Mit dem Strünzerball am Freitagabend startete das närrische Wochenende überaus furios
Christian I. konnte mit den Jecken seine Freud am Fastelovend teilen
Linz. Vor genau 20 Jahren hatte das Funkencorps Blau-Wiess unter dem Kommandanten Wolli Klein zu seinem 25-jährigen Jubiläum den inzwischen längst traditionellen Strünzerball aus der Taufe gehoben. Eingeladen zum „Närrischen Wochenende“ mit eben dem Ball am Freitagabend und dem Bürgerfrühschoppen am Sonntag hatte dieses Mal das Jubiläums-Corps „Schweren Artillerie“, das 1939 von der damaligen Seniorenriege des „Linzer Schwimmclubs 1922“ ins Leben gerufen worden war. Längst waren die Strünzer Oberjecken angesichts des zunehmenden Andrangs in die Sporthalle am Miesgesweg umgezogen, die eine Woche vor den drei tollen Tagen zum absoluten Epizentrum der Narretei zwischen Köln und Neuwied geworden ist.
Die „Silver Dolls“ fesselten nicht nur die blutrünstigen Seeräuber, die sich angesichts der Temperaturen in der Sporthalle wie zu Hause vorkamen. Entsprechend passend empfanden auch alle den „Tanz auf dem Vulkan“, bevor sich die Jecken Helen Fischer folgend „Mitten im Paradies“ vorkamen, sodass die junge Tänzerinnen ziemlich anspruchslos auf ne „Villa in der Schlossallee“ verzichteten, bevor sie sich, wie bei der Prunksitzung, zu dem Servicepersonal gesellten. „Begrüßt mit uns unseren Prinzen, Christian I. ‚Commodore der Schweren Artillerie‘, aus dem Hause Siebertz, mit seinen Adjutanten, ‚Bully‘ Markus Bouillon und ‚Stone‘ Patrick Stein,“, forderten die Moderatoren, Ex-Commodore Heinz Bündgen und „CILS“, Frank „Fossi“ Fossemer, also der Commodore in Lauerstellung, die Narrenschar, darunter auch der Hausherr, VG-Chef Hans-Günter Fischer, auf. Hochzufrieden mit der Stimmung des jecken Völkchens überließ das Dreigestirn die Bühne dann den Musikern der Feedback Dancing Band um ihren Frontman Bernd Döhring, die nicht nur mit kölsche Tön die Narrenschar unterheilt. Abgelöst wurden die Hobby-Tänzer schließlich von den „Tanzbienen“, die sich trotz roten Tütüs, „Holz vor der Hütte“ und Schwanenkrönchen auf dem Kopf als Drohnen erwiesen, allerdings alles andere als faul oder gar untätig grazil über die Bühne schwebten.
Als Meister im Umziehen verwandelte sich das hinreißende Männerballett in Herrscher der afrikanischen Steppen, um nach Melodien vom „König der Löwen“ knallhart zu erklären, „Janz ejal ob de Huhn bis oder Hahn!“ Das TC Rot-Weiß Vettelschoß, das zweimal hintereinander die Weltmeisterschaft im Gardetanz mit Hebefiguren auf die Linzer Höhe hatte holen können, wurde stürmisch gefeiert, bevor die Unkeler „Barhocker“ mit einem musikalischen Feuerwerk den offiziellen Schlusspunkt setzten.
