Allgemeine Berichte | 03.02.2015

Funkencorps servierte seinen Gästen im Bürgerhaus ein absolut närrisches Programm

„30 Jahre Blau-Gold“ wurden ausgelassen-jeck gefeiert

„30 Jahre Blau-Gold“ wurden ausgelassen-jeck gefeiert

Leubsdorf. Eigentlich hatten die elf Jecken aus Leubsdorf, die sich am 13. März 1985 in der Gaststätte „Zur Traube“ getroffen hatten, vor, eine „Schwere Artillerie“ oder „Stadtsoldaten“ ins Leben zu rufen. Da Leubsdorf aber keine Stadt ist und die Uniform für Kanoniere zu kostspielig schien, war das Funkencorps Blau-Gold unter Kommandant Hans-Georg Preiß geboren, das es an seinem runden Geburtstag mächtig krachen ließ.

Mit frenetischem Jubel begrüßte das bunt kostümierte Narrenvölkchen das staatze Corps um das Tanzpaar, Mariechen Sarah Boer und Tanzoffizier Garry, das Kommandant Alfons Schriek mit Mann und Maus sowie Pauken und Trompeten auf die Bühne des „Leubsdorfer Wohnzimmers“ führte. Dort erinnerte Ehrenkommandant Schrosch Preiß, der sich mit seinem Nachfolger André van den Hurk und dem aktuellen Kommandanten die Rolle des Sitzungspräsidenten teilte, an die Anfänge seiner Truppe: „Als wir zum ersten Mal beim Hoppe Jöp einmarschiert sind, haben uns ganz schön die Knie gezittert“, gestand er. Nach einigen Tiefen und Höhen stehe nun ein so wunderbares Corps auf der Bühne, das ihn richtig stolz mache.

Dazu hat er der Ehrenkommandant auch allen Grund, wie sich die Narrenschar nach dem Befehl „Funke - danz!“ überzeugen konnte. Nach diesem ausgesprochen schwungvollen Einstieg in die jecke Geburtstagsfeier bewiesen die „Bremser“ us Hünnije, das sie mit dem „falschen Ton zu rechten Zeit“ zur „Lilli Marlen“ vielleicht en „Karussell“ zum Stillstand bringen können, die närrisch-ausgelassene Stimmung im Bürgerhaus konnten und wollten die „Karusselle-Brenmser“ jedoch ganz und gar nicht bremsen - ebenso wenig wie die „Verrückten Hühner“ der Möhnen mit ihrem Gardetanz oder das jecke Sextett „El Curacon“, das seine jecken Zuschauer tänzerisch in die 80er Jahre zurückführte.

Lustige „Verzällcher“ aus dem Leben eines Weihnachtsbaumes

Tosenden Beifall als Büttenredner erntete nach dem Ossendorfer „Blechbroder“ alias Hennes Kaminski der Leubsdorfer Egon Fassbender, der nach dem Auftritt der Dattenberger Tanzgruppe und der KG Maak Moet Niederkrüchten in de Bütt stieg und in seine Verzällcher aus dem Leben eines Leubsdorfer Weihnachtsbaums auch die Lüpstorfer Jungjeselle, de Rentnerband und andere Minsche us em Dorp humorvoll einbezog. Bis dahin war die Sitzung noch nach Plan verlaufen. Dann aber dauerte allein schon der Einzug des Linzer Husarencorps Grün-Weiß mit der Präsidentin der Großen Linzer KH, Yvonnen Adams-van Beek, und seinem Jubiläums-Prinzen Tobi I. eine gefühlte Ewigkeit. Schließlich war es Kommandant Nihat Kökce aber doch gelungen, seine stolze Truppe auf die Bühne zu führen, um dort zunächst die von Alina und Jan Plag trainiert Männertanzgruppe samt Funkemariechen Sarah Korf ins Rennen zu schicken. Und die wirbelte getreu dem Kasalla-Motto „Kumm mer lääve hück Naach, als wör dat hück dä letzte Daach“, wobei einige der Tänzer wie das Mariechen bei den akrobatischen Hebefiguren und waghalsigen Würfen im Gebälk der Hallendecke zu verschwinden drohten.

„Dat is für mich ja he en Heimspill. Zu den Jröön-Wiesse bin isch ja nur jejange, weil isch nit ezu lang waade wollt, bis der Schorsch ze möd für de Kommandant wood“, so Nihat Kökce, der sich noch gut an den Marsch des Funkencorps in Gummistiefeln erinnert konnte: „Auf dem Weg zur Einkleidung in Blau-Gold!“. Nicht nur et „Sabinchen“, das gar holde und tugendhafte Frauenzimmer, holte dann der Musikzug um Edgar Hausen ins Bürgerhaus, die Musiker wünschten sich auch den „alten Kaiser Wilhelm“ herbei.

Statt seiner kam aber Prinz Tobi I. zu Wort, der lange darauf gewartet hatte, seinen Kommandanten endlich in die Rede-Schranken weisen zu können. „Ich bin der Prinz von de Jröön-wieße Husarenfamillich, aber zu meiner Fastelovendsfamillich gehört Ihr alle hier in Leubsdorf natürlich allemal“, versicherte die Tollität der Narrenschar. Um dies auch anschaulich unter Beweis zu stellen, beorderte er gleich Georg Preiß und Alfons Schriek auf die Bühne. Und schon durften die beide mit Tobi I. und seinen Brüder-Adjutanten Hendrik und Holger nicht nur das Prinzenlied singen, sondern auch die Zeilen umsetzen: „Wir tanzen gerne bis ganz tief in die Nacht un hann Spass bis der Saal vor Freude lacht“.

Solo-Mariechen begeisterte mit akrobatischen Spagatsprüngen

Ganz so spät war es zwar noch nicht, als sich die Jröön-wiessen durch anhaltenden Applaus gesättigt ins Erdgeschoss-Foyer zurückzogen, aber gut 30 Minuten auf seinen Auftritt gewartet hatte Axel Höfel, en echt „Kölsche Köbes“ schon, um etwa von seiner Freundin, d’r Schabau-Mary, zu erzählen oder eine „mitspielende“ Zuhörerin anzupflaumen: „Wenn isch en Zwiegespräch wollt, stündste bei mir em Vertraach drin!“. Glücklicherweise hatten die „Drei Nejer un en Bunn“ seinen Rat gehört: „Do wo et jet ze Laache jit, do krichste de Ping am schnellste quitt!“, sonst hätte es dem „Quartett aus dem Süden“ wohl schon Buchping bereitet, andere Künstler vorzulassen.

So aber konnten sie nicht nur die rasanten Tänze von Solo-Mariechen Ramona Arvelo-Vicioso Piroth bewundern, deren Spagatsprünge einige Jecken schmerzverzerrt zusammenzucken ließen. Auch der Vortrag von Bauchredner Peter Kerscher mit seiner schwarz-weiß gescheckten Kuh Dolly entging den Bad Hönningern nicht. Dabei machte das vorlaute Tier nicht nur „drei Eisheilige um die kalte Sofie“ im Publikum aus, sondern auch einen Leubsdorfer Torero. „Der stiert mich so an!“, verriet sie ihrem „Herrchen“, der von ihr etwa erfuhr, dass der Ex-Bischof von Limburg zum Schutzpatron der Bauunternehmer ernannt worden sei.

Da war es schon längst klar, dass die Geburtstagssitzung der Blau-Goldenen erst spät enden würde, wurde doch auch noch das Tanzcorps Blau-Weiss Windhagen erwartet, ganz zu schweigen von den Unkeler „Barhockern“, die alle Jecken nicht nur von diesen und anderen Sitzgelegenheiten etwa als „Blues Brothers“, sondern auch mit Ostermann-Hits hochtrieben und so für einen mehr als schwungvoll-närrischen Abschluss einer bombigen Sitzung sorgten, der das Geburtstagscorps am Sonntag dann auch noch gleich einen Frühschoppen folgen ließ.

Mit „Kind und Kegel“ zog das Leubsdorfer Funkencorps Blau-Gold um Kommandant Alfons Schriek zur großen Geburtstags-Prunksitzung in das „Wohnzimmer“ der Gemeinde ein. Fotos: DL

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Mit strengem Blick hatte Dolly „drei Eisheilige um die kalte Sofie“ ausgemacht.

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