Allgemeine Berichte | 19.02.2013

Der ehemalige Dechant Franz Lurz feierte sein Goldenes Priesterjubiläum

Als ehemaliger Kaplan des Jubilars hielt Bischof Heiner Koch in Rheinbreitbach die Predigt

Auf ein volles Gotteshaus konnte Franz Lurz vom Altar aus bei seinem Priesterjubiläum blicken.

Rheinbreitbach. Wer am vergangenen Sonntagvormittag zu spät in die Rheinbreitbacher Kirche Sankt Maria Magdalena gekommen war, der fand keinen Sitzplatz mehr. „So voll hat man diesen Altarraum wohl selten gesehen wie heute, wo wir zusammen mit vielen Gläubigen aus dem ganzen Siebengebirgsbereich das Goldene Priesterjubiläum von Monsignore Franz Christian Lurz feiern“, freute sich Pfarrer Andreas. Eskortiert von den Rhöndorfer Sankt Hubertusschützen und angeführt von Messdienern aus der gesamten Verbandsgemeinde hatte er zusammen mit zahlreichen Weggefährten des Geistlichen den Jubilar vom Pfarrheim aus in die Kirche geleitet. Dort begrüßte er vor allem Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, den Kölner Stadtdechant Robert Kleine, den Dechanten des Dekanats Königswinter Udo Schiffers und nicht zuletzt den neu ernannten Bischof von Dresden und Meißen, Heiner Koch, der wie er selber in Sankt Martinus in Kaarst einer der Kapläne von Franz Lurz gewesen war.

Lebensstationen

Der am 3. Januar 1937 in Köln geborene Geistliche hatte von 1957 bis 1963 Theologie in Bonn und München studiert, bevor er am 11. Februar 1963 in Sankt Heribert in Köln zum Priester geweiht wurde. Nach Kaplansjahren in den Pfarreien Sankt Ursula in Düsseldorf-Grafenberg bis 1968 und Sankt Theodor in Köln-Vingst bis 1972 sowie einem einjährigen Aufenthalt in Frankreich wurde Franz Lurz im Mai 1973 zum Pfarrer an Sankt Martinus ernannt. Ab Dezember 1989 war er dann in der Nachbargemeinde Pfarrer von Sankt Johann Baptist in Bad Honnef und von Sankt Mariä Heimsuchung in Rhöndorf; ab 1997 auch von Sankt Martin in Selhof, nachdem er bereist zwei Jahre zuvor zum Dechant des Dekanates Königswinter ernannt worden war. 1997 erfolgte zudem seine Ernennung zum Monsignore. Seit 2007 wohnt Franz Lurz als Ruhestandspriester in Unkel direkt am Rhein mit Blick auf die alte Heimat Bad Honnef und das Siebengebirge. Unruhig bleibt der Ruhestand, weil er weiterhin voller Engagement im ganzen Seelsorgebereich der Verbandsgemeinde Unkel als Subsidiar aushilft, Wallfahrten auf den Spuren der Bibel organisiert und vor allem für sein „Sorgenkind“, das Caritas Baby Hospital im Heiligen Land“ um Hilfe bittet. Franz Lurz gehört dem Säkularinstitut „Notre Dame de Vie“ an, das sich an die Regeln und die Gebetstradition des Karmeliterordens anlehnt.

Beeindruckende Predigt

In seiner beeindruckenden Predigt bezog sich Heiner Koch auf die Lesung, die Versuchung Jesu durch den Satan während seiner 40 Tage in der Wüste, an die durch die vorösterlicher Fastenzeit erinnert wird. Zuvor aber dankte er Gott für den Priester Franz Lurz, für das Priestersein und -wirken des Jubilars, der mit Herz und Mund seinen Glauben bekannt und den Menschen mit Freude und Eifer vermittelt habe. Dann erinnerte er an das II. Vatikanische Konzil, das Papst Johannes XXIII. von Oktober 1962 bis Dezember 1965 zur pastoralen und ökumenischen Erneuerung einberufen hatte. „Welcher Elan, welcher Schwung mit dem Willen zum Aufbruch war damals da, der durch deine Person verkörpert wurde und mit dem du uns mitgerissen hast“, erinnerte der Ex-Kaplan des Jubilars.

Fragen der Schuld

Heute würden Fragen der Schuld und des Versagens sowie hämische Kritik an der Kirche im Vordergrund stehen. „Wir wissen um die Müdigkeit sowie Ratlosigkeit vieler Gläubiger und sehen unsere Schwächen. Auch in diesen Zeiten bist du Priester und damit sakramentale Gegenwart Gottes, der durch dich und mit dir wirkt durch das Sakrament der Weihe“, so der zukünftige Bischof. Des Weiteren ging er auf die erste Versuchung Jesu ein. Sogar das Glück sei kaufbar, suggeriere ein Reisegesellschaft. Ergebnis dieses Machbarkeitswahns sei die Burn-out-Gesellschaft. „Letztlich ist im Grunde aber alles ein Geschenk Gottes. Und so steht auch keine Leistung oder Wissens-Prüfung vor der Ernennung zum Priester, man empfängt die Weihe in der Gewissheit, dass Gott ein Herz für uns hat“, so Heiner Koch, um sich sodann der Unverbindlichkeit der heutigen Zeit zu widmen. Götzen werden nach individueller Beliebigkeit und in größter Freizügigkeit gewechselt, kritisierte er. Dabei mache erst Bindung groß und frei. Priester-Sein sei dagegen keine Aufgabe auf Zeit. „Auch wenn du manches sehr kritisch gesehen hast, bis du deiner Berufung, deiner Bindung an Gott immer treu geblieben“, wandte sich Heiner Koch direkt an Franz Lurz.

Die große Versuchung

Die größte Versuchung sei, Gott auf die Probe zu stellen, ihn dem Bild anzupassen, das sich der Einzelne von ihm gemacht habe. „Man darf Gott nicht auf die Probe stellen“, vielmehr stehe die Frage im Vordergrund, ob sich Gott auf die Liebe des Menschen verlassen kann, auch wenn sich dieser nicht von ihm getragen fühle, also in Zeiten des Zweifels und der Überforderung, in Stunden der Ohnmacht und des Scheiterns. „Wir sind dir dankbar Franz, für deine Treue und Liebe zu Christus, für deine Verlässlichkeit. Danke Gott, dass du uns diesen Priester geschenkt hast“, beendet der zukünftige Bischof seine Predigt.

Der Franz, der kann’s

„Ja, ja der Franz, der kann’s: singen, beten, musizieren“, sangen ehemalige Kommunionkinder nach der Eucharistiefeier beim Empfang des Jubilars im Lydiasaal des Burghotels „Ad Sion“. Dort überbrachte auch der Präsidenten der Hubertusschützen, Peter Profittlich, als stellvertretender Bürgermeister von Bad Honnef die Glückwünsche der Stadt, in der Franz Lurz bis August 2007 als Seelsorger tätig war. „Wenn Journalisten früher vom Rhöndorfer Pfarrer Lemmel wissen wollte, ob denn Konrad Adenauer auch an der Messe teilgenommen habe, antwortet dieser stets, dass er dies nicht wisse. Dafür aber sei Gott immer anwesend. Und genau so hat auch Pfarrer Lurz Gott immer in den Mittelpunkt gestellt, was ihn aber keineswegs abgehalten hat, stets für die Menschen und die Vereine da zu sein“, erinnerte Peter Profittlich

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Zusammen mit Bischof Heiner Koch, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und Diakon Winfried Reers ließ der Jubilar die geistlichen Festgäste an sich vorbei ziehen.

Zusammen mit Bischof Heiner Koch, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und Diakon Winfried Reers ließ der Jubilar die geistlichen Festgäste an sich vorbei ziehen.

Auf ein volles Gotteshaus konnte Franz Lurz vom Altar aus bei seinem Priesterjubiläum blicken.

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