Mit den Präsidentinnen der KG empfing Tobi I. die Tollitäten in der Burg
Der närrische Adel vom Mittelrhein fand sich zusammen
Linz. Fasanenfedern an Narrenpappen so weit das Auge auch nur reichte im Rittersaal der Burg von Linz. In die Feste des erzbischöflichen Landesherrn hatte die Große Linzer KG um die Präsidentinnen Yvonne Adams-van Beek und Heike Paffhausen närrische Blaublüter vom Mittelrhein eingeladen, nicht, um von ihnen einen kölschen Alaaf-Zoll zu erheben, sondern um ihren Gelegenheit zu geben, dem Jubiläumsprinzen Tobi I. „vun de jröön-wiesse Husarenfamillich“ ihre Reverenz zu erweisen. Natürlich wurde dies auch der Dattenberger KG und den Vettelschoßer Kürassieren ohne Tollität gewährt, ebenso wie den Altstadt KG von den Rot-Grünen Senatoren aus Bonn.
Selber nicht aus dem Alaaf-Hoheitsgebiet des kölschen Fastelaer stammend, nahm Tobi I. sichtlich gefasst das dreifache „Helau“ der Großen Engerser KG von 1855 auf, die mit Wolfgang I., Christoph I. und Karlfrieda I., alle aus dem Geschlecht derer von Spaß hoch Drei“, ein Dreigestirn nach Linz gebracht hatte. Statt Pfauenfedern schmückte ein Diadem Kinderprinzessin Cheyenne I. „aus dem Hause Oliveira“, die mit der KG „Narrenzunft“ Remagen über den Rhein gekommen war. Nur mit einer kleinen Abordnung war der Präsident der Unkeler KG, Manfred Himmelbach, mit Kinderprinzessin Vivien I. angereist, die sich in ihrer neuen Heimat schon einmal umsah.
Höchst amüsiert registrierte das Burglahrer Prinzenpaar, Benny I. und Annika I. von der KG „Burggraf 48“, wie Prinzenführerin Karoline Laufenberg von der Rheinbreitbacher KG „Me haalen et us“ alle Hände voll zu tun hatte, die von Sandra Bovelet trainierte kleine Burggarde so zu sortieren, dass die jungen Tänzerinnen ihr Kinderprinzenpaar, Oli I. und Jule I., durch das dichte Gewühl im Rittersaal zu Tobi I. geleiten konnte. „Los lasst us tanzen, macht alle mit. Das hält auch Euch lange fit“, forderten die kleinen Narrenherrscher ihre erwachsenen Standesgenossen auf, von denen die meisten jedoch jecke Gespräche mit ihrem närrischen Gefolge der körperlichen Ertüchtigung vorzogen.
„Quietschfidel“ grüßten der redegewandte Prinz Wolfgang III. und seine sturmerprobte Prinzessin Claudia II. vom Bürgerfestausschuss Heisterbacherrott Tobi I., bevor Thomas I. und Elisabeth IV. den wohl einzigartigen Karnevalsgruß „Remm – Flemm!“ ihrer Großen Uckerather KG 1860 erklingen ließen. „Wir in Linz sind durch unsere Freundschaft mit ’Mi Careme‘ aus Pornic ja schon einiges gewohnt“, zeigten erfahrene Strünzer Karnevalisten von Blau Wiess angesichts des bretonischen „Piff – Paff!“ großes Verständnis für nicht genau zu erklärende Grüße. Dass „Alaaf“ von „all af“ herkommt und auf die geliebte Stadt in rut un wiess bezogen „Kölle über alles“ bedeutet, steht für Fastelovend-Jecke fest.
Mit dem Mainzer „Helau“, das auch in der „verbotenen Stadt“ gebräuchlich ist, kann eigentlich nur „Hölle auf“ gemeint sein. „Und wenn et sich us ‚Hell auf’ entwickelt haben sollte, dann würd die Aufforderung verpuffe. Wie sollte mer wat ufwecke könne, wo doch ja nix do es“, so ein Strünzer Stadtsoldat, während sich die Blaublüter vor dem Rittersaal zum „Familienfoto“ aufstellten, auf dem Christian I. von un zu Erpilla und Karsten I. us Hünije fehlen, da sie erst kurz danach eintrafen.
