„Africa Games“ auf dem Kaiserberg brachten 2.550 Euro für Lehrwerkstätten in Kenia ein
Bau der Berufsschule in Shanzu unterstützt
Organisatoren wollen das Konzept weiterentwickeln
Linz. Bei wahrhaft afrikanischen Temperaturen fanden am Samstag im Kaiserbergstadion die „Africa Games“ statt. Eingeladen zu diesem sportlichen Charityevent zugunsten der Bonner Hilfsorganisation „Humanitas Activa“ (www.humanitas-activa.de) hatte das Aegidienberger Ehepaar Stephanie und Kilian Reichert mit ihren Freunden. „Nachdem wir in den beiden Vorjahren zu einem Turnier auf den Tennisplatz des Bad Honnefer Bergstadtteils eingeladen hatten, wollten wir uns dieses Jahr etwa weiterentwickeln und den Teilnehmern mit einem Sponsorenlauf und einem Cage-Soccer-Turnier ein etwas breiteres Sportangebot bieten“, so Kilian Reichert. Als sein Freund Mirka Schopp von den VfB-Fußballern davon hörte, habe er ihm sofort das Kaiserbergstadion vorgeschlagen. „Nicht nur dass der Verein sofort zugestimmt hat, Stadtbürgermeister Adi Buchwald hat sich auch ohne Zögern bereit erklärt, die Schirmherrschaft Zusage für unsere Benefizveranstaltung zu übernehmen“, so der Veranstalter. Nachdem im Vorjahr beim Tennisclub Aegidienberg Geld für einen Schulbau in Shanzu/Kenia nahe Mombasa gesammelt worden war, stand nun ein weiterführendes Projekt von „Humanitas Activa“ an. „Wir wollen jetzt helfen, den Bau einer dualen Oberschule in diesem Ort mitzufinanzieren, um allen 350 Kindern eine weiterführende Perspektive geben zu können“, so Stephanie Reichert. Es lohne sich, die Projekte dieses Bonner Vereins zu unterstützen, nicht zuletzt, weil die dort eingehenden Geldspenden ohne irgendwelche Abzüge zu 100 Prozent in die Projekte fließen würden. „Wir haben seit 2009 in Shanzu den Bau der Heros Academy mit Kindergarten und acht Klassen mitfinanziert. Damit allein ist aber die Zukunft der Kinder nicht gesichert, die ohne Ausbildung mit größter Wahrscheinlichkeit wieder auf der Straße als Prostituierte landen würden“, so Anne Meyer-Berhorn vom Activa-Vorstand. Entsprechend will der Verein bis Dezember 2014 rund 30.000 Euro für eine Berufsschule aufbringen, um der Privatschule in Trägerschaft der protestantisch-lutherischen African Inland Church bis März 2015 fünf Ausbildungseinrichtungen mit Lehrwerkstätten angliedern zu können. Geschult werden sollen die Schulabgänger, abgesehen von den drei besten, denen ein Besuch des Gymnasiums finanziert wird, in einer Schneiderei, einer Schlosserei und Schreinerei sowie in Buchführung und Elektronik, Schwerpunkt Solartechnik. „Wir brauchen aber nicht nur Geld für den Bau, sondern auch Sachspenden für die Lehrmaterialien der Werkstätten, angefangen bei Drehbänken über Schweißgeräte und Elektronik-Messgeräte, Nähmaschinen, Taschenrechner und eine Trinkwasseraufbereitung, bis hin zu Kopiergeräten, Scanner, Drucker und Laptops“, so die Bonnerin, bevor Adi Buchwald den Startschuss zu dem Sponsorenlauf gab. Zahlreiche Läufer gingen an den Start und sammelten trotz der großen Hitze viele Runden für den guten Zweck. Mit jeweils 16 Runden erbrachten Iris Lahr und Tobias Derek die größte Laufleistung, die mit einem Schuhgutschein und einem Fässchen Bier als Sonderpreis belohnt wurde. „Auch unsere Hüpfburg und die anderen Attraktionen wie die Fußballspiele oder der große Afrika-Stand fanden immensen Zuspruch“, freute sich Kilian Reichert. Da die Tombola von fast allen Linzer Einzelhändlern unterstützt worden war, konnte sie unter dem Motto „Jedes Los gewinnt“ durchgeführt werden. Das große Kuchenangebot und später das afrikanische Büffet lockten weitere Gäste auf den Kaiserberg, die bis in den frühen Abend in großer Runde schlemmen. Auch einige Besucher aus Kenia ließen es sich nicht nehmen, die deutschen Interpretationen afrikanischer Gerichte zu probieren. Am Ende des Tages kam nicht zuletzt Dank der Unterstützung zweier Großspender die Summe von 2.550 Euro für den Bau der Berufsschule in Shanzu zusammen. „Mindestens ebenso freuen wir uns über die Vermittlung zweier neuer Schulpatenschaften, von denen eine der Linzer Bürgermeister Adi Buchwald übernommen hat“, berichtete Ulrich Meyer-Berhorn, der zu Beginn der Veranstaltung große Stellwände mit Informationen über seinen Verein aufgebaut hatte. „Eine tolle Sache dieses große Engagement im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Deshalb habe ich auch nicht nur keinen Moment gezögert, die Schirmherrschaft für die Africa Games zu übernehmen, sondern habe auch sofort eine Patenschaft übernommen“, so Adi Buchwald. Für nur 13 Euro im Monat ermöglichen die Paten einem Kind, zukünftig in die Schule zu gehen. „Wir werden zusammen mit Mirko Schopp das Konzept der ‚Africa Games‘ weiterentwickeln. Unser Ziel: Ein Sponsorenlauf für die örtlichen Schulen und Vereine soll im nächsten Jahr weitere Spendengelder für den Berufsschulbau 2015 in Shanzu hervorbringen“, blickten Stephanie und Kilian Reichert bereits in die Zukunft.
