Bürgermeisterwahl in der VG Unkel
Amtsinhaber setzen sich durch
Unkel. Überraschungen konnte es bei den Bürgermeisterwahlen in Bruchhausen und Erpel hinsichtlich des Ausgangs nicht geben, traten sowohl die Christdemokraten Cilly Adenauer als auch Markus Fischer als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten an.
Die Frage war nur, wie ihr Wahlergebnis ausfallen würde. In dieser Hinsicht können beide zufrieden sein. Hatte Cilly Adenauer, die einzige Bürgermeisterin an der Rheinschiene im Kreis Neuwied, bei ihrer ersten Kandidatur in 2009, damals noch gegen den SPD-Kandidaten Horst Bischof, 67,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, so wählten sie am Sonntag 81,48 Prozent der Erpeler zu ihrer unumstrittenen Orts-Chefin. Ein Top-Ergebnis mit 86 Prozent wie bei seiner ersten Wiederwahl vor fünf Jahren blieb Markus Fischer zwar verwehrt. Rundum zufrieden konnte der 46-jährige Bankangestellte mit 78,7 Prozent der Stimmen aber allemal sein.
Bürgermeisterwahlen in Unkel und Rheinbreitbach
Nicht erfreut dürften die beiden über den Ausgang der Bürgermeisterwahlen in Unkel und Rheinbreitbach sein. In der Stadt wie in der annähernd gleichgroßen Gemeinde im Norden der Verbandsgemeinde hatten die sozialdemokratischen Kandidaten die Nase vorn. Gerhard Hausen, der als Nachfolger von Werner Zimmermann vor zehn Jahren mit dem Sieg über den langjährigen Ersten Beigeordneten der Stadt, Günter Küpper, die CDU-Vorherrschaft im Unkeler Rathaus beendet hatte, und dem auch dem CDU-Kandidaten Knut von Wülfing 2009 unterlegen war, errang mit 59,2 Prozent der Stimmen erneut den Sieg über seinen christdemokratischen Kandidaten, Alfons Mußhoff. Dieser zeigte sich zunächst enttäuscht, dass auch ihm die Rückeroberung des Unkeler Rathaus nicht gelungen war. Während meines Wahlkampfes haben mich viel Bürger unterstützt, für die und mit denen ich im Stadtrat weiterarbeiten werde“, so der 56-jährige Regierungsdirektor, den das Ergebnis der Stadtratswahlen zumindest etwas zufriedene stimmte.
Strahlender Sieger
Strahlender Sieger aber war natürlich Gerhard Hausen, dem nahezu 60 Prozent der Wähler ihr Vertrauen geschenkt haben. „Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen sind hier bei uns im Wahlkampf keine Themen künstlich hochgekocht, sondern sachlich abgehandelt worden, sodass keine Wunden geschlagen wurden. Dieser faire Umgang miteinander ermöglicht auch in Zukunft eine sachliche Zusammenarbeit aller Fraktionen im Stadtrat“, so der alte und neue Bürgermeister der Kulturstadt am Rhein.
Dessen Parteifreund Wolfgang Gisevius ist nach Manfred Königstein erst der zweite Sozialdemokrat auf dem Rathaussessel von Rheinbreitbach. Mit 52,64 Prozent der Stimmen folgt er, der dem Gemeinderat bislang nicht angehört hat, auf den parteilosen Karsten Fehr, der als Verbandsbürgermeister von Unkel nicht mehr für das Amt des Orts-Chefs kandidiert hatte.
Andreas Nagel hatte das Nachsehen
Das Nachsehen hatte für viele völlig überraschend der im Ort fest verwurzelte CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Nagel, der sich mit 47,36 Prozent zufrieden geben musste und damit das Duell „Alt gegen Jung“ verloren hat.
Mögliche Ursache für seine Niederlage war wahrscheinlich die Tatsache, dass viele Wähler der Unabhängigen Wählergemeinschaft eher Wolfgang Gisevius die von ihnen gewünschte Transparenz hinsichtlich kommunalpolitischer Entscheidungen zutrauten, als dem langjährigen Ratsmitglied Andreas Nagel.
