Allgemeine Berichte | 27.01.2015

Vettelschoßer Kürassierregiment hatte zum 13. Standratefrühschoppen geladen

Bühne frei für die Darbietung aus der ganzen Region

Gesellschaften und Musikgruppen aus dem Tal und von der Hüh kamen ins Kathringer Gürzenich

Um ihren Nachwuchs muss sich das Kürassierregiment keine Sorgen machen. -DL-

Sankt Katharinen. „Wenn mir Kölsche singe sinn mir all dabei“, fasste Christian Hausen an der Hammondorgel am frühen Sonntagvormittag treffend im Bürgerhaus von Sankt Katharinen zusammen. In das waren schon zahlreiche bunt kostümierte Jecken geströmt, hatte doch das erste Kürassierregiment 1999 Vettelschoß um seine Vorsitzenden Peter Kretz und Günter Macht traditionsgemäß zu seinem 13. Standartenfrühschoppen eingeladen. Zwar nit mit alle Mann seiner Hunnen, wohl aber mit Fürst Optila (Arno Linke) , Schamanin Yanara Cam (Marissa Vollmer) und seinem Enkelchen, Jüngstfürst Mundus (Leon Vollmer) war der Unkeler Attila samt Greka (Harry und Silvia Vollmer) auf die Linzer Höhe gekommen. Um ihre Freiheit mussten die bunt kostümierten Jecken jedoch nicht bangen, waren die gelbgesichtigen Steppenreiter vom Rhein doch nicht auf Sklavenfang, sondern nur auf die besten Plätze ganz nahe an der Bühne aus.

Wenn et Trömmelche jeht, dann stonn se all parat die Fastelovendsjecke. Wenn Kommandant Udo Schmidt, in Personalunion auch Leiter der Kürassier-Musikzugs, die Pfeife erklingen lässt, dann stellen se sich op zum Sammeln die Kürassiere in ihren dunkelblauen Capote-Waffenröcken und den hohen schwarzen Stulpenstiefeln nach dem Vorbild französischen Gardekavallerie, wobei sie von etlichen Marketenderinnen und Köchen begleitet wurden. Mit stehenden Ovationen wurden sie alle bei ihrem Einzug pünktlich um 11.11 Uhr von den jecken Besuchern empfangen, darunter natürlich die Vettelschoßer KG Grün Gold sowie unter anderem auch etwa die Windhagener „Klaavbröder“ mit ihrem Prinzenpaar Michael I. „von Handy, Senat und Multirat“ und Birgit II. „von schwarze Mamba und rote Socken“. Die „Wenter“ Tollitäten werden sich ja auch über die VG-Grenzen hinweg traditionell am Karnevalssonntag als einziges Erwachsene Prinzenpaar in den Zoch auf der Linzer Hüh einreihen.

Begrüßt wurden sie alle von Udo Schmidt, der sich an diesem Tag die Moderation des Standarten-Frühschoppens mit Oliver Girnstein teilte. Zunächst schickte er die von Andrea Zimmer, Alexandra Kurtenbach, Anne Dung und Tabea Strauch trainierten Tänzer der Kinder- und der Jugendkürassiere ins Rennen, bevor die Nachfahren der schweren Kavallerie der Grande Armée unter Beweis stellten, wie erfolgreich das Training unter den gestrengen Augen der ehemaligen Mariechen, Sandra Girnstein und Dashurije Müller, gewesen ist.

Nachdem dann mit dem Ausmarsch der gut 100.köpfigen Truppe, darunter rund 40 Kinder und Jugendliche, die Standarte, auf welcher der gallische Hahn mit stolz geschwellter Brust seinen Kopf in die Höhe reckt, in der Dekoration montiert war, war die Bühne frei für die Darbietung von Besuchern aus der ganzen Region.

So war nicht nur die Kirmes- und Karnevalsgesellschaft nach Kathringe gereist, auch Rittmeister Tobias Grunwald hatte die Roten Husaren aus Linz um den 1. Vorsitzenden Bernd Berg vom Rhein auf die Höhe geführt, um den Kürassieren seine „Bond-Girls“ zu präsentieren, die dem bekanntesten MI5-Agenten nicht nur seinen Martini, natürlich „geschüttelt - nicht gerührt“, servierten.

Nach dem Auftritt des Funkenkorps Neustadt über die Niederzissener Band „De Botzedresse“ nicht nur mit ihrer „Vogelwiese“ für jecke Stimmung, die den grün-weißen Ziepchesfunke aus Kölsch-Büllesbach mehr als zu passe kam. „Sulang de Welt nit ungerjeht, es et zom Lääve nie zo spät“, schmetterte dann das Quintett „De Rheinländer“ un fing janz einfach do met aan. Das dachte sich auch das Tanzcorps Blau-Weiß Sankt Katharinen, dessen akrobatische Tänze der Strünzer Prinz Tobi I. mit seinem janzen Jeschmölzche bewunderte. Selber noch immer mitgenommen von der Nachricht, der Sohn von Darth Vader zu sein, befürchtete er offensichtlich, die Jecken könnten ihm den Gehorsam verweigern, so dass er nicht nur mit . seinem grüß-weißen Jubiläumscorps im Bürgerhaus aufschlug, sondern auch noch die staatze Kääls der rut-wiessen Stadtsoldaten angeworben hatte.

Längst war das Bürgerhaus zur Achterbahn geworden, als mit dem Sextett „6 Richtije“, die Bläck Fööss mit den Höhnern und den Paveiern in et Jürzenich von Kathringe einzogen, Bap und Brings nicht zu vergessen. Da fehlten nur noch die „Weltmeister vom Rhing“, genauer das TC Rot-Weiß Vettelschoß, das für ein furioses Schlussbild auf der Bühne sorgte, bevor die Herseler „Rheinland Fanfaren“ zum Abschluss des Standarten-Frühschoppen nicht ihr Iglu, sondern fast das Bürgerhaus in Brand, natürlich nur in Flammen der Begeisterung gesetzt hätten.

Um ihren Nachwuchs muss sich das Kürassierregiment keine Sorgen machen. Foto: -DL-

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