Marmorplastik in Unkel enthüllt
Bund der Energieverbraucher erinnert an Hermann Scheer
Inoffiziell heißt der kleine Platz nun nach Vorkämpfer für erneuerbare Energien
Unkel. Zahlreiche Gäste konnte jüngst der Vorsitzende des Vereins „Bund der Energieverbraucher“ (BdE), der Rheinbreitbacher Aribert Peters, in Unkel vor dem Vereinshaus neben den alten Rathaus begrüßen. Darunter waren neben vielen Vereinsmitgliedern auch Peters‘ Nachbar, Bürgermeister Gerhard Hausen, und dessen Kollege Wolfgang Gisevius aus Rheinbreitbach, Verbandsbürgermeister Karsten Fehr sowie nicht zuletzt der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Ulrich Kleemann. „Ich freue mich, dass so viele an dieser kleinen Feier teilnehmen, um mit uns den Platz vor unserer Bleibe auf den Namen ‚Hermann-Scheer-Platz‘ zu taufen“, erklärte der BdE-Vorsitzende. „So richtig etwas anfangen konnten wir mit dem völlig verlassenen Vorplatz jedoch lange Zeit nichts“, gestand der Vorsitzende ein. Erst als ihm sein vier Jahre älterer Bruder, der Bildhauer Axel Peters, vor sechs Jahren eine Marmorplastik für seinen Garten in Rheinbreitbach fertiggestellt habe, sei ihm die Idee gekommen, Vergleichbares vor dem Gebäude in Unkel aufstellen zu lassen.
„Im Frühjahr 2015 stand dann fest, dass sich der Verein für den Vorplatz ein solches Kunstwerk gönnt“, erklärte Aribert Peters, bevor er unter dem Beifall der Gäste gemeinsam mit seinem Bruder das 1,30 Meter große Kunstwerk aus grauem Bardiglio-Marmor enthüllte. Dieses zeigt mehrere eng beieinanderstehende Menschen und symbolisiere unter dem Namen „Beziehungen“ die Kraft, die dem gemeinsamen Wirken innewohnt, verriet Aribert Peters, auch wenn sein Bruder die Maxime vertritt, dass ein Kunstwerk sein eigenes Leben lebe und dies durch den jeweiligen Menschen, der es betrachte, sodass sich jede allgemeingültige Interpretation oder Aussage erübrige. „Trotzdem möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, wie besonders gut dieser herrlich gestaltete Marmorblock zum BdE passt ebenso wie auch zu Hermann Scheer“, hob der Vorsitzende hervor. Schließlich sei der Verein dem Mitbegründer und Präsidenten der gemeinnützigen Vereinigung „Erneuerbare Energien EuroSol“ über viele Jahre sehr eng verbunden gewesen.
Bereits 1994 hatte Aribert Peters mit dem sozialdemokratischen Bundestagsmitglied Scheer das Phoenix-Projekt ins Leben gerufen hatte, um dann ein Jahr nach Erwerb der neuen Bleibe in Unkel mit dem engagierten Streiter für erneuerbare Energien das 20-jährige Bestehen des Vereins zu feiern. „Ohne Hermann Scheer, der 2010 im Alter von nur 66 Jahren gestorben ist, wäre der Durchbruch der Solarenergie in Deutschland nicht vorstellbar“, so Aribert Peters über den Politiker, der unter anderem 1998 mit dem Weltpreis für Solarenergie, im Millenniumsjahr mit dem für Bio-Energie und 2004 mit dem Weltpreis für Windenergie ausgezeichnet worden war. Offiziell ist es zwar (noch) nicht, dass der kleine Platz seinen Namen trägt, aber vielleicht hält sich diese Benennung ja so hartnäckig wie die nicht belegte für den Oberen Marktes als Eschenbrender Platz.
