Politik | 17.05.2014

Die Kreisverwaltung Neuwied hatte zur Energiemesse im Center-Forum in Unkel eingeladen

30 Aussteller informierten über Themen der Energieeffizienz

Bereits auf dem Weg zur Eröffnung gab es zahlreich Gespräche mit den Messe-Ausstellern.  DL

Unkel. Zusammen mit den Mobau-Bauzentren hatte die Kreisverwaltung Neuwied eine Energiemesse im Center Forum Unkel veranstaltet, die der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Achim Hallerbach gemeinsam mit Ulrike Platz, Referentin bei der Bundesnetzagentur, eröffnete. Namentlich begrüßen konnte er neben zahlreichen Kommunalpolitikern vor allem den Hausherrn Jürgen Mertens, Mobau-Leiter Norbert Rohringer als Organisator der diesjährigen Energiemesse, die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth und den Unkeler VG-Chef Karsten Fehr. „Von unserer Seite aus hat Frau Priska Dreher die Messe mit vorbereitet sowie natürlich unser neuer Klimaschutzmanager, Herr Oliver Franz“, so Achim Hallerbach, der nicht versäumte auch den Vorsitzenden des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters vorzustellen, der in Unkel ein Heimspiel hatte. „Wir sind bei unserer dritten Energiemesse hier in den Norden des Kreises gezogen, weil hier noch viele Neubaugebiete liegen, sodass es sinnvoll ist, den potenziellen Bauherren direkt energiegerechtes Planen möglich zu machen. Entsprechend hoffe ich, dass sich viele interessierte Besucher während der zweitägigen Ausstellung an den 30 individuell eingerichteten Messeständen von Industrie, Handel und Handwerk sowie Beratungsunternehmen umfassend informieren“, betonte der Kreisbeigeordnete. So werde sich Ulrike Platz im Anschluss an seine Begrüßung dem Thema ‚Netzausbau in Deutschland‘ widmen. Erstmals liege der CO2-Gehalt der Atmosphäre einen ganzen Monat klang über 400 ppm (Teilchenanteil pro einer Million Teilchen). Ab einer Marke von 450 ppm des Treibhausgases würden der Menschheit nach Einschätzung der Wissenschaft praktisch nicht mehr zu beherrschende Klimaveränderungen drohen, wies er auf die Notwendigkeit einer globalen Energiepolitik hin. „Mitten in der Energiewende wird Deutschland zum Stromexport-Weltmeister. Dabei brauchen wir dringend Vorschläge für ein neues Strommarktdesign, neue Strategien für den nicht funktionierenden CO2 Handel und grundlegende Reformen bei dem EEG Umlagemechanismus. Außerdem ist es wichtig, die Energieeffizienz mehr in den Mittelpunkt der Anstrengungen zu setzen“, forderte Achim Hallerbach. Auch im Verkehrsbereich müsse mehr passieren.

„Der wahre Energiefresser ist die Heizung“

Die Mehrzahl der Bundesbürger sei der Ansicht, dass die meiste Energie in privaten Haushalten für Elektrogeräte verbraucht werde. „Das ist falsch. Der wahre Energiefresser und damit auch der kostspieligste ist die Heizung“, so der Umweltdezernent. Der überwiegende Teil der privat eingesetzten Energie gehe in die Beheizung der Wohnungen und Häuser. Das verursache nicht nur hohe Kosten, sondern auch eine erhebliche Umweltbelastung. Mit 1,9 Millionen Megawattstunden würden die Haushalte die meiste Energie im Landkreis verbrauchen, über 80 Prozent davon würden für Wärme und Warmwasser benötigt, rechnete er vor. „Wir haben leider immer noch einen Modernisierungsstau bei der Heizungserneuerung. Dabei lassen sich mit einer neuen Heizung leicht 30 Prozent der Heizkosten einsparen“, erklärte der Kreisbeigeordnete und wies auf so auf die beiden größten Bereiche der Energiemesse hin: die Wärmedämmung und die Heiztechnik. Darüber hinaus standen zahlreiche Beratungseinrichtungen wie Verbraucherzentrale, Bund der Energieverbraucher, Landesforsten , -energieagentur, die Bad Honnef AG sowie die Kreisverwaltung selber für die Bürger als Gesprächspartner zur Verfügung. „Der Raumwärmeverbrauch könnte bei einer energetischen Sanierung aller Wohngebäude um fast 60 Prozent reduziert werden. Die Bundesregierung unterstützt dies mit mehreren Maßnahmen, etwa mit dem Programm ’Energieeffizient Sanieren‘, für das es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms des Bundes Zuschüsse und zinsgünstige Kredite gibt“, so Achim Hallerbach. Außerdem fördere das Bundesumweltministerium die Umstellung von Heizsystemen auf erneuerbare Energien wie Solarthermik, Biomassekessel und/oder Wärmepumpen mit seinem ‚Marktanreizprogramm‘, ergänzte er. Rund 70 Prozent der Gebäude im Landkreis seien vor 1978 gebaut worden und damals hätten die Dämmstandards natürlich weit unter den heutigen Normen gelegen. „Allein schon die richtige Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke hält teure Energie effektiv im Gebäude“, führte der Umweltdezernent unter energieeffizienten Gesichtspunkten höchst sinnvolle Sanierungsarbeiten an.

„Es lohnt sich, regional die Energiewende zu gestalten“

Die entsprechende Förderkulisse ist noch immer recht kompliziert und setze auch noch zu geringe Anreize, gestand er ein. Er hoffe, dass in den kommenden Monaten hier Verbesserungen sichtbar würden.

Die Kreisverwaltung versuche, mit unterschiedlichen Beratungsangeboten den Bürgen weiterzuhelfen. Entsprechend hätten seine Mitarbeiter viele Informationen mitgebracht. „Außerdem bietet unser Handwerk und die Fachfirmen in der Region hohe Kompetenz“, versicherte Achim Hallerbach, bevor er die Besucher der Energiemesse aufforderte, auch die Gelegenheit zu nutzen, auf dem Außengelände vor dem Messegelände E-Bikes und zwei Elektroautos zu testen. „Unser Ziel als Landkreis ist es, weiterhin bis 2050 klimaneutral zu werden. Es lohnt sich, regional die Energiewende zu gestalten“, schloss Achim Hallerbach seine Begrüßung.

Vor dem Informationsstand der Kreisverwaltung begrüßte Achim Hallerbach die Kommunalpolitiker

Vor dem Informationsstand der Kreisverwaltung begrüßte Achim Hallerbach die Kommunalpolitiker

Bereits auf dem Weg zur Eröffnung gab es zahlreich Gespräche mit den Messe-Ausstellern. Fotos: DL

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