Allgemeine Berichte | 22.04.2015

Theaterkreis Sankt Pantaleon Unkel

„Der Meisterboxer“

„Der Meisterboxer“

Unkel. In den großbürgerlichen Salon des Leipziger Marmeladenfabrikanten Friedrich Breitbach hat sich zur Zeit die Bühne des Unkeler Pfarrheims verwandelt, führt der Theaterkreis Sankt Pantaleon doch zum 35-jährigen Bestehen der Laienspielgruppe erneut die Komödie von Otto Schwarz und Carl Mathorn „Der Meisterboxer“ auf, mit welcher die Komödianten schon vor 33 Jahren Erfolge gefeiert hatten. „Aus allen Ecken haben wir die Einrichtung wie das alte Vertiko oder die Holzsäule zusammengetragen, so dass halb Unkel auf der Bühne vertreten ist, schon bevor wir in Sachen auftreten, die uns ältere Bürger vom Speicher zur Verfügung gestellt haben“, berichtete Rudolf Zimmermann, kurz vor der Generalprobe. „Ausgeliehen“ bereits zum dritten Mal hatte sich sein Frühjahrs-Ensemble aus dem Siegburger Raum auch Thomas Zirngibl, der die Hauptrolle, eben die des Möchtegern-Meisterboxers, übernommen hat. Der hat sich mit seinem Teilhaber Hugo Hecht, den Rudolf Zimmermann spielt, einen raffinierten Schwindel ausgedacht. Beide geben vor, mit Boxen und Fechten Sport zu betreiben, um in Wirklichkeit im Stammlokal „Marienberg“ vegetarische Grünkernbuletten gegen deftigen Schweinebraten einzutauschen. „Thomas hat zu einer Probe eine DVD von der Kölner Aufführung aus dem Jahr 1968 mitgebracht. Ich war eigentlich nicht dafür, weil es doch schwer fallen könnte, sich von einer professionellen Vorgaben zu lösen“, erklärte Rudolf Zimmermann. Zu entscheiden, was man von den Profis abkupfern und wie man seine Rolle selber ausfüllen kann, fiel seiner Frau Marita, wie Souffleuse Marianne Augsburg Gründungsmitglied der Truppe, allerdings überhaupt nicht schwer, auch wenn sie mit der legendären Else Scholten eine brillante „Vorgängerin“ hatte. Als Adelheid Breitebach himmelt sie zunächst ihren sportlichen Göttergatten an, der von Stadt zu Stadt und von Titel zu Titel eilt, wobei ihm die Erfolge des richtigen Boxers Friedrich Breitenbach sehr zu pass kommen.

Von Bitter- und Kirschwasser

„Er trinkt sogar konsequent Bitterwasser“, schwärmt sie Amalie (Alice Dommermuth), der Frau von Kanzleirat Tobias Wipperling vor, nicht ahnend, das ihr Friedrich das scheußliche Gesundheitswässerchen gegen süffiges Kirschwasser austauscht. Dargestellt wird der sächselnde Kanzleirat von Thomas Mohr, der wie Johanna Zimmermann als Breitbachs Tochter Lotte das erste Mal hier auf der Bühne steht, während Philipp Lehmacher nach Jahren der Thalia-Abstinenz zu der Komödiengruppe zurückgekehrt ist. Mit Bubi Scholz 1960 und Günter Lambrecht 1968 hatte er als der wahre Boxer Breitenbach in Köln in zweifacher Hinsicht professionellen Vorgänger, was ihn jedoch weder in seiner Liebesszene mit Lotte noch in der späteren Auseinandersetzung mit seinem Namensvetter beeindruck zu haben schien. Neben dem Hausmädchen Rosa (Ingrid Crone-Berkele) ist auch noch Sohn Fritz (Lothar Mollberg) mit von der Partie, der mit der rassigen Tänzerin Coletta Corolani /(Katharina Schwarz) angebandelt hat und sich bei dieser ebenfalls als Boxer Breitenbach ausgibt. Womit die Voraussetzungen für Irrungen und Wirrungen gegeben sind.

(Rest-)Karten

Vielleicht können noch einige wenige Restkarten in der Frankfurter Straße, bei Stefan Florian–Schädlich ergattert werden, übrigens ein Gründungsmitglied, das sich in der „Pension Schöller“ eine heiße Liebesszene mit der damaligen Marita Schwarz „erlaubt“ haben soll. Die entsprechenden Aufführungen am Freitag, 24., Samstag, 25. und Sonntag, 26. April, beginne alle um 20 Uhr im Pfarrheim am Corneliaweg.

Noch glaubt der angebliche Box-Champion sich mit Schilderung seines „Fights“ aus der Affäre ziehen zu können.

„Der Meisterboxer“
Schmerzhafte Erfahrungen macht Ferdinand Breitenbach bei der Auseinandersetzung mit seinem Namensvetter. Fotos: DL

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