder begeistert musizierten. Eine Erfahrung, die gut zum Thema passte: Manchmal lässt sich gar nicht genau benennen, was fehlt.
Im Mittelpunkt stand schließlich ein guter Wunsch, den die Kinder und Erwachsenen mit nach Hause nehmen konnten: „Ich wünsche dir, dass du Schritte hörst, wenn du in einem dunklen Tal bist. Ich wünsche dir das Gefühl, nicht allein gelassen zu sein.“ Pfarrerin Marina Brilmayer erzählte dabei von ihrem Glauben: „Ich höre immer Schritte, wenn ich sie brauche. Für mich sind das Gottes Schritte.“
Ein Bücherkoffer mit ausgewählten Kinderbüchern zum Thema Trauer und Verlust bot Kindern und Erwachsenen zusätzliche Anregungen zum Stöbern und Weiterlesen.
Im Anschluss gab es bei Kaffee und Kakao Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und den Vormittag gemeinsam ausklingen zu lassen.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass auch schwierige Themen wie Trauer und Verlust einen Platz im Leben von Kindern haben dürfen – ohne Angst zu machen und ohne auf jede Frage eine Antwort haben zu müssen.
Weitere Themen
Wenn ein Klang fehlt: Familien entdecken den Friedhof auf besondere Weise Foto: Marina Brilmayer