Die Schwestern vom heiligen Kamillus übergeben die Kamillus-Klinik in Asbach der DRK-Trägergesellschaft Süd-West
Die Konzeption der Klinik bleibt bestehen
Nördlicher Kreis Neuwied. Die DRK-Trägergesellschaft Süd-West übernimmt zum 1. Januar per Pachtvertrag auf zwölf Jahre mit späterem Vorkaufsrecht das Kamillus-Krankenhaus im hohen Norden des Landkreises Neuwied von den Schwestern des heiligen Kamillus. Die Entscheidung war bereits am Nikolausstag in Mainz gefallen. Anfang voriger informierte der Präsident des DRK-Landesverbandes, Landrat Rainer Kaul, als Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft zusammen mit Geschäftsführer Bernd Decker die Öffentlichkeit über den bevorstehenden Trägerwechsel.
Verlässlicher Übernahmepartner
„Es ist gar nicht so leicht, einen verlässlichen Übernahmepartner zu finden für ein Krankenhaus im ländlichen Bereich, wenn er seriös sein soll und nicht nur Geld aus dem Objekt ziehen will“, so Norbert Lenke, der Geschäftsführer der Klinik. Zusammen mit der Provinzialoberin des Ordens, Schwester Gabriela, Schwester Cicily, den Chefärzten Dieter Pöhlau und Jacques Clees sowie VG-Bürgermeister Lothar Röser und Ortsbürgermeister Franz-Peter Dahl nahm er an dem Gespräch teil. Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen und steigender wirtschaftlicher Druck hätten dazu geführt, dass der Orden seit einiger Zeit nach einem neuen Träger Ausschau gehalten habe, der bereit sei, das Haus nach vergleichbaren ethischen Grundsätzen zu führen, und der zudem in der Lage ist, den Krankenhausstandort Asbach zu sichern und weiter zu entwickeln.
Die wichtigste Botschaft vor allem für die Mitarbeiter: Alle rund 300 Angestellten werden von dem neuen Träger übernommen und die Konzeption der Klinik bleibt in ihrer bisherigen Struktur als Schwerpunkt-Krankenhaus für die Behandlung von Multipole Sklerose bestehen. Zum anderen kehren die Kamillus-Schwestern dem Krankenhaus nicht den Rücken. „Der christlich-katholische Charakter des Hauses bleibt erhalten“, so Schwester Gabriela.
„Das Krankenhaus, das sich ab dem neuen Jahr DRK-Kamillus-Klinik nennt, passt sowohl von seinem Standort als auch von seinem Leistungsangebot in das Konzept unserer Gesellschaft, die in Rheinland-Pfalz bereits zehn Krankenhäuser betreibt, ab dem neuen Jahr dann mit eindeutigem Schwerpunkt im Norden des Landes“, so Bernd Decker. So könnten durch die vorgesehene Kooperation mit den DRK-Kliniken in Altenkirchen, Hachenburg, Diez und Neuwied Synergieeffekte optimal genutzt werden.
DRK-Gründer Henry Dunant
„Der Legende nach soll der DRK-Gründer Henry Dunant 1859 auf dem Schlachtfeld von Solferino so viele Schwestern mit ihrem roten Kreuz gesehen haben, die sich um die Schwerverletzte gekümmert haben, dass ihn dieser Anblick inspiriert haben soll, dieses Kreuz, wenn auch mit einer kürzeren Längsachse, für unsere Organisation zu übernehmen“, erzählte Rainer Kaul, für den sich damit der Kreis in Asbach nach über 150 Jahren schließt. „Wir haben hier ein Haus übernommen, das ohne jeglichen Investitionsstau in einem hervorragenden Zustand ist und ich kenne keine Ordensschwester, die so lange und so erfolgreich ein Krankenhaus geführt hat wie Sie“, dankte der DRK-Landespräsident Schwester Gabriela für ihre aufopferungsvolle Arbeit.
Ob und in welcher Richtung in Zukunft in die Kamillus-Klinik investiert wird, steht noch nicht fest. „Sicher ist aber, dass alle Gewinne in unsere Häuser reinvestiert werden, da wir keine Aktionäre zufriedenstellen müssen“, so Bernd Berger. Aus Vertretern des Ordens, des neuen Trägers und der Politik soll ein Gremium gebildet werden, das mit der Ärzteschaft das Konzept der Klinik optimieren soll.
