Unkeler Grundschüler begeisterten mit dem Weihnachtsmusical „Der zerstreute Weihnachtsmann“
Ausländische Weihnachtslieder führten in die weite Welt hinaus
Unkel. Kleine Weihnachtsmänner wirbelten am Freitagnachmittag über die Bühne des Multifunktionsraums der Unkeler Schulen. In diesen hatte die Grundschule „Am Sonnenberg“ zu zwei Aufführungen des Weihnachtsmusicals „Der zerstreute Weihnachtsmann“ von Kurt Hackenbruch eingeladen. Dabei zeichneten sich Isabelle Baum für die Tänze der 1b, Christine Fabritius für den Chor und die Musik sowie ihre Kolleginnen Birgit Jacobi und Ingrid Tombeux für die Theaterdarstellung verantwortlich.
Der Nikolaus hatte die Unkeler Kinder ja schon am Vorabend beschenkt, nun aber warteten sie ungeduldig auf den Weihnachtsmann. Eine der ersten Beschreibungen, die der heutigen Symbolfigur des Schenkens ähnelt, stammt von dem New Yorker William Gilley, der 1821 dem „Santeclaus“ mit seinem von Rentieren gezogenen Schlitten ein Gedicht widmete. Nur ein Jahr später beschrieb Clement Clarke Moore den Nikolaus als rundlichen, lustigen Elfen mit rundem kleinen Bauch, mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, einer Nase wie eine Kirsche und mit einem langen schneeweißen Bart. Großen Anteil an der Verbreitung des Weihnachtsmannes hatte der Schriftsteller August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit seinem 1835 geschriebenen Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, bevor der US-amerikanischen Grafiker und Cartoonist Haddon Sundblom 1931 für die Coca-Cola Company den Weihnachtsmann im Rahmen einer Werbekampagne zeichnete und damit für seine weltweite Verbreitung sorgte.
Nur in Unkel musste man dieses Jahr auf ihn warten. „Dafür wird man uns wieder verantwortlich machen“, ärgerten sich die Organisationswichtel Carolina Corvinus und Nele Thran, um dann den zunehmenden Mond (Kian Salehi) um Hilfe zu bitten. „Der alte Mann wird doch nicht etwa auf der Milchstraße ausgerutscht oder vom Schlitten gefallen sein? Oder hat er sich gar hoffnungslos verirrt?“, befürchteten sie. Aber der gute alte Mond konnte sie beruhigen. Mit seinem Fernrohr hatte er den Gesuchten längst in Mexiko ausgemacht. Und schon erschien ein großer Sombrero auf der Bühne, während der Chor den Heiligen Mann mit dem Lied „Feliz navidad“ auf den rechten Weg nach Unkel zu bringen versuchte.
So richtig von Erfolg gekrönt war dieser Versuch zunächst jedoch nicht. Der Schlitten mit den „Reindeer“ machte erst einmal an der Freiheitsstatue in New York Halt, sodass umgehend das amerikanische Weihnachtslied „I hear them on the roof, the reindeer are coming“ erklang. Nach der Reise über den Großen Teich macht der Weihnachtsmann dann zunächst Rast in Spanien und Frankreich, sodass Mario Zuparic am Eiffelturm den „Petit Papa Noel“ begrüßen konnte. Mit einem gewaltigen Sprung über den Kanal landete der Weihnachtsmann dann in London am Big Ben, wo er mit „I wish you a merry Christmas“ vom Chor empfangen wurde.
Kinder „sangen“ den Weihnachtsmann nach Unkel
„Jetzt sollte er aber keinen Umweg mehr machen“, haderten die Organisations-Wichtel mit ihrem Schicksal. Aber der gute alte Mond musste sie nach einem Blick durch sein Mega-Fernrohr enttäuschen. „Der Weihnachtsmann ist schnurstracks nach Skandinavien unterwegs. Wenn wir ihn nicht aufhalten, landete er zu Hause in Lappland“, befürchtete er. Da mussten die jungen Sänger schon alles hergeben, um den weißbärtigen Rotrock mit ihrem „Komm doch lieber Weihnachtsmann endlich hier in Unkel an“ zu einer rasanten Rechtskurve zu bewegen, bei der er fast aus dem Rentierschlitten gefallen wäre. Dann schwebten aber doch niedliche Engelchen über die Bühne, um wie die „Jingle Bells“ das Nahen des Heiligen Mannes anzukündigen. Der schlug auch nicht gleich sein Goldenes Buch auf, sondern einen „Pons“, in dem der Weihnachtsmann alle Übersetzungen von Weihnachten nachschlagen konnte. Der Grund: Verwirrt, wie er sich nun einmal am Wochenende präsentierte, fragte er sich völlig desorientiert: „Wo bin ich hier eigentlich?“
Weihnachtsklassiker modern vorgetragen
Nachdem man ihn aufgeklärt hatte, befürchtete der so lang herbeigesehnte Gast, sich schon wieder dieselben Weihnachtslieder und -gedichte anhören zu müssen, die er schon seit gut 100 Jahren kennt. „Etwas Abwechslung darf man sich doch schon mal wünschen“, bat er um Verständnis. Und das hatten die Unkeler Grundschüler. Zwar wählten sie mit „Morgen Kinder wird’s was geben“ ein durchaus bekanntes Nikolauslied, trugen das aber in moderner Rap-Form vor.
Dankbar für diese Abwechslung, verabschiedete sich der Weihnachtsmann, um sich, eben absolut verwirrt, erneut nach Mexiko aufzumachen. „Er ist inzwischen doch zu alt für diesen Job“, befürchteten die Wichtel und sahen schon weitere Katastrophen auf sich, vor allem aber auf die zu beschenkenden Kinder zukommen. Der gute alte Mond jedoch gab Entwarnung. „Die Unkeler Kinder können eigentlich auf viel Geschenke verzichten. Im Gegensatz zu Gleichaltrigen in anderen Teilen der Welt haben sie doch eigentlich schon alles, was sie sich wünschen“, erklärte er und sorgte so für ein versöhnliches Ende des Musicals, für dessen Aufführung die jungen Akteure reichlich Applaus von einem restlos begeisterten Publikum ernteten, das im Anschluss die Reise des Weihnachtsmanns mit weiteren kulinarischen Abstechern im Foyer der Schule nacherleben konnte.
