Allgemeine Berichte | 20.01.2016

Wie schon fast seit 50 Jahren wurde in der Bunten Stadt Linz am Sonntag Kinderkarneval gefeiert

Eigene Sitzung mit buntem Programm für die kleinen Jecken

Da staunten selbst Piraten und Cowboys über den Einsatz der „Special Weapons and Technics“-Männer.  DL

Linz. Prinzessinnen und Burgfräulein, Feen und Nixen, Teufelchen und Engelchen, Ritter und jede Menge Piraten, Cowboys und Indianer, ja sogar Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo waren am Sonntag nach Linz in die Stadthalle gekommen, um das Programm zu genießen, das die Oberjecken der Großen KG, die Cremeschnittchen vom Elferrat, für die jüngsten Narren zusammengestellt hatten. Lange bevor der Jugendelferrat um Präsident Lukas Fiest einzog, tobten die bunt kostümierten Minis über die Bühne, auf der übereifrige Cops und selbsternannte Sicherheitskräfte "mutmaßliche Verbrecher" dingfest machten, während unten im Saal Bienenköniginnen niedliche Hümmelchen mit Süßem versorgten, während ein Mini-Tabaluga sich mit Siedewurst und Brötchen für die vor ihm liegenden vier Stunden fit machte.

„Wir lassen die Kinder nicht einfach zwischen lustigen Spielchen über die Bühne tanzen, sondern bieten ihnen eine richtige Sitzung, an der sich immer einige unserer Corps aktiv beteiligen“, erklärte Jürgen Pappendorf, der 2014 wieder das Amt des Geschäftsführers übernommen hat, nachdem Martin Flöck ihn als Kommandant der Cremeschnittchen abgelöst hatte. Dessen Stellvertreter, der vorerst letzte Elferrats-Prinz „Speedy I.“, Martin Speich, sorgte oben auf der Empore für die Technik, während Peter Honnef als Schatzmeister an der Kasse Eintrittskarten und Bons verwaltete. Mit zum Elferrats-Vorstand, alles natürlich traditionell verdiente Karnevalisten, gehört zudem sein Stellvertreter Oliver Brockhaus, der zusammen mit Martin Flöck den Nachwuchs um Lukas Fiest einwies.

Die Reihe seiner Vorgänger ist lang und hört sich wie ein „Who is Who“ des Strünzer Fastelaer an.

1968 veranstaltete die damals von der evangelischen und katholischen Jugend gegründete „Arbeitsgemeinschaft Linzer Jugendgruppen“ erstmals eine eigene Karnevalssitzung die mit Podiumsdiskussionen und Konzerten für die Jugendlichen der Stadt und der umliegenden Orte. Zuständig waren damals der langjährige Sitzungspräsident der Großen KG, Wolfgang „Wolli“ Klein, Ewald Brockmann und Berni Reul. 1969 engagierte sich dann die Katholische Jugend Linz und führte die zweite Jugendsitzung mit Bravour durch. Präsidenten in den folgenden Jahre waren Josef Schmitz, Werner Kill, Jürgen Gisch und der Prinz aus dem Jahr 2009, der „Lücke Hein“. Als 13-Jähriger war dieser 1975 zum ersten Mal in die Bütt gestiegen, um mit seinen Erlebnissen als „Hilfsschüler“ mit zündenden Witzen seine „Narren-Feuertaufe“ glänzend zu bestehen.

Von 1975 bis 1977 wurden die Jugendsitzungen von Matthias Thür, dem heutigen Ehrenpräsidenten der Dattenberger KG, als Präsident geleitet.

„1983 wurde der Jugendelferrat als selbstständiges Corps der KG angeschlossen und wurde von der Stadt, den ansässigen Geldinstituten, vielen Unternehmen und auch Privatleuten unterstützt. Und natürlich von den Linzer Corps, für die es eine Ehrensache war und ist, diese Jugendsitzung durch tänzerische Einlagen und Märsche mitzugestalten“, so Jürgen Pappendorf.

Die Verantwortlichen der Corps hätten schnell verstanden, die Jugendlichen für ihre Reihen zu gewinnen, denn ohne Nachwuchs kann der Karneval auch in Linz auf Dauer nicht bestehen. Jüngste Nachfolger etwa des viel zu früh verstorbenen Berni Reul waren Martin Hoppen, Jan Eric Burkard, Raphael Piotrowski, sowie die Zwillinge Marvin und Phillip Maur, bevor Jan Lück nicht nur beim Musikzug der Stadtsoldaten in die Fußstapfen seines Vaters getreten war.

Bis diese staatse Truppe mit Prinz Johannes I. als krönender Höhepunkt der Jugendsitzung einziehen sollte, mussten sich die jungen Jecken in der Stadthalle aber noch lange gedulden. Wirklich lang wurde ihnen die Zeit jedoch nicht. Dafür sorgte zunächst das Fanfarencorps unter Leitung von Michael Weinberg, das die „Kölsche Mädcher, kölsche Junge“ schwungvoll begrüßte und ihnen versicherte, nit vom Fastelaer ze losse. Nicht mit Pauken und Trompeten, dafür aber mit ganz vielen Trömmelchen machte das Funkencorps Blau-Wiess weiter, das seine „BlaWiTro“ um Ehrenpräsidenten Rudi Honnef als Beckenschläger ins Rennen schickte. Unter Leitung von Stephan Klein ließen die Musiker ihre Schlägel auf das „Fell“ des eigenen wie auf das der Instrumente ihres jeweiligen Nachbarn niederwirbeln, bevor sie ihren mitreißenden Auftritt mit einer Light-Show in der abgedunkelten Stadthalle beschlossen.

Wirbelnde Stöckchen, die glitzernden Batons der Majoretten aus Unkel beherrschten auch anschließend die Bühne. Zusammen mit den Ministernchen hatten die beiden Vorsitzenden der KG aus dem Norden, Manfred Himmelbach und Markus Winkelbach, die junge Tänzer in die Stadthalle geführt, von deren Bühnen Kinderprinzessin Lea I. mit ihren Pagen Lucie und Lena die jungen Jecken mit ihrem 3L-Sessionslied „Wir sind die Nummer 1 vom Rhein“ grüßte, nachdem sie ihr Motto „Mit uns drei Mädche von der Sunnesick is Fastelovend in Unkel die schönste Zick! Gemeinsam wollen wir mit Euch fiere, danze und singe, bis die Glocken im Scheurener Dom erklinge!“ verkündet hatte.

Mit Tänzen lösten die „Strünzer Pänz“ die Ministernchen ab, bevor die Hünnijer Kinderprinzessin Janne I. von den jecken Jobs Einzug hielt, die in die Fußstapfen ihres Opas getreten war, der vor 30 Jahren als Prinz Helmut „aus dem Hause Eudenbach“ die jroßen „Bunne“ regiert hatte. Mitgebracht hatte sie die Jugendgarde, die wie nach ihr die „Tanzmäuse“ aus Dattenberg über die Bühne wirbelte. Da warteten die Minions der „Schweren Artillerie“ längst auf ihren Auftritt, nach denen die Kasbacher Prinzengarde, die „Flames“ vom TC Blau-Weiss Sankt Katharinen und die „Crasy Pearls“ aus Rheinbrohl mit ihren Tänzen den Einzug von Johannes I. glänzend vorbereitet hatte, der mit den jungen Jecken im Saal Brauchtum und Tradition als gesichert ansah, da die schon jetzt keene mih bruche, der inne sät, wie mer Fastelovend fiere dät!“

DL

Schon der Auftritt des Fanfarencorps fesselte die kleinen Jecken in der Stadthalle.

Schon der Auftritt des Fanfarencorps fesselte die kleinen Jecken in der Stadthalle.

Da staunten selbst Piraten und Cowboys über den Einsatz der „Special Weapons and Technics“-Männer. Fotos: DL

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