Willy-Brandt-Stiftung hatte zu einer Matinée in Unkel eingeladen
„Der Kulturstadt ein Profil geben“
Geigerin Lara Weber begeisterte das Publikum mit ihrem einfühlsamen Vortrag
Unkel. Zu einem Matinée-Konzert mit der jungen Geigerin Lara Weber hatte das Willy-Brandt-Forum am Sonntagvormittag in das Reinhotel Schulz eingeladen. „Dass wir uns als Konzertveranstalter versuchen, liegt nicht etwa daran, dass Willy Brandt sich musikalisch besonders hervorgetan hätte, obwohl es ein Poster aus dem Jahr 1976 gibt, das ihn als Mandolinenspieler zeigt“, so der Vorsitzende der Willy-Brandt-Bürgerstiftung, Christoph Charlier. Viele hielten dieses Foto für eine Fälschung, aber Brandts Mutter habe ihren Sprössling in jungen Jahren in Lübeck tatsächlich das Mandoline-Spiel erlernen lassen.
„Grund für die Veranstaltung, die wie knapp vier Wochen vor dem Eröffnungstermin des Willy-Brandt-Forums terminiert haben, ist unser Anliegen, uns an den Bestrebungen zu beteiligen, der Kulturstadt Unkel ein entsprechendes Profil zu geben“, hob Charlier hervor.
„Ich habe die junge Violinistin Lara Weber, die bereits mit der ‚Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen‘ aufgetreten ist, vor kurzem gehört und sie gefragt, ob sie auch in Unkel spielen würde. Und sie hat erfreulicherweise direkt zugesagt“, stellte der Stiftungsvorsitzende die junge Künstlerin vor, die am Flügel von Mariko Klimkiewicz-Yamane begleitet wurde. Die Violinistin hatte sich zudem beim 22. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds der Stiftung „Musikleben“ das Anrecht erworben, ein Jahr lang auf einer besonders klangschönen Violine von Giuseppe Gagliano aus dem Jahr 1785 spielen zu dürfen, dessen Großvater Alessandro die Geigenbauer-Dynastie in Neapel begründet hatte, deren Instrumente in einem Atemzug mit denen der Cremoneser-Familie Amati genannt werden.
Mit der Sonate für Violine und Klavier A-Dur des Pariser Organisten César Franck eröffnete die junge Geigerin die Matinée. Diesem mehrsätzigen Instrumentalstück ließ Lara Weber nach einer kurzen Pause das Rondo in A-Dur von Franz Schubert folgen, bevor sie mit der „Fantasie“ Opus 20 von Henri Wieniawski nach Themen aus Charles Gounods „Faust“ das Matinée-Konzert beschloss.
Anschließend hatte die Gäste die Möglichkeit, ab 12.30 Uhr und 15 Uhr kostenlos an den Führungen des Vorstandsmitglieds Christine Röhling durch das Willy-Brandt-Forum teilzunehmen.
