Das Tambourcorps Erpel hatte zu seinem Jubiläumskonzert geladen
50 Jahre mit dabei und nicht wegzudenken
Erpel. Einen Spielmannszug gab es in Erpel bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts, allerdings nicht als eigenständigen Verein, sondern innerhalb des Turnvereins. Diese Zugehörigkeit zu anderen Vereinen wurde zunächst auch beibehalten. Auf Initiative des langjährigen Tambours Peter Prangenburg wurden 1962 intensive Gespräche hinsichtlich einer Neugründung geführt. Ein vorläufiger Vorstand organisierte Proben, sodass man schon Karneval 1963 mit 16 Aktiven zum ersten Mal öffentlich aufspielen konnte, bevor das Tambourcorps Erpel dann vor 50 Jahren am 17. März im Café Paulus offiziell gegründet wurde. Grund genug für die Musiker zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres zu einem Konzert in den Bürgersaal einzuladen. Unter Stabführung von Josef Wester, Tambourmajor von 1974 bis 1976, zog das Stammcorps samt seiner Altaktiven mit wohl bekanntesten Marsch, „Preussens Gloria“ von Johann Gottfried Piefke, ein. „Ich freue mich, dass wieder so viel Zuhörer unserer Einladung gefolgt sind, um mit uns noch einmal unser 50-jähriges Bestehen zu feiern“, begrüßte die Vorsitzende Melanie Woelk die Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Cilly Adenauer und ihr Amtsvorgänger Edgar Neustein sowie zahlreiche Vertreter der Erpeler Vereine. Noch erfreulicher für den Verein ist die Tatsache, dass seit vier Wochen vier neue Nachwuchskräfte eifrig üben, um das Corps demnächst zu verstärken. Das verabschiedete sich nach dem „Malena Marsch“ von Rüdiger Löffler zunächst mit dem „Thurgauer Marsch“ von den Altaktiven, die mit „Mein Regiment“, dem Lieblingsmarsch des Komponisten Hermann Ludwig Blankenburg, sowie mit dem Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“ von Rudolf Herzer eindrucksvoll bewiesen, dass sie nichts verlernt haben. Mit dem „Marsch der Medici“, den der Holländer Johan Wichers 1938 komponiert hat, und dem Oberkrainer „Trompetenecho“ von Slavko Avsenik startete dann das Tambourcorps seine musikalische Reise, bei der Dirk Wester die Rolle des Fremdenführer übernahm. „I will follow him“, versicherten die Musiker nach der Polka „Choudounska“ von Freek Mestrini sowie einem Connie Francis Medley und folgten im „Free and Happy“ über den Atlantik zu den „American March Highlights“. Dann servierten sie ihren Gästen „Banana Split“ und besuchten mit ihnen „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“. Wer da dachte, das Jubiläumskonzert sei bereits „Over and out“, sah sich erfreulicherweise getäuscht. Nach einem „Tropical Sound“, bestiegen sie Georg ter Voerts „Spielmannexpress“, um nach Europa zurückzukehren, wenn auch nicht „With drums and guns“, sondern mit Flöten, Trommeln und Lyras. Und mit diesen Instrumenten forderten sie ihre begeisterten Zuhörer schwungvoll auf Spanisch auf: „Viva la Vida“, was man den feierfreudigen Erpelern bekanntlich nicht zweimal sagen muss.
Auch die jungen Mitglieder musizierten mit vollem Elan.
