Jahreshauptversammlung des Unkeler Geschichtsvereins
Ehrenmitgliedschaft für Siegfried Jagau
Unkel. Zur Jahreshauptversammlung hatte der Vorsitzende des Unkeler Geschichtsvereins, Piet Bovy, Anfang voriger Woche eingeladen. Begrüßen konnte er neben seinen Vorgängern Heide Lorenz und Norbert Knoppik zahlreiche Mitglieder. „Das Jahr 2014 war für den Geschichtsverein, der sein 20-jähriges Bestehen feiern konnte, ein äußerst produktives Jahr. Interessante Veröffentlichungen wie das Wegekreuzbuch und das Straßennamenbuch, zwei Geschichtsboten und eine weitere Schrift wurden herausgegeben“, erinnerte der Vorsitzende in seinem Rückblick. Auch die Carl-Loewe-Musiktage steuerten ein reiches Programm an Konzerten und Vorträgen bei. „In jedem Monat gab es mindestens eine große Publikumsveranstaltung, und es verging fast keine Woche ohne mindestens eine historische Stadt-, Nachtwächter- oder Kinderführung“, so Bovy weiter. Insgesamt wurden im Vorjahr über 40 Führungen mit fast 700 Personen veranstaltet. „Ein solch umfangreiches und facettenreiches Angebot können wir natürlich nicht jedes Jahr bieten“, schränkte der Vorsitzende ein. Aber neben eigenen Veranstaltungen wird der Geschichtsverein in diesem Jahr mit anderen Kulturschaffenden in Unkel zusammenarbeiten. So hatte er sich bereits im Januar mit dem „Kulturkino Unkel“ an der Filmvorführung über die frühere Rheinschifffahrt beteiligt. Außerdem werden einige Vortragsreihen aus dem vergangenen Jahr fortgeführt. So wird die Zeit der Nassau-Usinger in Unkel ebenso vertieft wie die Urgeschichte des Rheinlands. „Unser Mitglied Günter Nicolin wird zudem über seine Arbeit an dem Briefwechsel von Stefan Andres sprechen. Und der Kölner Männergesangverein ‚Cäcilia Wolkenburg‘ beteiligt sich an den diesjährigen Carl-Loewe-Musiktagen“, so der Vorsitzende, der gleichzeitig die Mitglieder animierte, Eintrittskarten als Geschenke zu kaufen. Nach dem Erfolg des Bühnenstücks über den „Kulturkampf in Unkel“ plant der Verein erneut, die Unkeler mit einem Theaterstück zu erfreuen, das Piet Bovys Frau Elsbeth und Wolfgang Ruland geschrieben haben. Thema ist der Aufenthalt Konrad Adenauers in Unkel nach seiner Ausweisung aus Rhöndorf 1935. Die Aufführungen sind für November geplant, die Proben haben jüngst begonnen. „Außerdem beteiligen wir uns bereits am 1. Mai am Wandertag des Vereins ‚Touristik und Gewerbe‘ auf dem Freiligrath-Simrock-Weg, indem wir an drei verschiedenen Haltepunkten der Wanderung, passend zum historischen Bezug, Sketche aufführen“, informierte der Vorsitzende die Mitglieder, bevor Michael Brauer nach dem Kassenbericht von Schatzmeisterin Gaby Geißler die Leitung der anstehenden Wahlen übernahm, die wegen eines vorangegangenen Formfehlers wiederholt wurden. So konnte das Gründungsmitglied Werner Mayer erst dieses Jahr seinen Posten als 2. Vorsitzender niederlegen, der einstimmig dem gebürtigen Kölner Werner Geißler übertragen wurde, der bereits seit 35 Jahren in Scheuren lebt und dem Geschichtsverein seit 14 Jahren angehört. Für den im Vorjahr verstorbenen Beisitzer Jakob Wierig rückte Wolfgang Ruland kommissarisch in das Gremium, der gleichzeitig auch die bisherige Schriftführerin Gisela Meitzner entlastet. Höhepunkt des Abends war die Ernennung eines Ehrenmitglieds, eine Auszeichnung, die bislang lediglich Gabriel Freifrau von Weichs zuteil geworden war, wie Piet Bovy hervorhob. „Der Vorstand kann Ihnen lediglich vorschlagen, dass wir Siegfried Jagau zum Ehrenmitglied zu ernennen, wählen muss ihn die Mitgliederversammlung“, erklärte der Vorsitzende, was umgehend erfolgte.
Nachdem Elsbeth Bovy dem ehemaligen Oberstudienrat am Bad Honnefer Siebengebirgs-Gymnasium ein Gedicht gewidmet hatte, übernahm der Wegbegleiter des 80-Jährigen, Werner Mayer, die Laudatio. Wenn er all die Jahre zurückblicke, dann werde überdeutlich klar, dass der begeisterte Historiker das Gesicht des Vereins entscheidend mitgeprägt habe . Ins Leben gerufen hatte er im Grunde auch die Theatertruppe des Vereins. Sichtlich überrascht und überwältigt bedankte sich das neue Ehrenmitglied für die hohe Auszeichnung des Geschichtsvereins.
