Allgemeine Berichte | 12.03.2026

Neophyten bekämpfen

<div>Erste Neophyten-Bekämpfungsaktion im Naturschutzgebiet Koppelstein</div><div>gestartet</div>

Biotopbetreuer Martin Unfricht mit Klimabündnis-Akteur•innen beim Ausstechen des tiefwurzelnden invasiven Zackenschötchens

Im Naturschutzgebiet Koppelstein-Helmestal bei Koblenz fand im November 2025 die erste gezielte Bekämpfung der Orientalischen Zackenschote statt. Initiatoren sind Klimabündnis Koblenz, Biotopbetreuung Rhein-Lahn-Kreis und die Bürgerinitiative Waldwende-JETZT!. Weitere Aktionen und ein Bürger-Meldeprogramm sind geplant.

Koblenz. Am 21. November 2025 fand im Naturschutzgebiet Koppelstein-Helmestal eine erste gezielte Bekämpfungsaktion gegen die sich dort ausbreitende Orientalische Zackenschote (Bunias orientalis) statt. Vier Mitglieder des Klimabündnisses Koblenz beteiligten sich an der Maßnahme, die unter fachlicher Anleitung von Biotopbetreuer Martin Unfricht durchgeführt wurde. Unfricht und Dr. Lukas Dörr sind für die Biotopbetreuung des Rhein-Lahn-Kreises im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord Koblenz tätig.

Die Orientalische Zackenschote zählt – ähnlich wie andere invasive Neophyten, etwa die Blaue Lupine im Westerwald – zu den Arten, die eine erhebliche Bedrohung für artenreiche Magerrasen und Magerwiesen darstellen. Als hochwüchsiger Kreuzblütler mit rapsähnlichem Erscheinungsbild, jedoch kugeligen statt länglicher Schoten, verändert sie die bestehenden Standortbedingungen nachhaltig. Durch zunehmende Beschattung, Nährstoffanreicherung und eine tiefgründigere Durchwurzelung der Böden geraten typische Arten der Magerstandorte - darunter Orchideen und andere seltene Pflanzen - langfristig unter Druck und werden schrittweise verdrängt.

Im Rahmen dieses ersten Bekämpfungsdurchgangs wurden die Pflanzen samt Wurzeln tiefgründig ausgestochen. Auf diese Weise konnten rund 100 Exemplare entfernt werden. Die eingesammelten Pflanzen wurden anschließend zur kontrollierten Verrottung in ein Silo des Pferdegestüts Müller verbracht. „Auf keinen Fall dürfen die Wurzeln in der Natur abgelagert werden“, betont Martin Unfricht. „Sie können dort erneut anwachsen – selbst kleinste Wurzelstücke treiben wieder aus.“ Entsprechend dürfen Neophyten ausschließlich über die schwarze Tonne bei anschließender Müllverbrennung, durch Verbrennen oder durch langes, kontrolliertes Kompostieren beziehungsweise Verfaulen entsorgt werden.

Geplante Folgeaktionen im Raum Koblenz und Rhein-Lahn-Kreis

Für das kommende Jahr sind im Raum Koblenz und im Rhein-Lahn-Kreis weitere Bekämpfungsaktionen in Zusammenarbeit mit der Biotopbetreuung und engagierten Klima- und Naturschutzakteur•innen vorgesehen. Ziel ist es, den Koppelstein sowie weitere Flächen – etwa auf der Schmidtenhöhe – schrittweise von sich ausbreitenden Zackenschoten und zum Beispiel Lupinen zu befreien.

Darüber hinaus haben sich die Bürgerinitiative Waldwende-JETZT! • Mittelrhein und das Klimabündnis Koblenz im letzten Quartal 2025 intensiv mit einem neuen Programm befasst: dem Bürgermonitoring Neophytenmanagement. Künftig sollen Bürgerinnen und Bürger über ein Meldeformular auf der Homepage des Klimabündnisses Koblenz invasive Neophyten erfassen und melden können. Die eingehenden Hinweise werden vom Klimabündnis Koblenz ausgewertet und anschließend strukturiert mit der Biotopbetreuung aus Koblenz und dem Umland kommuniziert.

Projekt-Link: https://bit.ly/monitoring-neophyten-klimabuendnis-koblenz

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Biotopbetreuer Martin Unfricht mit Klimabündnis-Akteur•innen beim Ausstechen des tiefwurzelnden invasiven Zackenschötchens Foto: Marcel Hoffmann

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