Rücktrittsforderung der FREIEN WÄHLER Koblenz
„Wer die eigene Kreisvereinigung zerlegt, kann nicht Generalsekretär eines Landesverbandes sein“
FREIE WÄHLER Koblenz erneuern Rücktrittsforderung an Daniel Klingelmeier nach Austritt von vier Gründungsmitgliedern in Trier
KOBLENZ. Der Vorstand der FREIE WÄHLER-Kreisvereinigung Koblenz fordert Daniel Klingelmeier auf, sein Amt als Generalsekretär der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Anlass ist der geschlossene Austritt von vier Gründungsmitgliedern aus seiner eigenen Kreisvereinigung Trier, über den der Trierische Volksfreund am 21. August berichtet hat. Die Vorstandsmitglieder über scharfen Kritik, unter anderem an ihrem Kreisvorsitzenden Klingelmeier.
Es ist nicht die erste Rücktrittsforderung der FREIEN WÄHLER Koblenz. Bereits am Wahlabend des 22. März 2026, nach dem verpassten Wiedereinzug in den rheinland-pfälzischen Landtag, hatte der Kreisvorstand den Rücktritt des Landesvorstand gefordert und explizit auch Herrn Klingelmeier genannt. Passiert ist seither nichts, ein Parteitag zur Aufarbeitung des Wahldebakels fand bis heute nicht statt.
„Wir haben im März unmittelbar nach der Wahl gesagt, dass dieser Landesvorstand die Partei vor die Wand gefahren hat und dass es deshalb einen personellen Neuanfang braucht. Die Antwort war Aussitzen“, sagt der Kreisvorsitzende Dennis Graf. „Fünf Monate später hat die Landespartei keinen Parteitag zustande gebracht, keine Aufarbeitung geliefert und keine Konsequenzen gezogen. Stattdessen verliert der Generalsekretär jetzt vier Gründungsmitglieder seiner eigenen Kreisvereinigung. Wer nicht einmal einen Kreisvorstand zusammenhalten kann, hat in der Führung eines Landesverbandes nichts verloren.“
Die vier Ausgetretenen begründen ihren Schritt laut Volksfreund unter anderem mit dem Umgang des Kreisvorsitzenden mit abweichenden Positionen: Sachliche Kritik werde nicht ausreichend aufgegriffen, eine offene innerparteiliche Auseinandersetzung dadurch erschwert. Sie werfen Klingelmeier einen autoritären Führungsstil vor; die Kultur des offenen Austauschs sei verloren gegangen, Kritik in der Sache werde als persönliche Illoyalität ausgelegt.
„Das ist exakt das Muster, das wir aus dem Landesverband kennen“, so Graf. „Widerspruch wird nicht diskutiert, sondern weggeräumt. Und wer sich nicht wegräumen lässt, geht irgendwann selbst. Genau das haben wir in Rheinland-Pfalz seit Ende 2024 erlebt, und genau das passiert jetzt in Trier.“
Besonders bemerkenswert findet der Koblenzer Vorstand die Reaktion des Generalsekretärs. Klingelmeier bedauert den Austritt der vier Gründungsmitglieder ausweislich des Berichts nicht und begründet ihr Scheitern in den Gremien damit, ihre Positionen seien „zu extrem und nicht konstruktiv“ gewesen.
„Vier Gründungs- und Vorstandsmitglieder verlassen die Partei, und der Vorsitzende bedauert es nicht einmal. Das lässt tief blicken“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende Marco Degen. „Ein Generalsekretär, dessen erste Reaktion auf den Verlust seiner eigenen Gründungsmitglieder deren Abqualifizierung ist, ist als Integrationsfigur für einen ganzen Landesverband schlicht ungeeignet. Seine Aufgabe ist es, das Wachstum der Partei voranzutreiben und nicht, die Mitgliederzahl zu schrumpfen.“
„Um die Zukunft der FREIEN WÄHLER nach den Ereignissen der letzten Monate sicherzustellen, braucht es nun personelle Veränderungen“, schließen Degen und Graf. „Jeder Monat, den dieser Landesvorstand weiter aussitzt, kostet uns Mitglieder, Glaubwürdigkeit und Wähler. Deshalb erneuern wir unsere Forderung nach einem Landesparteitag, auf dem dann der Generalsekretär neugewählt werden kann. Und wenn die Partei wieder auf Erfolgskurs kommen soll, dann wird am besten auch gleich ein neuer Landesvorstand gewählt.“
Marco Degen, stellv. Kreisvorsitzender Foto: Peter Birkenbeul
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Dennis Graf, Kreisvorsitzender Foto: Fotostudio Reuther