Alice-Salomon-Schule
„Coco Superstar - Unsere Schule steht Kopf“
Die vier Aufführungen des Musicals fanden bei den Zuschauern großen Anklang
Linz. Hochbetrieb herrschte mehrmals in der Linzer Stadthalle. In die gute Stube der bunten Stadt am Rhein hatten die Unterstufenschüler der Fachschule für Sozialpädagogik an der Alice-Salomon-Berufsbildenden Schule eingeladen. Die führten dort vier Mal das Musical „Coco Super-Star Superstar - Unser Schule steht Kopf“ von Sandra Engelhardt, Text, und Martin Schulte, Musik, auf, wobei sie sich vor allem an Schulen aus der Umgebung richteten. Erste Tanzproben hatte bereits vor Monaten Landrat Rainer Kaul bewundern können, als er am Tag der offenen Tür von Schulleiter Axel Lischewski durch das weitläufige Gebäude geführt worden war. „Die Proben mit unseren Modulleiterinnen, Mona Lehnberg, Jeannette Elfers und Heike Simon haben für die 18 Schauspieler und elf Tänzer schon unmittelbar nach den Herbstferien begonnen“, erklärte Renate Rick, die mit Richard Wirtz für das Projektmanagement verantwortlich ist. Fachmännische Unterstützung holten sich die Musical-Darsteller zudem von der Königswintererin Beatrice Masala, die als Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin umfassend helfen konnte. „Aber so ein Musical-Projekt ist natürlich Teamarbeit, die auch die Technik, den Bühnenbau, die Finanzen und unsere Öffentlichkeitsarbeit umfasst bis hin zu einer Dokumentation der pädagogischen Begründung“, erklärte Hannah Riedel, eine der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Schülerinnen. Der Inhalt ist schnell erzählt: Der neue umschwärmte Star am Schlagerhimmel, Coco, gibt ein Konzert in der Stadt. Das wäre schon aufregend genug. Als dann aber noch ihr Manager einem Vertreter der Schule ein Gespräch mit der Sängerin anbietet, schwappen die Emotionen über. Die Schule steht eben Kopf, weil jeder den Star persönlich kennenlernen will. Für die Direktorin steht jedoch fest, dass dafür nur der beste Schüler in Frage kommt. Proteste der Schüler wiegelt sie ab. „Weil sie meine Noten kennen, glauben sie, sie kennen mich. Macht das alles ein Sinn, sagt mein Zeugnis, wer ich bin? Wer darf über mich entscheiden? Und wenn ich nicht auffalle, heißt das dann, dass ich kein Talent habe?“, fragen sie provokativ. „Aus pädagogischer Sicht ist das für uns als zukünftigen Erzieher natürlich die zentrale Frage“, so Hannah Riedel. Auch die Musical-Pädagogen müssen erkennen, dass der berüchtigte Notenspiegel nicht zu dem gewünschten Erfolgt führt. Also sollen Interessengruppen gegeneinander antreten. Naturwissenschaftler und Sportler, Sprachgenies und kreative Künstler liefern sich einen wortreichen Gesangs-Wettstreit, lange bevor sie sich einem Casting stellen. Plötzlich entdeckt die Direktorin längst vergessene Träume, ein um Harmonie bemühter Lehrer verhindert eine „Eskalation“ und unterstützt den Vorschlag, das Los entscheiden zu lassen. Und dann ist da ja auch noch der bis dahin ständig störende Hausmeister, der ganz unerwartet zum „Held“ des Musicals wird.
