Die Gewerkschaft BCE lud nach Leubsdorf zur Podiumsdiskussion „Politiker zeigen Flagge“
Bundestagskandidaten nahmen Stellung zu wichtigen Themen
Leubsdorf. Der Bundestagswahlkampf ist mit dem Ende der Sommerferien in Rheinland-Pfalz in seine heiße Phase eingetreten. Grund genug für den Seniorenarbeitskreis Bad Hönningen-Linz der Gewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (GBCE), die sieben Kandidaten des Wahlkreise Neuwied/Altenkirchen unter dem Motto „Politiker zeigen Flagge“ zu einer Podiumsdiskussion in das Bürgerhaus von Leubsdorf einzuladen.
Begrüßen konnte Moderator Olaf Goebel auf der Bühne entsprechend neben Holger Zimmermann von der GBCE Mittelrhein Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Elisabeth Bröskamp (Bündnis 90/Die Grünen), Jochen Bülow (Die Linke), Sandra Kleeser (FDP), Peter König (Piraten), Erwin Rüddel (CDU) und Oliver Weihrauch (Freie Wähler).
Holger Zimmermann - GBCE Mittelrhein
„Wir konzentrieren uns heute Abend auf drei Themenbereiche, die aus Sicht der Gewerkschaften für die Bürger besonders wichtig sind“, so Holger Zimmermann. Er widmete sich zunächst der Energiewende. Eine sichere und auch bezahlbare Energieversorgung sei nur durch einen vernünftigen Mix möglich, so sein Credo, bevor er auf das Thema Leiharbeit einging.
Als drittes Thema setzte er den Politikern den Übergang in die Rente vor. „Die Rente mit 67 bringt extreme Probleme mit sich“, hob er hervor.
Erwin Rüddel (CDU)
„Vieles, was Sie gesagt haben, finde ich sehr vernünftig“, urteilte Erwin Rüddel, der sich entschieden für einen Ausstieg aus der Atomkraft aussprach. „Wir brauchen nicht an jeder Ecke Windräder“, sprach sich der CDU-Kandidat gegen solche Industrieanlagen in schützenswerten Gebieten aus.
Erwin Rüddel sprach sich für einen Mindestlohn sowie für „gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ aus; ebenso wie für eine Anhebung der Mütterrente.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD)
„Den Ausstieg aus der Atomkraft hatten wir ja schon, bevor Schwarz-Gelb diesen wieder aufgehoben hat“, erinnerte Sabine Bätzing. Hinsichtlich der aktuellen Situation bei Maßnahem zur Energiewende sei eine Koordinierung zwischen Bund und den Ländern erforderlich. Energie sei ausreichend vorhanden, müsse aber bezahlbar sein. Sozial sei, was gute Arbeit schaffe. Entsprechend müsste Minijobs und Zeitarbeit reduziert, ein Mindestlohn eingeführt werden.
Sandra Kleeser (FDP)
„Wir brauchen ein Koordinationskonzept für den Ausstieg aus der Atomenergie“ so Sandra Kleeser, die wie Rüddel Windkraft nur befürwortete, so denn keine Wälder verschandelt würden. Hinsichtlich der Arbeitsverhältnisse in Deutschland erklärte sie: So schlecht geht es uns doch gar nicht!“ Hinsichtlich der Renten warnte Sandra Kleeser vor einer weiteren Überschuldung der kommenden Generationen und sprach sich gegen Steuern-finanzierte Renten aus.
Elisabeth Bröskamp (Bündnis 90/Die Grünen)
Auf ihren Hinweis der Subventionierung erneuerbarer Energien ging Elisabeth Bröskamp postwendend ein. Viele der Leute, die sich heute vehement gegen Windkraft stark machen würden, hätten in der Vergangenheit stillschweigend das Zubetonieren der Natur für Straßen und Gewerbegebiete zugelassen wenn nicht sogar befürwortet. Sie sprach sich für einen flächendeckenden Mindestlohn sowie für eine klare Abgrenzung zwischen Leiharbeit und Werkverträgen aus.
Jochen Bülow (Die Linke)
Keine Stellung zu den drei Themen in seinem Statement bezog Jochen Bülow. Vielmehr kritisierte der Linke die mangelnde demokratische Beteiligung der Bürger an Entscheidungsprozessen und monierte, dass Milliarden an Steuergeldern in die Finanzmärkte gepumpt worden sind, obwohl diese doch erst die Krise verursacht haben.
Oliver Weihrauch (Freie Wähler)
Mehr demokratische Verantwortung für die Bürger forderte auch Oliver Weihrauch, entsprechend auch mehr Mitbestimmung bei der Arbeit bis hin zu den Gehältern der Manager.
Peter König (Piraten)
Das Fehlen klarer Richtlinien monierte Peter König. Die Folge: Die Bürger hätten Angst, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten würden, dass die Rente demnächst besteuert und die Energie zu teuer würde.
