Politik | 29.05.2026

Familienbund: Sparpläne setzen falsches Signal

„Wer bei Familien spart, spart an der Zukunft unseres Landes“

Geld

Trier. Die Pläne der Bundesregierung, beim Elterngeld jährlich 500 Millionen Euro einzusparen, stoßen beim Familienbund der Katholiken im Bistum Trier auf deutliche Kritik. Der Verband warnt davor, Familien zusätzlich zu belasten und damit die demografischen Herausforderungen in Deutschland weiter zu verschärfen.

„Wer bei Familien spart, spart an der Zukunft unseres Landes“, erklärt die Vorsitzende Gisela Rink. „Eltern brauchen gerade in den ersten Lebensmonaten eines Kindes finanzielle Sicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Weitere Kürzungen beim Elterngeld senden das völlig falsche Signal.“

Das Elterngeld wurde seit seiner Einführung im Jahr 2007 nicht an die Inflation angepasst und hat dadurch erheblich an Kaufkraft verloren. Die maximale Leistung von 1.800 Euro müsste heute bei rund 2.640 Euro liegen, um den gleichen Wert wie bei der Einführung zu haben, so der Familienbund. Auch der Mindestbetrag von 300 Euro entspräche inflationsbereinigt etwa 440 Euro.

Nach Ansicht des Familienbundes steht die geplante Kürzung damit im klaren Widerspruch zu dem politischen Ziel, Familien zu stärken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. „Kinder dürfen nicht als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern sind eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, betont Rink. „Familien leisten weit mehr, als in staatlichen Haushalten sichtbar wird. Sie erziehen die nächste Generation von Fachkräften und Beitragszahlern, auf deren Leistungen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung angewiesen sind. Ohne Kinder kann der Generationenvertrag nicht funktionieren.“ Die sozialen Sicherungssysteme leben davon, dass genügend junge Menschen nachwachsen und später Verantwortung für die älteren Generationen übernehmen. Familien tragen damit eine zentrale Last für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die langfristige Stabilität unseres Sozialstaats.

Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier fordert die Bundesregierung auf, auf weitere Einschnitte beim Elterngeld zu verzichten und stattdessen Familien gezielt zu unterstützen – durch bezahlbaren Wohnraum, ausreichende und verlässliche Kinderbetreuung sowie eine stabile finanzielle Förderung.

Der Familienbund der Katholiken im Bistum Trier im Internet: www.familienbund-trier.org.

Der Familienbund der Katholiken vertritt die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange von Familien in Kirche, Staat, Gesellschaft und Politik auf Grundlage christlicher Wertvorstellungen. Er setzt sich für die Stärkung und Förderung von Rechten und Rahmenbedingungen besonders auf politischer Ebene ein und steht dazu im Dialog mit Parlamenten, Regierungen und gesellschaftlichen Gruppen. Mitglieder im Bundesverband sind 25 Diözesan- und zwölf Landesverbände sowie 15 katholische Verbände.

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Geld Foto: Elisabeth Lauderbach

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