Förderverein Freibad Unkel mit 5.000 Euro ausgezeichnet
Ein Lichtblick am Horizont
Hoffnung auf eine befürwortende Entscheidung des Verbandsgemeinderates
Unkel. Der Förderverein des Freibads Unkel hat unter 33 Teilnehmern beim Vereinswettbewerb der Bad Honnef AG den zweiten Platz gewonnen. So konnte der Geschäftsführer des Vereins, Werner Henneker, einen Scheck über 5000 Euro für die Vereinsarbeit des Fördervereins Unkel entgegennehmen. Gewürdigt wurden das originelle Video und das Motiv des Vereins, endlich die Sanierung anzupacken und danach das Verbandsgemeinde-Freibad auch zu betreiben. Seit 2006, also seit nunmehr sieben Jahren, kämpft der parteiübergreifend aufgestellte Förderverein Freibad Unkel (FFU) für die Wiedereröffnung des Freibades. Damals hat die Verbandsgemeinde schweren Herzens die Schließung des Freibades beschlossen. Ein Neubau in Eigenregie der VG für 2,2 Millionen Euro wurde damals geplant und ernsthaft erwogen, aber nicht umgesetzt. Dies einerseits, weil das jährliche Defizit Sorgen bereitete, hauptsächlich aber wegen der hohen Investitionskosten. Von den mindestens 1,1 Millionen Euro, die die VG hätte aufbringen müssen, waren lediglich 230.000 Euro vorhanden - der Rest wäre nur über Kredite finanzierbar gewesen. Vor diesem Hintergrund hat der FFU in den vergangenen Jahren beharrlich Punkt für Punkt die Schwierigkeiten ausgeräumt.
Das hat der Verein erreicht
Das anfängliche Investitionsvolumen konnte von über 2 Millionen auf 1,1 Millionen Euro halbiert werden. Gegen aller Wahrscheinlichkeit ist es dem Verein gelungen, eine Förderzusage des Landes über 60 Prozent zu erhalten - ein landesweit einmaliger Vorgang, den kein anderes Sportprojekt im Land vorweisen kann. Die Förderzusage über 60 Prozent, wegen besonderen bürgerschaftlichen Engagements, wurde von Innenminister Bruch und Innenminister Lewenz persönlich bestätigt. Ein umsetzbarer Plan liegt vor und kann ohne weitere Verzögerung in Angriff genommen werden. Mit der Freizeitbad GmbH monte mare hat der FFU ein renommiertes und erfahrenes Fachunternehmen verpflichtet, das eine plangemäße Realisierung gewährleisten kann. Gegenüber 2006 hat sich die Entscheidungslage grundlegend geändert. Statt 1,1 Millionen Euro vollständig alleine tragen zu müssen, muss sich die VG lediglich mit der bereits zweckgebunden bereitgestellten Summe von 230.000 Euro beteiligen. Das ist eine Reduktion des Eigenanteils um über 80 Prozent. Das von der VG zu tragende Defizit des Freibadbetriebes reduziert sich von vorher weit über 100.000 auf 0 Euro, nachdem ein Zuschuss seitens der VG ausgeschlossen wurde. Im Gegenteil wird durch die saisonale Schließung des Hallenbades sogar nicht unerheblich Geld eingespart (laut Verwaltung circa 10.000 Euro). Die Eigensanierung hätte wegen der Kreditfinanzierung zu erheblichen Folgekosten geführt. Auch diese Folgekosten entfallen. Der FFU bringt jährlich eine Leistung von 18.000 Euro in den Betrieb des Freibades ein. Das sind über die Laufzeit von 25 Jahren 450.000 Euro - weit mehr, als die durch die VG zu tragende Bürgschaft. Die Gesamtbürgschaft beträgt im ersten Jahr 675.000 Euro. Die Stadt Unkel ist bereit, hiervon einen Anteil von 210.000 Euro zu übernehmen. Abzüglich des Anteils von 169.000 Euro des FFU verbleibt ein Rest von 296.000 Euro, für die die Verbandsgemeinde die Bürgschaft übernehmen soll. Angesichts des Gegenwertes der Investition erscheint diese Bürgschaft eher sehr gering. Durch die Gewährung der Bürgschaft werden aus 230.000 Euro eigenem Geld eine resultierende Investitionssumme von 1,55 Millionen Euro. Das entspräche einem Eigenanteil von nur 14,8 Prozent bzw. einer Förderquote von 85,2 Prozent. Nicht zuletzt hat die VG durch die Investition sofort eine erhebliche Wertsteigerung der Liegenschaft, was sich sehr positiv auf die Bilanz der VG auswirken würde. Das sind 1,32 Millionen Euro geschenkte Fremdmittel für die Verbandsgemeinde, denen eine Bürgschaft von 296.000 Euro gegenübersteht. Das Land hat der VG eine Brücke gebaut, damit die VG die Bürgschaft übernehmen darf. Diese Brücke zu beschreiten bedeutet die Wertschätzung der Mittel des Landes, der Spender und der Vereinsmitglieder, aber auch der Bürger der Region. Das Freibad als attraktiven Naherholungspunkt zu haben, ist auch in Zukunft Anreiz für Familien, hier zu wohnen. Für Schlechtwetterjahre hat der Verein Rücklagen gebildet. Der Verein erhält eine Mehrwertsteuerbefreiung, die bis zur Ratssitzung vom FFU vorgelegt wird. Die neu aufgestellte Forderung nach einer Lärmschutzwand zwingt den Verein voraussichtlich dazu, die Wasserlandschaft in der ersten Realisierungsstufe auszuklammern oder zu verkleinern. Da die Kosten mit lediglich 50.000 Euro angesetzt sind, wird die Umsetzung jedoch schon bald nach der Wiedereröffnung stattfinden. Mit der Sanierung werden durch den Förderverein in erheblichem Umfang Sachwerte auf dem Freibadgelände geschaffen. Diese wiegen das finanzielle Risiko der Absicherung der Landeszuwendung mehr als auf. Auch das ehrenamtliche Engagement der Bürger verkleinert dieses Risiko. Der beste Beweis dafür sind diejenigen, die sich freiwillig anstrengen und begeistern, z. B. für die Arbeit im Willy Brandt Forum, bei der Oberen Burg in Rheinbreitbach, für die Geschichtsvereine, die Sportvereine, die Kinder- und Jugendinitiative Bruchhausen, der Kunst- und Kulturkreis ad Erpelle in Erpel und viele andere Vereine mehr. Nicht zu vergessen, auch diejenigen, die nun am 5. Dezember zu Beginn der Sitzung um 19 Uhr im Rathaus der Verbandsgemeinde Unkel die Entscheidung treffen über die Bürgschaft, sind ehrenamtliche Mitbürger. Auch sie arbeiten freiwillig und in Verantwortung für die Gemeinden. An der Sitzung teilzunehmen bedeutet also nicht nur, das Interesse für das Freibad zu zeigen, sondern auch die Arbeit des jeweils anderen wahrzunehmen, im positiven Sinne den Dingen ein Gesicht zu geben. So wünschen sich die Vorstände des Fördervereins Freibad Unkel, Katja Lorenzini, Robin Syllwasschy, Werner Henneker, Jörg Rettkowsky, Hilla Welsch und Christopher Mohr eine rege Beteiligung.
Pressemitteilung des
Fördervereins Freibad Unkel
